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Thema des Monats Februar 2016

Städtebaulicher Wettbewerb für den Henriettenplatz?

Der Platz wurde 1892 benannt nach der Gemahlin des Großen Kurfürsten, Louise Henriette von Oranien-Nassau. Bei der Neugestaltung des Platzes 1987 im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs wurde nördlich des Kurfürstendammes eine Gedenkstele mit ihrem Relief und dem des Großen Kurfürsten und ein Bronzeobelisk von Heinz Mack aufgestellt. Auf der südlichen Platzseite wurden die Brunnenskulptur ‘Medusenhaupt’ von Anne und Patrick Poirier und die Säulenkolonnaden von Heinz Mack errichtet. Die BVV hat mit Beschluss vom 19. November 2015 das Bezirksamt gebeten, vor der weiteren Bebauung des ehemaligen Bahngeländes in der Seesener Straße eine Einwohnerversammlung durchzuführen, zu der Bezirksstadtrat Marc Schulte am 12. Januar eingeladen hat. Der Eigentümer hat an der Veranstaltung teilgenommen und die Pläne und mögliche Alternativen vorgestellt. Zudem wurden erste Ergebnisse aus dem vom Bezirksamt beauftragten Umwelt- und Verkehrsgutachten vorgestellt.

CDU-Fraktion

Auf der Einwohnerversammlung am 12. Januar zur Seesener Strasse hat der Investor zugesagt, im Falle einer Bebauung des Geländes an der S-Bahn im westlichen Teil des Henriettenplatzes einem landschaftsplanerischen Wettbewerb aufgeschlossen gegenüberzustehen. Die CDU-Fraktion begrüßt die Bereitschaft des Investors, gemeinsam mit dem Bezirk auch für eine mögliche Umgestaltung des Henriettenplatzes Verantwortung zu übernehmen und dafür auch finanzielle Mittel bereit zu stellen. Der Henriettenplatz kann eine Aufwertung in der Platzgestaltung gut vertragen. Er bildet das Eingangstor zum Kurfürstendamm und die City-West und sollte bei allem, was ansonsten im Umfeld passiert, erst recht nicht vergessen sondern attraktiv für die Zukunft gestaltet werden. Eine gute Aufenthaltsqualität kommt allen Nutzern zugute und belebt den Platz.
Arne Herz

SPD-Fraktion

Die Bebauung entlang der nördlichen Seesener Straße bis hin zum Kurfürstendamm wurde am 12. Januar in einer Einwohnerversammlung vorgestellt. Die Bebauung orientiert sich an dem vor Ort bestehendem Baurecht und schafft dringend erforderlichen Wohnraum. Wir fordern vom Investor Leistungen ein, die der Allgemeinheit zugutekommen. Uns ist es wichtig, dass der Platz umgestaltet und die Anwohnerinnen und Anwohner bei der Gestaltung beteiligt werden. Uns ist es gelungen, dass der Investor die Kosten für die Umgestaltung übernimmt und es hierfür einen landschaftsplanerischen Wettbewerb gibt. Auch soll die verkehrliche Situation sinnvoll geregelt werden. Dies sind Punkte, die in der Einwohnerversammlung angesprochen wurden und den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind und diese Punkte werden wir auch als SPD-Fraktion vertreten.
Heike Schmitt-Schmelz

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die Genehmigung eines 200 m langen, gleichförmigen 7-geschossigen Bauriegels mit 217 Wohnungen in der Seesener Straße erzeugt seit 2014 bei den Anwohnern großen Unmut. Aus der Sicht der BVV sollte solch ein Bau nicht wieder entstehen. Die Grünen waren vehement dafür, dass, wie jetzt vorgesehen, ein neuer Baukörper deutliche Vor- und Rücksprünge erhält. Für die Baukörperfiguration am Henriettenplatz, auf der Südseite des Kurfürstendamms, wurde jedoch noch keine befriedigende Lösung gefunden. Hier wird eine Bebauung zu einer neuen Platzbildung führen. Sie ist nicht nur für AnwohnerInnen, sondern in ihrer städtebaulichen Ausformung am Ende des Ku´dammms, kurz vor der Zäsur des S-Bahngrabens mit dem Bahnhof Halensee, von gesamtstädtischer Bedeutung.
Die Grünen halten es für unabdingbar, dass mit einem konkurrierenden Verfahren unter ca. fünf Architekten nach einer für das städtebauliche Umfeld adäquaten Lösung gesucht wird.
Dr. Volker Heise

Piraten-Fraktion

Durch das Bauvorhaben “Seesener Straße (Nord)” mit dem geplanten “Hochhaus” am Henriettenplatz ergibt sich die Möglichkeit, den Henriettenplatz insgesamt neu zu gestalten. Der Investor ist bereit, einen Teil des ihm gehörenden Grundstückes am Rand des Henriettenplatzes an das Land Berlin abzugeben. Dadurch kann eine Neugestaltung vorgenommen werden. Hierfür ist ein städtebaulicher Wettbewerb – unter Einbeziehung auch des geplanten “Hochhauses” und des S-Bahn-Zugangs – ein Weg, ein geschlossenes, modernes Platzbild mit hoher Aufenthaltsqualität zu erreichen. Die PIRATEN befürworten daher einen
solchen Wettbewerb.
Siegfried Schlosser

Die Linke

Ob neue Gebäude auch für alle Menschen nutzbar sein können, wird viel zu selten beachtet, aber auch nicht immer auf die Umgebung des neuen Bauvorhabens geschaut. Für viele Investoren zählt nur der erwartete Gewinn und in der Vergangenheit wurde zwischen den Häusern oft mehr Rücksicht auf Autos als auf Menschen genommen. Wenn aber nun ausnahmsweise wie am Henriettenplatz ein Gelände in öffentliche Hand kommen kann, bietet sich die Chance, einen nicht allzu attraktiven Platz für die Nachbarschaft umzugestalten. Das sollte nicht versäumt werden. Ein gelungener, zeitgemäßer Entwurf, bei dessen Auswahl auch Anwohnerinnen und Anwohner unbedingt einbezogen werden sollten, verschönert nicht nur diese Stelle unseres Bezirks, sondern wird anschließend gerne akzeptiert und pfleglich genutzt.
Marlene Cieschinger