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9. Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis

Martina Schmiedhofer, Bezirksstadträtin für Soziales, Gesundheit, Umwelt und Verkehr im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, hat am Freitag, dem 12.09.2008 bei der Veranstaltung „Tag des Ehrenamtes“ auf dem Karl-August-Platz den 9. Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis verliehen. Sie freute sich über das vielfältige bezirkliche Engagement, das mit dem Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis mit insgesamt 4.000,— Euro Preisgeld gewürdigt und unterstützt werden konnte.

Gemäß dem Votum der Jury erhielt den ersten Preis das Kriseninterventionsteam des Malteser Hilfsdienst e.V.. Mit dem zweiten Preis wurden die in unserem Bezirk aktiven Familienbegleiterinnen des Berliner Herz Ambulantes Kinderhospiz im Humanistischen Verband Deutschland ausgezeichnet. Den dritten Preis erhielt Frau Peschel (Angehörige psychisch Kranker Landesverband Berlin e.V.). Die Anerkennungspreise gingen zu gleichen Teilen an Laurette Dassui von der Berliner Aidshilfe e.V., Bärbel Roeper, die Redak-tion des „Kiezblatts“, den Verein CePra und die Ehrenamtlichen des Vereins Glücksspiel Suchthilfe.
Alle Preisträger wurden für ihr besonderes gemeinwohlorientiertes, freiwilliges Engagement ausgezeichnet.

Erster Preis
Das langjährige und äußerst anspruchsvolle Engagement der ehrenamtlichen Helfer im Kriseninterventionsteam Malteser Hilfsdienst e.V. wird mit dem ersten Preis in Höhe von 1.200 Euro gewürdigt. Fünf-undzwanzig ehrenamtliche Helfer und Helferinnen unterstützen seit nun beinahe zehn Jahren Einsatzkräfte bei Notfällen und Katastrophen. Die Ehrenamtlichen übernehmen die Betreuung nach Notfallereignissen, wie z.B. Hinterbliebene, Arbeitskollegen nach schweren Betriebsunfällen, Beteiligte bei Einsätzen in der Öffentlichkeit, Eltern nach dem Tod eines Kindes, Angehörige während lebensretten-der Sofortmaßnahmen, Betroffene nach Gewalterfahrungen, Schienenfahrzeugführer nach Personenunfällen im Gleisbereich.

Zweiter Preis
Für ihr sehr anspruchsvolles Engagement wird den ehrenamtlichen Familienbegleiterinnen Berliner Herz Ambulantes Kinderhospiz im Humanistischen Verband Deutschland der zweite Preis in Höhe von 800 Euro verliehen. Vier Charlottenburg-Wilmersdorfer ehrenamtliche Familienbegleiterinnen, die zur Zeit auch Familien aus dem Bezirk beistehen, begleiten nach einer intensiven Ausbildung Familien mit schwerstkranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum dreißigsten Lebensjahr nach deren Wünschen individuell, kostenlos, unbürokratisch und flexibel.

Dritter Preis
Mit einem dritten Preis in Höhe von insgesamt 500 Euro wird die Arbeit von Karin Pe-schel bei der Organisation „Angehörige psychisch Kranker Landesverband Berlin e.V.“ gewürdigt. Sie berät seit mehreren Jahren psychisch Kranke und Ihre Angehörigen in allen Fragen rund um die Krankheit. Frau Peschel ist seit 2000 Mitglied des Verbandes Angehöriger psychisch Kranker (APK, Mannheimer Straße 32, 10713 Berlin). Selbst Mutter einer Erkrankten, bietet Frau Peschel wöchentlich telefonisch Einzelberatung für Angehörige und psychisch Kranke an, die schnell und unbürokratisch in allen Fragen der Erkrankung, Betreuung und Wohnmöglichkeiten für Angehörige psychisch Erkrankter Hilfe leistet. Oft ist sie erste Ansprechpartnerin bei Krisen. Sie begleitet Angehörige zu Ämtern und hilft beim Ausfüllen von Formularen. Sie leitet wöchentlich eine Gesprächsgruppe, organisiert Workshops und Fachvorträge zu medizinischen und thera-peutischen Themen, betreut den Tag der offenen Tür im APK und betreut die Stände des Verbandes bei öffentlichen Anlässen.

Anerkennungspreise
Der ehrenamtliche Berater des Vereins Glücksspiel Sucht Hilfe e.V. in der beratungsstelle Krumme Straße wird für sein Engagement für Jugendliche, die durch exzessive Internet- und Computernutzung suchtgefährdet sind, mit einem Anerkennungspreis in Höhe von 300 Euro geehrt. Der Glücksspiel-Sucht-Hilfe e.V. hat am 18.07.2008 in der Krumme Straße 92, 10585 Berlin, eine Begegnungs- und Informationsstätte für glücksspielsüchtige oder glücksspielsuchtgefährdete Menschen eröffnet. Der Verein arbeitet schon lange in Pankow und hat nun sein Angebot auf Charlottenburg-Wilmersdorf ausgedehnt. Die Begegnungsstätte richtet ihre Angebote vor allem an Jugendliche, die aufgrund ausschweifender Internet- und Computernutzung suchtgefährdet sind und bezieht auch die Eltern mit ein. Viele Glücksspielsüchtige sind zudem drogen- oder nikotinsüchtig. Auch dieser Personenkreis ist auf die Angebote des Vereins angewiesen. Die Begegnungsstätte ist eingerichtet worden, um Betroffenen oder Angehörigen Erfahrungsaustausch anzubieten oder auch sinnvolle Freizeitaktivitäten, mit denen die freie Zeit, die durch Spielabstinenz entsteht, sinnvoll ausgefüllt werden kann.

