Fahrradtour durch Charlottenburg-Nord

Fahrradtour durch Charlottenburg-Nord

Fahrradtour vom 21. 09. 2008, 14.00, Treffpunkt U-Bahnhof Jakob Kaiser Platz

Die Route führt hautsächlich auf Fahrradwegen und ruhigen Nebenstraßen über das Jugendfreizeitheim Heckerdamm, durch Kleingartenkolonien, zur Gedenkstätte Plötzensee, zur Jungfernheide, durch Siemensstadt und endet am wieder am Jakob-Kaiser Platz.

Der Treffpunkt, der Jakob Kaiser Platz hieß früher Siemens Platz und ist heute nach dem Widerstandskämpfer und CDU Politiker Jakob Kaiser benannt.
Gleich hier anschließend gibt es eine Spielfläche für ältere Kinder und Jugendliche. Zur Schaffung dieses Jugendgeländes hatte sich ein Runder Tisch aus Vertretern des Bezirksamtes, der Wohnungsbaugesellschaft, des Mieterbeirates, der Polizei und anderen gegründet. Die Gestaltung dieses Jugendgeländes erfolgte nach einem längeren Planungsprozess unter Beteiligung der Anwohner, Experten und vor allem der zukünftigen Nutzer. Ein Schwerpunkt wurde hierbei auf die Wünsche der Mädchen gelegt, da die sonstigen Spielflächen sich hauptsächlich an den Interessen der Jungen orientieren, wie man an den vielen Bolzplätzen sieht. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 22. Juni 2002. Auf dem Gelände wird eine pädagogische Betreuung angeboten, die den Bauwagen auch für Aktivitäten bei schlechtem Wetter benutzen kann.

Unter anderem den Aktivitäten des Runden Tisches ist auch zu verdanken, dass an der sehr stark frequentierten Bushaltestelle hier eine öffentliche Toilette der Firma Wall errichtet wurde.

Zentrum Paul Hertz Siedlung
Die Paul-Hertz-Siedlung wurde 1960-65 nach Plänen von den Architekten Ebert, Weber und Gaulke auf ehemaligem Kleingartenland am Heckerdamm für die GEWOBAG errichtet. Paul Hertz war SPD Politiker und hat sich in der Nachkriegszeit wesentlich für den Wiederaufbau Westberlins eingesetzt. Die Siedlung galt als ein Musterbeispiel der damaligen Vorstellungen der Stadtplaner von der “aufgelockerten Stadt”. Das heißt: Die Häuser stehen nicht direkt an der Straße, sondern eher versteckt im Grünen.

In den Häusern gibt es mehr als 2.600 Wohnungen. Es sind überwiegend kleine Wohnungen zwischen 1 ½ und 3 Zimmern. Die durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 65 qm. Die Straßen hier in der Paul-Hertz-Siedlung wurden nach WWiderstandskämpfern benannt, weil sich in unmittelbarer Nähe die 1952 eingeweihte Gedenkstätte Plötzensee befindet. Die meisten der hier auf den Straßenschildern geehrten Widerstandskämpfer wurden in Plötzensee hingerichtet. Auch die Gebäude der evangelischen und katholischen Kirche erinnern an den Nationalsozialismus. Die 1966 eingeweihte Grundschule erhielt den Namen des Widerstandskämpfers Helmuth James von Moltke.

Weiter vorne auf der linken Seite werden sie, wenn wir weiter fahren als letztes Haus vor den Kleingartenkolonien den Jugendklub Heckerdamm sehen. Der Jugendclub liegt inmitten der Kolonie Zukunft. Das Haus wird von vielen Menschen und Gruppen genutzt. Das Gebäude wurde 1996 eröffnet und nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut. In der Nachkriegszeit hatte eine Holzbaracke als Jugendheim gedient.

