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Bitte beachten Sie, dass das Gesundheitsamt in Bezug auf die Sars-CoV-2-Infektionsschutzverordnung keine Rechtsberatung vornimmt, sondern lediglich eine Beratung zu gesundheitsbezogenen Fragen.

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Informationen zur Fütterung von Wildtieren in Mitte

Warum Füttern schädlich ist

Rotfuchs
Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Verlust der natürlichen Distanz

Das Füttern bewirkt bei vielen Wildtieren, wie beispielsweise Füchsen oder Krähen, dass diese zu zutraulich werden, die natürliche Distanz zum Menschen verlieren und dadurch gefährlich werden können. Bei anderen Tieren wie Enten führt der Verlust der natürlichen Scheu dazu, dass sie selbst in Gefahr geraten, zum Beispiel auf der Straße oder durch Hunde.

Taube auf Steinen im Frühling
Bild: jordache/Depositphotos.com

Schäden und Verschmutzungen im Straßenland, auf privaten Grundstücken und in Grünanlagen

Liegenbleibende Lebensmittel und Futterreste ziehen Ratten und andere Schädlinge an, die sich in Folge des reichen Nahrungsangebots rasch vermehren und gefährliche Krankheitserreger übertragen können. Absackungen durch Rattenlöcher im Boden sind ein weiteres Problem in den Grün- und Erholungsanlagen.

Durch das Füttern der Stadttauben wird deren Vermehrung gefördert. An Orten, wo sich viele Tauben aufhalten, kommt es zu Belästigungen und Verschmutzungen. Durch die Tauben und ihren Kot übertragbare Krankheiten und Parasiten sind zwar selten, können aber bei engem Kontakt für Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich sein. Auch die Tauben selbst leiden unter der Überbevölkerung, die sich nach Ansicht von Fachleuten nur durch ein geringeres Futterangebot wirksam verkleinern lässt.

Eine durch das Füttern geförderte Überpopulation an Wasservögeln und die Trittbelastung durch die fütternden Personen zerstören vielerorts den Uferbewuchs und das Röhricht an den Gewässerrändern. Eine verstärkte Erosion ist hier die Folge.

Der Möwensee im Volkspark Rehberge
Möwensee im Volkspark Rehberge
Bild: BA Mitte

Ziel: Gewässerschutz

Die Seen, Teiche und Wasserbecken in den Grünanlagen des Bezirks Mitte sind für die Erholung der Bevölkerung, das Landschaftsbild sowie den Schutz von Natur und Umwelt von großer Bedeutung und daher besonders schutzbedürftig.

Durch das Füttern von Wasservögeln, Fischen und anderen Wildtieren werden die Gewässer beeinträchtigt und verschmutzt. Beispielsweise hat sich die Wasserqualität im Engelbecken über die letzten Jahre deutlich verschlechtert. Hier wurde wiederholt beobachtet, dass ganze Brote oder sogar Hundefutter an die Wasservögel verfüttert wurden.

15-Kilogramm-Hundefutterbeutel am Ufer des Engelbeckens, mit dem offenbar die Schwäne gefüttert wurden
Fütterung am Engelbecken
Bild: BA Mitte

Problem: Nährstoffeinträge

In den Gewässern kommt es zum einen durch organische Futterreste zur direkten Nährstoffanreicherung. Zum anderen führt das Füttern zu einem unnatürlich hohen Tierbesatz und damit vermehrtem Koteintrag. Die ständige Fütterung lockt immer mehr Enten, Schwäne, Blässrallen und andere Wasservögel zu den ohnehin oft übervölkerten Futterplätzen.

Die biologischen und chemischen Prozesse zur Zersetzung der zusätzlichen Nährstoffe verbrauchen den im Wasser gelösten Sauerstoff, der in kleinen Gewässern ohne Wasserbewegung nur begrenzt vorhanden ist. Es kommt zu Fäulnisprozessen, verstärkter Schlammanreicherung und Algenwachstum, bis hin zum „Umkippen“ des Gewässers und Absterben der darin lebenden Tiere und Pflanzen.

Die dadurch bedingte sichtbare Trübung der Gewässer und der unangenehme Geruch sind eine Belästigung für alle, die sich an den Gewässerufern erholen möchten.

Grafik, die die negativen Folgen der Nährstoffeinträge durch das Füttern von Wasservögeln für ein Gewässer zeigt
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte
zwei schwimmende Schwäne im Engelbecken
Schwäne im Engelbecken
Bild: BA Mitte

Schutz der Tiere vor Krankheiten

Nicht artgerechtes Futter schadet Wildtieren. Brot und Gebäck enthalten zu wenig Mineralien und Vitamine, dagegen Salz, Zucker, Hefe und viele Zusatzstoffe. Zudem quillt Brot im Magen der Tiere auf. Enten und Schwäne, die sich natürlicherweise von Schnecken, Würmern, Samen und Pflanzen ernähren, leiden durch die Fütterung an Übergewicht, Organverfettung und Mangelerscheinungen.

