Rede des Bezirksbürgermeisters Stephan von Dassel vor der Bezirksverordnetenversammlung anlässlich des Anschlags von Hanau

20.02.2020

Trauerbeflaggung vor dem Rathaus Tiergarten
Bild: Bezirksamt Mitte

Nach dem schrecklichen Anschlag in Hanau haben das Bezirksamt und die Bezirksverordneten Mitte bei Ihrer Versammlung am Donnerstagabend mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht.

Bezirksbürgermeisters Stephan von Dassel sprach dabei einleitende Worte:

„Die Bundeskanzlerin hat heute betont, dass alle staatlichen Institutionen für die Rechte und Würde eines jeden Menschen in unserem Land stehen. Wir unterscheiden Menschen nicht nach ihrer Herkunft oder Religion. Wir stellen uns denen mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen, die versuchen, in Deutschland zu spalten!
Rassismus ist ein Gift, Hass ist ein Gift. Und dieses Gift tötet Menschen. Dieses Gift tötet diejenigen, die es in sich tragen. Dieses Gift beschädigt uns alle. Es beschädigt unseren Umgang miteinander und auch das Vertrauen in unsere Gesellschaft und in die Garantien unseres Grundgesetzes insbesondere bei denjenigen, die durch rassistischen und religiösen Hass bedroht werden.
Der Bundespräsident hat heute nach dem Anschlag in Hanau erneut klargemacht, dass wir alle an der Seite jener Menschen stehen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Unsere klare Botschaft lautet: Sie sind nicht allein!
Auch wir wollen alles dafür tun, dass sich im Bezirk Mitte niemand allein gelassen fühlt. Jeder Mensch in unserem Bezirk ist ein wichtiger Teil in unserem Zusammenleben, und wir wollen und werden uns jeder Form von Ausgrenzung entgegenstellen.
Bundespräsident Wulff hat den Satz geprägt: Der Islam gehört zu Deutschland. Ich füge hinzu: Die Vielfalt gehört zu Deutschland und ganz besonders zu Berlin-Mitte! Sie ist ein Geschenk, das wir uns von keinem kranken Geist, keiner kranken Seele und keinen kranken Organisationen nehmen lassen wollen und nehmen lassen werden.
Lassen Sie uns jetzt derer Gedenken, die ermordet wurden, nur weil sie die Vielfalt unseres Landes verkörpert haben.“

Stephan von Dassel am 20.02.2020