Anschließend beginnt das größte Kleingartengebiet unseres Bezirkes. Zur Kleingartenregion Charlottenburg Nord gehören 30 Kolonien mit über 2500 Parzellen. Die Namen der Kolonien deuten teilweise auf die ehemaligen Besitzer Degenhof, Familie Degen oder auf frühere Nutzungen Heideschlösschen war ein Restaurant auf der Kolonie Pferdemarkt war tatsächlich einen Pferdemarkt und auf der Kolonie Olympia gab es eine Radrennbahn, die hier um 1900 gebaut wurde, und zwar für die Olympischen Spiele, die 1916 in Berlin geplant waren und wegen des Ersten Weltkrieges jedoch ausfielen. Die Rennbahn wurde im Zweiten Weltkrieg durch ein abgestürztes Flugzeug teilweise zerstört und in den 50er Jahren abgetragen.

Justizvollzugsanstalt Plötzensee
Das Strafgefängnis Plötzensee wurde 1868-79 als Gefängnis vor den Toren Berlins erbaut. Auf 25 Hektar entstand ein Gebäudekomplex mit vielen Freiflächen für 1.200 Gefangene. Es ist eine der frühesten Berliner Gefängnisanlagen mit lockerer Bebauung: Torhaus, Gefängnistrakte, Beamtenwohnhäuser, Küchenbauten, Kessel- und Maschinenhausund einer Anstaltskirche im oberen Stock des Hauptgebäudes gehören dazu. Ein jüdischer Tempel wurde 1939 abgerissen. Teile des Gebäudekomplexes wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.
1945 bestimmen die Alliierten, dass Plötzensee künftig als Jugendgefängnis fungieren soll. Der große Zellenbau wird nicht wieder aufgebaut, das Haus III abgerissen. Stattdessen entstehen Neubauten für jugendliche Strafgefangene. In Plötzensee befindet sich auch weiterhin ein Haftkrankenhaus.

Gedenkstätte Plötzensee

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Gedenkstätte Plötzensee (21. 9. 2008)
Bild: Jutta Sperling

1951 beschließt der Senat von Berlin, in Plötzensee eine Gedenkstätte einzurichten. Mit der Gestaltung wird der Architekt Bruno Grimmek betraut. Teile des Hinrichtungsschuppens werden abgerissen, davor wird eine Gedenkwand errichtet. Der Grundstein für die Gedenkstätte wird am 9. September 1951 gelegt; die feierliche Einweihung erfolgt am 14. September 1952. Seither befindet sich hier ein Ort der Erinnerung und des stillen Gedenkens an alle Opfer der nationalsozialistischen Diktatur.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme verschärften sich die Haftbedingungen im Gefängnis Plötzensee. Ziele des Strafvollzuges sind nun Vergeltung, Abschreckung und Ausmerzung angeblich „Minderwertiger“. Nach 1939 war auch eine große Gruppe der Inhaftierten Ausländer, die als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt wurden. Die meisten Hinrichtungen gab es 1942 mit 535, 1943 mit 1.180 und 1944 mit 534. Auch in den letzten Wochen des Krieges 1945 wurden noch 132 Menschen hingerichtet, die letzten am 15. April 1945. Insgesamt wurdezwischen 1933 und 1945 2.891 Menschen hingerichtet. Am 25. April 1945 wurde Plötzensee durch die Rote Armee befreit.

Von den etwa 2.500, die hier durch Fallbeil oder Strick hingerichteten Männer, Frauen und Jugendlichen waren viele Widerstandskämpfer – u.a. die am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 Beteiligten. Die ehemalige Hinrichtungsstätte wird heute als Gedenk- und Dokumentationsraum genutzt, im letzteren gibt es u.a. eine Ausstellung von Originalakten des Volksgerichtshofes. Nach dem ersten 1934 hier hingerichteten politischen Gefangenen, dem Kommunisten Richard Hüttig, wurde die Zugangsstraße benannt.

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Abfahrt von der Gedenkstätte Plötzensee (21. 9. 2008)
Bild: Jutta Sperling

Ehemalige Speerplatte
1878 hatte der bekannteste Berliner Eisproduzent Carl Thater das Gelände am Friedrich Ollbricht Damm hier hinter der Freifläche gekauft und seine Eiswerke zur Produktion von Natureis errichtet. Zur damaligen Zeit gab es ja noch keine Kühlschränke. In den 30er Jahren musste die Familie ihre Grundstücke an das Deutsche Reich verkaufen, 1939 wurden die Eisteiche verfüllt. Hier entstand die sogenannte Speerplatte. 1940 ließ Albert Speer dort eine riesige Betonplatte bauen, die dem Fuhrpark der Organisation Todt als Abstellfläche diente. Auch einige Kasernen wurden errichtet.