Im nährstoffreichen Schlamm kann es vor allem bei hohen Temperaturen zur Entwicklung von Botulismus-Bakterien kommen, die bei Sauerstoffmangel ein Nervengift produzieren. Wird dieses beim Gründeln von Wasservögeln aufgenommen, führt es zu Lähmungen der Atmung, der Bewegungsmuskulatur und des Herzens. Die Tiere ertrinken, weil sie nicht mehr in der Lage sind, den Kopf über Wasser zu halten.

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Private Vogelfütterung

Singdrossel mit Nistmaterial im Schnabel
Singdrossel
Bild: nickvorobey.com - depositphotos.com

Außerhalb des öffentlichen Raums – an einer geeigneten Futterstelle am Balkon oder im Garten – ist die Fütterung von Singvögeln mit artgerechtem Futter eine schöne Möglichkeit, die Tiere zu beobachten. Das Naturerlebnis macht Spaß, vermittelt Artenkenntnisse und kann bei Kindern und Jugendlichen Interesse für die heimische Vogelwelt wecken.

Jedoch muss man einschränkend darauf hinweisen, dass die Fütterung nur wenige Vogelarten (vor allem Meisen, Finken, Rotkehlchen und Amseln) erreicht, die zumeist nicht in ihrem Bestand gefährdet sind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden Futterstellen rund ums Haus kaum von gefährdeten Vogelarten aufgesucht. Einige Studien ergaben, dass fettreiches Zusatzfutter sich negativ auf den Fortpflanzungserfolg von Singvögeln auswirkt und dass es insbesondere an offenen Futterhäusern schnell zur Übertragung von Krankheiten kommen kann.

Daher ist es wichtig, die Futterstelle immer hygienisch und trocken zu halten.

Auf den Internetseiten des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) finden Sie hilfreiche Hinweise zum richtigen Füttern:

Der NABU weist darauf hin, dass für den Schutz einer artenreichen Vogelwelt vor allem die Erhaltung ihrer Habitate entscheidend ist. Wichtige Beiträge zum Vogel- und Artenschutz sind daher eine bunte und ökologische Gartengestaltung mit heimischen Gehölzen, Blumenwiesen und Totholzhaufen oder das Engagement für eine ökologisch orientierte Landwirtschaft.

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Andere Möglichkeiten zur Naturerfahrung

Tagpfauenauge auf Finger eines Kindes
Bild: Tainar - depositphotos.com

Um wildlebenden Tieren nahezukommen und vor allem Kinder an die Natur heranzuführen, gibt es auch andere Möglichkeiten als das Füttern.

So kann man zum Beispiel die Stadtnatur bei vielfältigen interessanten Exkursionen und Aktionen kennenlernen, die viele Naturschutzorganisationen und Bildungseinrichtungen das ganze Jahr über anbieten.

In Berlin bietet der Umweltkalender eine gute Übersicht zu Freizeit- und Bildungsangeboten aus dem Natur- und Umweltbereich, zum Beispiel Kräuterspaziergänge, Radtouren, Fledermausbeobachtungen und Vogelexkursionen.

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Füttern verboten!

Informationschild zum Fütterungsverbot im Bezirk Mitte, das erklärt, warum Wildtiere in einigen Grünanlagen nicht gefüttert werden dürfen
Informationsschild zum Fütterungsverbot
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte

Wegen der oben genannten Gründe ist in vier Grünanlagen im Bezirk Mitte auf Grundlage des Grünanlagengesetzes mit Beschluss des Bezirksamtes vom 21.01.2020 das Füttern wildlebender Tiere verboten.

Hierbei handelt es sich um folgende öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen:
  • Großer Tiergarten (Anlage 1)
  • Park am Plötzensee (Anlage 2)
  • Volkspark Rehberge (Anlage 3)
  • Luisenstädtischer Kanal – Engelbecken, Cafébereich und Rosengarten (zusammenhängend dargestellt in Anlage 4)

In den genannten Grünanlagen wird mit Informationsschildern (Download in Originalgröße siehe unten) über das Verbot aufgeklärt.

Bitte beachten Sie, dass Verstöße als Ordnungswidrigkeit nach § 7 Grünanlagengesetz verfolgt werden.

Informationsschild zum Fütterungsverbot im Bezirk Mitte

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