Stolperstein Dernburgstraße 57 (früher Gustloffstraße 25)

Link zu: Hauseingang Dernburgstr. 57
Hauseingang Dernburgstr. 57
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

Der Stolperstein für Max Zucker wurde am 28.06.2011 verlegt.
Der Stolperstein für Arthur Wolff wurde am 16.4.2013 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Max Zucker
Stolperstein für Max Zucker
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
MAX ZUCKER
JG.1871
FLUCHT 1933
UDSSR
NKWD-HAFT 1937
AUSLIEFERUNG 1939
AN GESTAPO
ERMORDET 23.10.1941
GHETTO WARSCHAU

Max Zucker wurde zu Weihnachten am 24. Dezember 1871 in Breslau (Schlesien) geboren. Er war von Beruf Kaufmann und wohnte zunächst in Breslau, zuletzt in Berlin in der Charlottenburger Gustloffstraße 25, die jetzt Dernburgstraße heißt, auch die Hausnummern wurden geändert. Schon 1933 flüchtete er mit seiner nichtjüdischen Ehefrau Martha Luise, geb. Kuhlmeyer, zu seinem Sohn, der in der UdSSR lebte. Max Zucker nahm an, er wäre dort geschützt.

1937 wurden Max Zucker und sein Sohn jedoch bei einer Stalinschen „Säuberungsaktion“, die sich auch gegen Ausländer deutscher Herkunft und gegen Politemigranten aus Deutschland richtete, verhaftet und vom Moskauer Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (NKWD) als „Feinde der Sowjetmacht“ wegen angeblicher Spionage oder Diversion eingesperrt, im Dezember 1939 nach dem „Hitler-Stalin-Pakt“ an Hitlers Polizei Gestapo ausgeliefert und 1940/41 von dieser in das Warschauer Ghetto verschleppt.
Am 23. Oktober 1941 wurde Max Zucker im Warschauer Ghetto von SS-Angehörigen zu Tode geprügelt.

Biografische Zusammenstellung: Wolfgang Knoll

Link zu: Stolperstein Arthur Wolff, April 2013
Stolperstein Arthur Wolff, April 2013
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
ARTHUR WOLFF
JG. 1883
DEPORTIERT 14.11.1941
MINSK
ERMORDET

Arthur Wolff war eins von acht Kindern von Salomon und Rosalie Wolff geb. Biram. Er wurde am 19. August 1883 in Löbau (Sachsen) geboren. Unter seinen Geschwistern waren Gertrud Pauli geb. Wolff (1889-1944), für die ein Stolperstein an der Gerolsteiner Straße 3 verlegt worden ist sowie Natalie Breslauer geb. Wolff gesch. Josephson (1875-1941), die nach Riga deportiert wurde und für die ein Stolperstein an der Georg-Wilhelm-Straße 5 verlegt worden ist. Ein Sohn aus der ersten Ehe, der überlebte, war Kurt Josephson. Ein weiterer Bruder war Max Wolff (1877-1943), der mit Adele Wolff geb. Cohn (1870-1942) verheiratet war. Beide, die in der Hohenstaufenstraße 56 lebten, wurden am 21. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und kurz danach dort ermordet.

In Berlin wohnte Arthur Wolff, der nach seiner Scheidung von einer Nichtjüdin, mit der er zwei Töchter hatte, nicht wieder heiratete, in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre an der Gustloffstraße 57 (jetzt: Dernburgstraße) in Charlottenburg. Im Adressbuch ließ er sich als Kaufmann eintragen.
Deportiert wurde er am 14. November 1941 vom Bahnhof Grunewald in einem Massentransport mit etwa tausend Menschen, die durchweg Juden waren, nach Minsk. Dort ist er umgebracht worden. Seine Töchter, die überlebten, haben darüber nie gesprochen.

Der Neffe Kurt Josephson hat 1956 bei der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ein Gedenkblatt für Arthur Wolff ausgeschrieben.

Text: Wolfgang Rademacher, Helmut Lölhöffel.