Nach dem Krieg wurde das Gelände bis auf das Kommandeursgebäude abgeräumt und seit 1955 als Kohlelager genutzt. Seit dem Chrustschow-Ultimatum von 1958 wurde hier eine Senatsreserve von 200.000 Tonnen Kohlen gelagert. Im Kommandeursgebäude wurde provisorisch eine Grundschule für die Kinder aus Charlottenburg-Nord untergebracht, die so genannte Bunkerschule. In der Schulverwaltung sprach man damals vom “Sibirien Charlottenburgs”, wenn von der Schule und dem umliegenden Gelände die Rede war. Mit dem 1965 eröffneten Neubau der Helmuth-James-von-Moltke-Schule hatte dieses Provisorium ein Ende. Heute befinden sich auf dem Gelände Baumärkte, Gewerbehöfe und Bürobauten.

An der Kreuzung Kurt-Schumacher-Damm müssen wir die über die Fußgängerampel auf die andere Fahrbahnseite wechseln.
Weiter zum Eingang Jungfernheide

Eingang Volkspark Jungfernheide

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Im Jungfernheidepark (21. 9. 2008)
Bild: Jutta Sperling

Die Jungfernheide als östlich von Spandau gelegenes Wald- und Heidegebiet erhielt ihren Namen nach den ‘Jungfern’ des Spandauer Nonnenklosters. Bis um 1800 befand sich hier ein kurfürstliches bzw. königliches Jagdrevier; ab 1824 wurde ein Teil der Jungfernheide als Exerzier- und Schießplatz genutzt.
1904 kaufte die Stadt Charlottenburg Teile der Jungfernheide für die Anlage eines großen städtischen Parks. Der Beginn der Bauarbeiten wurde wegen der hohen Kosten immer wieder hinausgezögert.

1920 – 1926 wurde dann auf 112ha der Jungfernheidepark nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth als angelegter Landschaftspark gestaltet (1800 m lang, 800 m breit). Die Garten- und Hochbauverwaltung führte die Arbeiten hauptsächlich mit Arbeitslosen im Notstandsprogramm durch.
Am 27.5. 1923 wurde der Park und die Badeanlagen zu den Spiel- und Sportwochen im Bezirk eröffnet. Auch schon damals konnten aus Geldmangel nicht alle Pläne realisiert werden.

Erwin Barth war von 1912 bis 1926 Gartendirektor von Charlottenburg und anschließend von Groß-Berlin. Wir haben ihm großartige Platz- und Parkanlagen zu verdanken, darunter den Savignyplatz, Brixplatz, Hochmeisterplatz, Klausenerplatz, Mierendorffplatz, Lietzenseepark und eben den Volkspark Jungfernheide. Sein Credo lautete: “Wenn irgendwo eine reiche Ausstattung der Plätze mit verschwenderischer Blumenfülle, mit Brunnen und dergleichen angebracht ist, so ist es da, wo Leute wohnen, die sich keine eigenen Gärten leisten können.”

Der Park und einzelne Baulichkeiten wurden im Zweiten Weltkrieg sehr beschädigt. Zwei Häuser am Eingang wurden zerstört. Durch den Ausbau der Autobahn wurden östliche Teile des Parks und der Haupteingang zerstört. Ersatzweise wurden Mitte der 80er Jahre nach historischem Vorbild neue Eingänge am Heckerdamm und an der Westseite des Parks (Jungfernheideweg) geschaffen. Statt des südöstlichen ehemaligen Haupteinganges wurde hier neben der Stadtautobahn ein kleiner Platz mit offenen Pavillons für BVG-Wartegäste als neuer Eingangsbereich für den Park errichtet.