Der Verein CePra e.V. setzt sich dafür ein, die Cerebralparese, eine angeborene oder erworbene Hirnschädigung, möglichst früh zu erkennen und Betroffenen sowie ihren Angehörigen adäquat zu helfen. Seit 2002 engagieren sich betroffene Eltern ehrenamtlich und nebenberuflich im Verein CePra e.V. dafür, die Früherkennung der Cerebralparese (angeborene oder erworbene Hirnschädigung) zu fördern sowie adäquate Hilfen für Betroffene auch in Kooperationen und Vernetzungen mit wichtigen Institutionen und Trägern zu erarbeiten. Der Verein bietet telefonische und persönliche Beratungsgespräche, Seminare für andere Vereine und Organisationen mit den Schwerpunkten Therapieformen, Spiele und Hilfsmittel, Selbsthilfegruppen für junge Erwachsene mit cerebraler Parese, Mutter-Vater-Kind-Gruppen sowie Schülergruppen an. Dafür erhalten die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder einem Anerkennungspreis in Höhe von 300 Euro.

Die Tätigkeit der Redaktion „Kiezblatt“ wird mit einem Anerkennungspreis in Höhe von 300 Euro für ihre neuen und geschichtsbezogenen Informationen rund um den Klausenerplatz honoriert. Mit diesen Informationen fördert sie die Zusammengehörigkeit der Bewohner in dem nicht ganz spannungsfreien Kiez Klausenerplatz.

Frau Dassui, übt bei der Berliner Aidshilfe e.V. seit 1992 viele verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeiten aus: von der „emotionalen Betreuerin“, zur Freundin im Krankenhaus bis hin zum Ehrenamtsmanagement. Von 1992-1996 arbeitete sie als „Emotionale Begleiterin“. Sie hat in dieser Zeit einige Menschen im Alltag begleitet, hat bei Ämter- und Arztangelegenheiten geholfen, hat aktiviert, das eigene Leben zu ordnen oder den Alltag neu zu strukturieren und war Gefährtin bei der Freizeitgestaltung. Sie war in dieser Zeit die einzige Weggefährtin für einen durch die Erkrankung in Einsamkeit und Isolation geratenen vietnamesischen Bürger. Von 1996-2000 arbeitete Frau Dassui bei den „Freunden im Krankenhaus“, einem ehrenamtlichen Krankenhausbesuchsdienst, der an vier Tagen in der Woche auf einer HIV-Station im Auguste-Viktoria-Krankenhaus schwerstkranken, HIV-Patienten – oft mit Migrationshintergrund und/oder Drogenerfahrung – Ansprache, Wegbegleitung und Vertrauen auf dem Weg aus dem Krankenhaus oder auch in den Tod bietet.
Seit 2000 engagiert sich Frau Dassui im Bereich „Ehrenamtsmanagement“. Sie recherchiert bundesweite Pressemitteilungen zu medizinischen und gesellschaftspolitischen Themen und bereitet diese Informationen so auf, dass sie den Ehrenamtlichen und Gästen zur Verfügung gestellt werden können.
Frau Dassui hat ihre Ehrenämter mit sehr viel Menschenliebe übernommen. Oftmals war ihr eigener beruflicher Hintergrund als Psychologin hilfreich. Bewundernswert ist Frau Dassuis Einsatz für Menschen, die von einer Krankheit gezeichnet sind, die immer noch Gegenstand gesellschaftlicher Stigmatisierung ist.
Für dieses Engagement wird sie mit einem Anerkennungspreis in Höhe von 300 Euro ausgezeichnet.

Bärbel Roeper erhält für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für behinderte Menschen im Bezirk einen Anerkennungspreis in Höhe von 300 Euro. Sie engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für rheumakranke und behin-derte Menschen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Seit 2003 betreut sie im Rahmen des Besuchsdienstes eine schwerbehinderte ältere Frau im Bezirk. Mit Gesprächen, viel persönlicher Zuwendung und gemeinsamen Aktivitäten hat sie dazu bei-getragen Unterhaltung und Freude in den Alltag der Besuchten zu bringen. Frau Roeper unterstützt sie auch bei Ämter- und Institutionsangelegenheiten.
Trotz eigener schwerer Krankheit ist sie stets offen für die Probleme Anderer und setzt sich engagiert für deren Anliegen ein. Als Mitglied im Behindertenbeirat des Bezirks vertritt sie seit 2004 die Interessen chronisch kranker und behinderter Menschen und beteiligt sich aktiv, notwendige Veränderungen im Bezirk auf den Weg zu bringen.
Ihre offene, zugewandte und ehrliche Art, ihr offenes Ohr und ihre Fähigkeit zuhören und mitfühlen zu können wird von allen sehr geschätzt. Ihr Engagement hilft nicht nur den Menschen, die ihre Zuwendung direkt erfahren, sondern ist auch gewinnbringend für viele behinderte, alte und chronisch kranke Menschen im Bezirk, für die sie sich stellvertretend einsetzt.