Preisverleihung „Frau in Verantwortung 2010“

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Zum vierten Mal hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf den Wettbewerb „Frau in Verantwortung“ ausgeschrieben. Aus vielen Vorschlägen hat die Jury ausgewählt.

Link zu: Donni Sò, A Capella Chor sorgte für die musikalische Untermalung der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung 2010
Donni Sò, A Capella Chor sorgte für die musikalische Untermalung der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung 2010 Bild: Raimund Müller

In diesem Jahr hat sich die Jury für zwei Frauen entschieden:

Die Biologin Christel Pisarek hat im Alter von 58 Jahren die O.T. Sanitätshaus Berlin GmbH mit inzwischen fünf Filialen gegründet. Sie zeigt, dass Neugründungen von Unternehmen keine Frage des Lebensalters sind und überzeugte die Jury mit ihrer sozialen Kompetenz.
Dr. Ulrike Gutheil ist seit Oktober 2004 Kanzlerin der TU Berlin, Leiterin der Zentralen Universitätsverwaltung, Beauftragte für den Haushalt und zuständig für die Informations- und Kommunikationstechnologie. Sie hat entschieden zur Erhöhung des Frauenanteils in allen Bereichen der TU und zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigetragen. Zum Thema “Chancengleichheit an Universitäten” ist sie eine gefragte Expertin und Gesprächspartnerin.

Link zu: Dr. Marianne Suhr, Bezirksvorsteherin mit Lina Gutheil, Marion Matusch, Büroleiterin von Frau Dr. Ulrike Gutheil und Monika Thiemen, Bezirksbürgermeisterin (v.l.n.r.) bei der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung (FiV)
Dr. Marianne Suhr, Bezirksvorsteherin mit Lina Gutheil, Marion Matusch, Büroleiterin von Frau Dr. Ulrike Gutheil und Monika Thiemen, Bezirksbürgermeisterin (v.l.n.r.) bei der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung (FiV) Bild: Raimund Müller

Laudatio auf die Preisträgerin Dr. Ulrike Gutheil, Kanzlerin der Technischen Universität Berlin
von Dr. Marianne Suhr

29 200 Studierende, davon 19 000 männlich, 744 Lehrende im professoralen Bereich, 2 217 Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rd. 300 Millionen Euro Haushaltsmittel, 600 000 qm Fläche für mehrere Standorte der Universität und deren Um- und Neubauten, auch die Arbeit der 2 213 Beschäftigten in der Verwaltung – das alles muss von der Kanzlerin verantwortlich koordiniert werden.

Seit 2004 ist Dr. Ulrike Gutheil mit dieser Aufgabe betraut, die sie zuvor schon an der Universität in Cottbus ausgeführt hat. Mit ihrer kleinen Tochter war die ausgebildete Richterin nach einer langjährigen Arbeit bei der Max-Planck-Gesellschaft in München nach Cottbus gegangen und lernte dort ein Familienmodell kennen, das sich vor allem in der größeren Anerkennung für Frauen in Führungspositionen und den guten Hortbedingungen zeigte.

In Berlin begann für sie eine spannende Phase ihrer Arbeit, wobei die Infrastrukturbedingungen und die Erholungsgebiete in unserer Stadt ihr gut gefallen.
Sie betrachtet ihre Arbeit an der Technischen Universität aber nicht nur als Verwaltungs- und Koordinationsaufgabe.
Unter ihrer Leitung wurde die TU als familienfreundliche Hochschule zertifiziert, die Genderfrage wird stärker fokussiert.
In regelmäßigen Besuchen bei den 15 Fachbereichen wird von ihr für die Zielvereinbarung geworben, die TU zu einer der für Frauen attraktivsten technischen Hochschulen zu entwickeln.

In Gremien und bundesweiten Netzwerken der 80 Universitäten setzt sie sich für die Förderung von Gleichstellung und Anerkennung von Frauen in einer noch immer von Männern dominierten Wissenschaftswelt ein.