Jungfernheideteich

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Gruppenfoto am Jungfernheideteich (21. 9. 2008)
Bild: Jutta Sperling

Der Jungfernheideteich hat eine Größe von 63.702m² und ist damit nach Grunewaldsee und Hundekehlesee der drittgrößte See im Bezirk. Er hat ein Volumen von ca. 120.000m³, eine maximale Tiefe von 4m und eine mittlere Tiefe von nur 1,84m Der Teich erhält im westlichen Teil über den Nonnengrabenkanal ständig frischen Zufluss aus dem Spandauer Schifffahrtskanal und zusätzlich Grundwasser aus 2 Pumpen. Er gibt sein Wasser an die tiefer gelegene Spree ab. Das Becken wurde künstlich geschaffen, der westliche Teil dient als Freibad, der für den östlichen Bereich gilt ein Badeverbot, da hier die Wasserqualität nicht immer der geforderten Norm entspricht.
Nördlich des Teichs befinden sich ein Sportplatz und die bezirkliche Baumschule. Die Baumschule war von Beginn an als Teil der Parkanlage geplant. Sie wir noch heute als Vorhaltebetrieb für Pflanzen, Ausbildungsstätte und als Fläche zur Kompostierung genutzt.
Der 38m hohe Wasserturm an dem wir vorher vorbei gefahren sind ist ein expressionistischer Klinkerbau. Er wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und in den 80er Jahren wieder restauriert. Früher befand sich darin unten eine Gaststätte.
Südlich des Wasserturmes ist geplant einen Kletterpark zu errichten. Hierbei sollen in einem beschränkten Bereich Hängebrücken und Hangelstrecken zwischen den Bäumen installiert werden. Eventuell findet sich dann auch wieder ein Betreiber für ein Cafe am Wasserturm

Östlich vom Wasserturm gibt es zwei Wildgehege die durch den Bezirk erhalten werden, dass eine für Wildschweine, dass andere für Dammwild. Das ehemalige Wildschweingehege, ein etwa 3500 m² großes eingezäuntes Areal südlich des Wasserturmes, wurde zum Hundeauslaufgebiet erklärt. Außerhalb des Areals besteht Leinenzwang für Hunde.

Erhalten ist ferner das Naturtheater, das Platz für 2000 Zuschauer hat (1923-25 von Barth nach dem antiken Vorbild in Ephesos) Kassengebäude und Umkleideräume des Freilichttheaters wurden 1951 errichtet. 1985 wurde das Theater zu Ehren des ersten Berliner Oberbürgermeisters, der die Realisierung des Parks möglich gemacht hatte, in “Gustav-Böß-Freilichtbühne” benannt. Seit Mai 2004 bietet die Scampi & Steak Company im “Kulturbiergarten Jungfernheide” an der Gustav-Böß-Bühne sowohl den klassischen Biergarten mit Fassbier, Weisse mit Schuss oder Milchkaffee, als auch Unterhaltung auf der Freilichtbühne von Klassik über Jazz bis hin zu Tanz und Theater an.

Der Bau- und Abenteuerspielplatz wurde 1956 fertiggestellt und enthält u.a. eine Liegehalle für körperbehinderte Kinder. Er wird noch heute für „Kinder, Luft und Sonne“ Freizeiten genutzt, die das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit den Jugendclubring anbietet.

Schräg gegenüber gab es einen Pavillon, der 2006 einem Brand zum Opfer fiel. Er wird jetzt wieder aufgebaut mit den Bauarbeiten soll noch im September begonnen werden.

Siedlung Siemensstadt
Die Großsiedlung Siemensstadt wurde 1929-31 unter der Gesamtplanung von Hans Scharoun errichtetet. Der Charlottenburger Teil gilt als beispielhaft für den fortschrittlichen Wohnungsbau der 20er Jahre mit ihren aufgelockerten, von Freiräumen und Grünstreifen umgeben, meist fünfstöckigen Wohnzeilen. Mittelpunkt der Siedlung im Charlottenburger Teil ist der Goebelplatz. Die Straßen wurden hier nach Technikern, Erfindern und Physikern benannt, auf deren Entdeckungen der Erfolg der Firma Siemens beruhte.
Von 1956 bis 1961 entstand die Erweiterung der Siedlung Siemensstadt hier im westlichen Teil Charlottenburg-Nords mit annähernd 4000 Wohnungen für 12.000 Menschen.
Die Großsiedlung Siemensstadt gehört heute zu den bekanntesten Siedlungen der Weimarer Republik. Trotz der Namensgebung war der Siemenskonzern nicht an Planung und Finanzierung beteiligt, die Siedlung ist kein Werkwohnungsbau.
Das Bestreben, “Licht, Luft und Sonne” für alle Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, sollte die Siedlung im damals noch wenig erprobten Zeilenbau errichtet werden. Um eine optimale Besonnung der Wohnungen zu erzielen, lagen die Wohnblöcke in strenger Nord-Süd-Richtung parallel zueinander, die Schlafräume nach Osten, die Wohnzimmer nach Westen orientiert. Die Hausreihen standen bevorzugt senkrecht zur Straße und waren über schmale Wohnwege zu erreichen. Dadurch konnte alte Bäume erhalten, größere Gartenanlagenverwirklicht und die Straßenbaukosten auf ein Minimum reduziert werden.

