Drucksache - 1255/XX  

 
 
Betreff: Sportgeschichte festhalten - Aufarbeitung nationalsozialistischer Vergangenheit fördern
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:einzelne Bezirksverordnete, Fraktion Grüneeinzelne Bezirksverordnete, Fraktion Grüne
  Mroß, Jessica
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Entscheidung
19.06.2019 
32. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin überwiesen   
Ausschuss für Sport Mitberatung
13.08.2019 
29. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Sport      
10.09.2019 
30. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Sport      

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt ersucht, in Zusammenarbeit mit interessierten bezirklichen Sportvereinen, der Berliner Geschichtswerkstatt, den bezirklichen Archiven u. ä. eine Publikation zur NS-Sportgeschichte im Bezirk zu organisieren und finanzieren.

 

Hierzu wird das Bezirksamt ersucht, selbst an der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der bezirklichen Sportpolitik und der damaligen Sportanlagen im Bezirk, wie zum Beispiel dem Fritz-Werner-Bad, zu arbeiten oder interessierte und geeignete Bürger_innen oder Stellen dabei zu unterstützen und die Ergebnisse in die o. g. Publikation, die auch über politische und juristische Entwicklungen, Strukturen und Prozesse im Sport unter dem Nationalsozialismus aufklären soll, einfließen zu lassen.

 

Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, bei den bezirklichen Sportvereinen dafür zu werben, ihre Geschichte, insbesondere die vor und in der NS-Zeit, zu erkunden und aufzuarbeiten. Es soll dann die interessierten Sportvereine aktiv bei ihrer Aufarbeitung unterstützen und prüfen, welche finanziellen oder personellen Maßnahmen hierfür geeignet wären.

 

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich beim Senat für finanzielle Zuschüsse für eine solche Aufarbeitung einzusetzen.

 

Begründung:

Viele Sportvereine, die ihre Gründung vor der NS-Zeit feierten, haben bis heute keine aktive Aufarbeitung ihrer nationalsozialistischen Umtriebe und ihrer Strukturen der schrittweisen Ausgrenzung von Mitgliedern in der NS-Zeit vorgenommen. Manche würden das heute gerne tun, leisten ehrenamtlich aber bereits so Vieles für den Bezirk, dass weitere Aufgaben nicht übernehmbar sind, oder bräuchten historisch sensibilisierte Unterstützung.

 

Eine systematisierte Aufarbeitung der NS-Sportgeschichte würde einen wichtigen Beitrag zur bisher eher spärlichen Aufarbeitung des Berliner NS-Sportsystems leisten und gerade in der heutigen Zeit Menschen wieder für Ausgrenzungsprozesse sensibilisieren können.

 

 

 
 

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