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Stolpersteine Eisenzahnstraße 4

Hauseingang Eisenzahnstraße 4
Hauseingang Eisenzahnstraße 4
Bild: Stolperstein-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf/ Hr. Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 7. Oktober 2020 verlegt .

Bildvergrößerung: Stolperstein Mathel Theresia
Stolperstein Mathel Theresia
Bild: Stolperstein-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf/ Hr. Hupka

HIER WOHNTE
MATHEL THERESIA
LÜBKER
GEB. STERN
JG. 1897
DEPORTIERT 4.8.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Mathel Theresia Lübker wurde am 13. Februar 1897 als Tochter der Eheleute Samuel und Johanna Stern geboren.

Über Frau Lübker gibt es nur rudimentäre Informationen.

Sie hatte zwei Geschwister, ihren Bruder Hugo Stern und ihre Schwester Charlotte Stern.
Charlotte heiratete einen Herrn Freier. Hierzu gibt es keine näheren Informationen.

Der Bruder Hugo Stern war ledig und wurde nach Theresienstadt verschleppt.
Der Verbleib der Schwester ist nach ihrer gescheiterten Flucht unklar. Entweder wurde sie in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz verbracht oder im Konzentrationslager Oranienburg hingerichtet.

Ihr Vater Samuel Stern war Kaffeehaus Besitzer. Er wurde 1942/43 von der Gestapo verschleppt. Ihre Mutter ist, als Mathel 6 Jahre alt war, verstorben.

Mathel Theresia heiratet am 19.September 1922 Herrn Theodor Wilhelm Ewald Lübker. Herr Lübker ist am 28. August 1896 in Bielefeld geboren. Aus der Ehe ging am 03.März 1926 der Sohn Wolfgang hervor.
Die Ehe wurde am 02.03.1939 geschieden. Ewald Lübker heiratete im selben Jahr ein zweites Mal.

Wann genau sie in der Eisenzahnstr. 4 wohnte ist unklar. Eine Quelle gab an das Sie bei Frau Eisenstaedt gewohnt habe. Die Daten aus dem Bundesarchiv der Volkszählung 1939 (Residenten Liste) vom 19.Februar 1941 belegt dies.

Am 04. August 1943 wurde Frau Mathel Lübker in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert. Der Todestag ist unbekannt.

Recherche/Text: Wilfried Reul

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Stolperstein Klara Kaile
Bild: Stolperstein-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf/ Hr. Hupka

HIER WOHNTE
KLARA KAILE
EISENSTAEDT
GEB. FERNBACH
JG. 1875
DEPORTIERT 27.11.1941
RIGA
MASSENERSCHIEßUNG
30.11.1941
RIGA-RUMBULA

Klara Eisenstaedt, geb. Fernbach wurde am 20.August 1875 in Koschminek, dem heutigen Kozminek geboren.

Sie heiratete am 15. Juni 1899 den Kaufmann Ismar Eisenstaedt, geboren am 15. Mai 1868. Aus dieser Beziehung ging die Tochter Edith, geboren am 27.Mai 1904 hervor.
Drei weitere Kinder waren zuvor im Säuglingsalter gestorben.
Jacob Werner, geboren am 25. August 1900 starb nach 10 Wochen, Beatrice wurde am 26. Oktober 1901 geboren und wurde nur 8 Monate alt und Manfried starb 4 Tage nach seiner Geburt am 21. April 1903.

Klara Eisenstaedt war Schneiderin. Es gibt Hinweise, dass sie als Heimarbeiterin ihren Unterhalt verdient hat. Über das Familienleben gibt es keine gesicherte Erkenntnis.

Die Familie lebte zunächst gemeinsam in der Innsbrucker Straße 25 in Berlin. Frau Klara Eisenstaedt hatte den Mietvertrag für die Wohnung Eisenzahnstraße 4 alleine unterschrieben. Heute können wir davon ausgehen, dass sie dort ohne ihren Mann gewohnt hat. Vermutlich hatten sich die Eheleute getrennt, denn Ismar Eisenstaedt war am 30. Juli 1939 in seiner Wohnung in der Fehrbelliner Straße 33 tot aufgefunden worden.

Die Tochter Edith lebt mittlerweile in Australien und heißt Frau Meyer.

Laut Volkszählung vom 17. Mai 1939 und Berliner Adressbuch lebte Frau Eisenstaedt von 1936 bis 1943 in der Eisenzahnstraße 4.

Am 27.November 1941 wurde Klara Eisenstaedt mit dem 7. Transport nach Riga deportiert.
Die Waggons transportierten 1053 Menschen, darunter 89 Kinder. Der Transport kam am 30.November 1941 in Riga an und Frau Klara Eisenstaedt starb noch am selben Tag.

Recherche/ Text: Wilfried Reul

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Stolperstein Anna Stoessel
Bild: Stolperstein-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf/ Hr. Hupka

HIER WOHNTE
ANNA STOESSEL
GEB. VICTOR
VERW. HAMBURGER
JG. 1869
GEDEMÜTIGT/ ENTRECHTET
FLUCHT IN DEN TOD
21.9.1942

Anna Stoessel geboren Victor wurde am 12. Januar 1869 in Posen, dem heutigen Poznań, als Tochter von Vater Moritz Victor und der Mutter Leonore Victor geboren.

Frau Anna Victor hatte einen Herrn Hamburger geheiratet. Genaue Daten hierüber liegen nicht vor. Nach dessen Tod zog sie als Witwe nach Berlin.
Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Emilie Ellen Hamburger wurde am 20. August1902 in Posen dem heutigen Poznań geboren. Sie heiratete am 14. Mai 1923 den Kaufmann Walter Berliner, geb. 9. Januar 1889. Damals studierte sie Musik. Die Ehe wurde noch in den 20er Jahren geschieden, 1928 heiratete Walter Berliner ein zweites Mal. Ihre Schwester Marion Victoria wurde am 23.April 1905 ebenfalls in Posen (Poznań) geboren. Beide trugen den Familienname Hamburger.

Nach ihrer Eheschließung mit dem Doktor der Philosophie und Direktor Alfred Stoessel am 14. Mai 1918 lebte die Familie gemeinsam in der Eisenzahnstr. 4 in einer geräumigen 6 – Zimmerwohnung.

Emilie Ellen geb. Hamburger zog 1939 aus der elterlichen Wohnung aus und heiratet im April 1941 Dr. Walter Kristeller. Nach der Eheschließung wohnten beide in der Mommsenstr. 60 und wurden am 29.November 1942 nach Ausschwitz deportiert und wurden 1943 im Konzentrationslager ermordet.

Die Schwester Marion Victoria Hamburger heirate Herrn Trautner. Sie überlebte den Krieg, zog danach in die Schweiz und später in die USA. Weitere genauere Daten sind nicht bekannt. Sie hieß zuletzt Marion Victoria Kaiser.

Anna Stoessel musste am 23.Mai 1941 aus ihrer Wohnung in der Eisenzahnstr. 4 zwangsweise ausziehen. Sie wurde in ein Haus in der Waitzstr. 7, wo viele andere Verfolgte des Nazi Regimes untergebracht wurden, einquartiert.
Sie nahm sich am 21.September 1942 durch eine Überdosis Schlafmittel das Leben.

Recherche/Text: Wilfried Reul