Goebelplatz
Der Goebelplatz ist Mittelpunkt des Charlottenburger Teils der Großsiedlung Siemensstadt. Die Häuser ringsum stammen von bekannten Architekten der Weimarer Republik wie Walter Gropius, Otto Bartning, Hugo Häring und Rudolf Henning.
Der Goebelplatz wurde 1930 benannt nach dem Uhrmacher und Erfinder Henry Goebel.
Er hieß eigentlich Johann Heinrich Christoph Göbel, wurde1818 in Springe geboren und wanderte 1848 nach Amerika aus. 1893 starb er in New York. Er gilt als Erfinder der Glühlampe, die Thomas Alva Edison seit 1879 technisch auswertete und industriell produzierte.
Von der nationalsozialistischen Propaganda wurde die moderne Architektur, wie die Siedlung Siemensstadt mit ihrem Zeilenbau und den flachen Dächern, abgelehnt, ihre Architekten verunglimpft, mit Bauverbot belegt oder wie Walter Gropius und Fred Forbat in die Emigration getrieben. Allerdings war der Umgang mit Siemensstadt zunächst widersprüchlich: Erst wenige Jahre alt, verbot sich ein sofortiger Abriss der Siedlung. Auch bauliche Veränderungen wurden nicht vorgenommen, man versuchte lediglich mit schnell wachsenden Pyramidenpappeln die Bauten im Stadtbild unsichtbar zu machen.
Fred Forbat hatte östlich der Siedlung hier am Goebelplatz eine umfangreiche Erweiterung mit einem Einkaufszentrum geplant, die nun nicht mehr ausgeführt werden konnte.
Seit Juli 2008 ist die Siedlung Siemensstadt neben fünf anderen Wohnsiedlungen in Berlin in das UNSECO Weltkulturerbe als typische Vertreter des modernen Sielungsbau der zwanziger Jahre aufgenommen.
Die GSW hat gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt 2004 zum 75. Geburtstag der Siedlung Siemensstadt zehn Wegweiser mit vielen Informationen zu den Gebäuden und ihren Architekten aufgestellt. Man kann so weitere interessante Informationen bei einem Stadtspaziergang erhalten.

Halemweg / Ecke Toeplerstraße
Die Kirche wurde 1962-64 von der evangelischen Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord nach Plänen von Hans Rudolf Plarre neben einem bereits 1958/59 von Werner Harting errichteten Gemeindehaus erbaut.
1964 wurde zwischen Kirche und Gemeindehaus das Mahnmal zum Gedenken an Schreckensorte der menschlichen Geschichte von Florian Breuer eingeweiht.
Gegenüber der Kirche befinden sich eine Reihe von Bildungseinrichtungen des Bezirks: Die Anna-Freud-Oberschule am Halemweg 22 wurde 1977 gegründet. Sie ist eine staatliche Fachschule für Sozialwesen mit gymnasialer Oberstufe. Im Gebäude der Anna-Freud-Oberschule befindet sich auch die Stadtbibliothek Halemweg. Am Halemweg 24 wurde 1973 die Poelchau-Gesamtschule eröffnet. Sie ist Berlins vierte Sportoberschule mit gymnasialer Oberstufe.
Die Dächer der Schulen sind in die so genannte Solarbörse eingebracht worden und es wird dort eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtkapazität von 156 KW installiert.

Außerdem gibt es hier noch eine Stadtbibliothek und den Jugendclub Halemweg.
ENDE