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Katholischer Friedhof Charlottenburg bei Staaken

Katholischer Friedhof Charlottenburg bei Staaken (aufgelassen)

Bis 1904 Beisetzung der Toten der katholischen Gemeinde Herz-Jesu auf den evangelischen Luisenfriedhöfen. 1908 Einweihung des an der Hamburger Chaussee in Staaken, an der Peripherie des späteren Groß-Berlins, gelegenen Friedhofes. Anlage gemäß dem traditionellen Rechteckschema; eine Kapelle am Ende der Hauptachse wurde Ende der 1920er Jahre durch einen Neubau ersetzt. 1925 Verwaltungsgebäude, vermutlich von Max Warnatsch.

Während der NS-Diktatur wurden hier 430 Kriegsgefangene, Verschleppte und Zwangsarbeiter (vor allem aus Frankreich, Niederlanden, Belgien, Sowjetunion, Tschechoslowakei und Polen) beerdigt. Nach Kriegsende Überführung des Großteils der Toten in ihre Heimat oder Umbettung von dem nun in der SBZ gelegenen Friedhof auf denjenigen in Frohnau im französischen Sektor.

Bis in die 50er Jahre Begräbnisstätte sämtlicher katholischer Gemeinden Charlottenburgs. Später Auflassung des Friedhofes; völlige Zerstörung der Anlage und der Gebäude zunächst durch Krieg, später durch Vandalismus; DDR-Grenztruppen nutzten die Hauptwege als befahrbare Durchgangswege, eine volkseigene Hühnerfarm das südliche Erweiterungsgelände des Friedhofes.

Heute erinnert ein weithin sichtbares Holzkreuz auf der Hauptachse an die ehemalige Begräbnisstätte.