Mit ihrem Engagement und ihrer Persönlichkeit ist sie ein hervorragendes Beispiel für eine Frau in Verantwortung, wofür sie in diesem Jahr von uns geehrt wird.

Dr. Marianne Suhr

Link zu: Christel Pisarek mit Bezirksstadtrat Marc Schulte bei der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung 2010
Christel Pisarek mit Bezirksstadtrat Marc Schulte bei der 4. Preisverleihung Frauen in Verantwortung 2010 Bild: Raimund Müller

Laudatio auf die Preisträgerin Christel Pisarek
von Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte

Sehr geehrte Frau Pisarek,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit dem Preis Frau in Verantwortung ehren wir heute eine Unternehmerin, die es innerhalb von acht Jahren geschafft hat, ein Sanitätshaus aufzubauen, das inzwischen fünf Filialen in Berlin unterhält. Weitere Standorte sind in Planung.

Frau Pisarek führt ein modernes und innovatives Unternehmen, das speziell auf Wünsche der Kundinnen und Kunden abgestimmte Lösungen anbietet. Zum Service gehören ebenso sofortige Spezialanfertigungen in der Meisterwerkstatt wie auch persönliche betreuung per Hausbesuch.
Ihr Fachpersonal besteht aus 11 festen Mitarbeiterinnen (davon 9 Mütter) und 9 festen Mitarbeitern.

Frau Pisarek hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit die Jury für sich zu gewinnen – durch ihre offene Art war schnell klar, mit welcher Begeisterung sie sich den Wunsch nach einem eigenen Unternehmen erfüllt hat und wie sie ihren Beruf eher als Berufung begreift. Und so soll auch hier erwähnt werden, dass ein Jury-Mitglied sich nach dem Besuch des Betriebes sofort entschlossen hat, ihre neuen Einlagen natürlich in der Westfälischen Straße bei Frau Pisarek fertigen zu lassen.
Frau Pisarek hat für die Jury eine Vorbildfunktion auch deswegen, weil diese Neugründung keine Frage des Lebensalters ist, denn die Gründung erfolgte, als Frau Pisarek 58 Jahre jung war, die 3 Söhne aus dem Haus waren und der Mann, ein Politikprofessor, in den Ruhestand ging.
Zuvor hat sie als gelernte Biologin im Pharmaaußendienst sowie in verschiedenen Laboratorien und Instituten gearbeitet und daher auch als Vorsitzende und Beisitzerin in Prüfungsämtern gewirkt.
Ihr Durchsetzungsvermögen ist geprägt von einer christlichen Wertevorstellung – als Vorgesetzte ist für sie soziales Handeln selbstverständlich – sie gibt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Chancen, die woanders vielleicht nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Wer Frau Pisarek kennenlernt, weiß sehr schnell dass diese Frau nicht still stehen kann und ein Blick auf ihre Hobbys macht das deutlich: Literaturkreis, Musik (viel klassisch, aber auch südamerikanische Musik), malen, wandern, Rad fahren, aktive Fernreisen. Ursache für das Fernweh mag ihre Schulzeit in der Schweiz (Human-Mädchen Gymnasium und Abitur in einem katholischen Kloster im Chur-Kanton Graubünden) und ihr einjähriger Aufenthalt in der Türkei gewesen sein.
Dass sie seit 15 Jahren ehrenamtlich in der St-Albertus-Magnus-Gemeinde aktiv ist und dort die Frauengemeinschaft geleitet hat, sei nur nebenbei erwähnt.

Frau Pisarek ist zudem sehr aktiv in der wieder neu gegründeten AG der Gewerbetreibenden der Geschäftsstraße Westfälische Straße.

Mit dem Preis Frau in Verantwortung sollen Frauen ermutigt werden, selbst berufliche Verantwortung zu übernehmen.
Mit Frau Pisarek hat die Jury eine gute Wahl getroffen – wir können bei ihr gespannt sein, was als nächstes kommt.

Marc Schulte