Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt

Luftbild nls teil 2

Das Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt ist Teil der historischen Luisenstadt, die sich einst vor den Festungswällen des mittelalterlichen Berlins entwickelte. Benannt nach Königin Luise von Preußen, war sie bis zum Zweiten Weltkrieg ein lebendiger Bestandteil des Berliner Zentrums.

Durch Kriegszerstörungen und den Bau der Berliner Mauer verlor die Nördliche Luisenstadt jedoch große Teile ihrer historischen Bausubstanz und geriet in eine innerstädtische Randlage. Seit dem Mauerfall 1989 knüpft die Luisenstadt wieder an ihre einstige Bedeutung an. Dennoch prägten im Jahr 2010 noch viele Brachflächen, Baulücken und leerstehende Gebäude das Gebiet, insbesondere an der Spree und an der Köpenicker Straße.

Um diese Situation gezielt zu verbessern, legte der Berliner Senat mit der 12. Rechtsverordnung vom 15. März 2011 Teile der Nördlichen Luisenstadt als Sanierungsgebiet förmlich fest. Seitdem werden über einen Zeitraum von 15 Jahren gezielt öffentliche und private Investitionen in der Nördlichen Luisenstadt gelenkt, um städtebauliche Defizite abzubauen. Rechtsgrundlage ist das Besondere Städtebaurecht des Baugesetzbuches (§§ 136-164b BauGB). Damit verbunden sind besondere Antrags- und Genehmigungspflichten für Bauvorhaben sowie die Möglichkeit, spezielle Planungs-, Steuerungs- und Finanzierungsinstrumente einzusetzen.

Koepenicker Str. 40-41

Köpenicker Straße 40-41

Sanierungsziele

Seit Beginn des Sanierungsverfahrens sind rund 90 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in die Nördliche Luisenstadt geflossen. Ziel ist eine behutsame Aufwertung des Quartiers sowie die Entwicklung und Öffnung des Spreeufers.

Michaelkirchstr. 22-23

Michaelkirchstraße 22-23

Wichtige Sanierungsziele sind:
  • Reparatur des fragmentierten Stadtraums
  • Inwertsetzung brachliegender Grundstücke
  • Stärkung der Nutzungsmischung
  • Qualifizierung des öffentlichen Raums
  • Erschließung des Spreeufers für die Öffentlichkeit
  • Anpassung der sozialen Infrastruktur an den Einwohnerzuwachs

Die Sanierungsziele wurden in den letzten Jahren im integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2021) sowie in Block- und Themenkonzepten konkretisiert. Der Rahmenplan fasst diese Schwerpunkte zusammen.

Rahmenplan 2022

Städtebaulicher Rahmenplan

Der Rahmenplan zeigt die geplante Gesamtentwicklung des Gebiets und dient als Richtschnur für die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen. Er enthält Aussagen zu Nutzungen, Neubauten, Erhalt oder Abriss von Gebäuden sowie zur Anlage von öffentlichen Grünflächen und sozialen Einrichtungen.

Im Unterschied zu anderen informellen Planungen hat der Rahmenplan im Sanierungsgebiet eine rechtliche Wirkung: Bau- oder Abbruchmaßnahmen müssen sich an den Zielen der Sanierung orientieren und sind genehmigungspflichtig (§ 144 BauGB).

Adalbertschule Hof

Hof der Grundschule Luisenstadt, Adalbertstraße 53

Maßnahmen und Projekte

Zahlreiche private und öffentliche Bauvorhaben wurden bereits umgesetzt. Der Fokus der öffentlichen Projekte liegt auf der Infrastruktur und dem öffentlichen Raum.

Spreeuferweg 03

Spreeuferweg

Dazu gehören:
  • Herstellung eines öffentlichen Spreeuferwegs (in Umsetzung)
  • Wiedererrichtung der Waisenbrücke
  • Neubau einer Grundschule in der Adalbertstraße 53 (abgeschlossen)
  • Sanierung und Erweiterung von Kinder- und Jugendeinrichtungen (auch im Umfeld) (abgeschlossen)
  • Umgestaltung und Verkehrsberuhigung in der Adalbert- und Michaelkirchstraße (in Umsetzung)

Ausgleichsbeträge und Aufhebung des Sanierungsgebiets

Mit Abschluss des Sanierungsverfahrens müssen Eigentümer:innen von Grundstücken und Wohnungen im Gebiet einen Ausgleichsbetrag nach § 154 BauGB zahlen. Dieser entspricht der Bodenwertsteigerung, die ein Grundstück durch die Sanierung erfahren hat. Die Bescheide über die Höhe des Betrags werden innerhalb von vier Jahren nach Aufhebung erlassen. Die Zahlung ist jeweils einen Monat nach Zustellung fällig. Die Aufhebung des Sanierungsgebiets Nördliche Luisenstadt ist voraussichtlich für Anfang 2027 vorgesehen.

Kontakte

Bezirksamt Mitte von Berlin
Stadtentwicklungsamt
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
www.berlin.de/ba-mitte

Sprechzeiten:
Di. 09:00-12:00 Uhr
Do. 15:00-18:00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

Sanierungsverwaltungsstelle
Roland Bleckmann
Tel. (030) 9018-45798
roland.bleckmann@ba-mitte.berlin.de

Planungsrechtliche Beurteilung
Martina Mineur
Tel. (030) 9018-45421
martina.mineur@ba-mitte.berlin.de

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat IV C – Städtebauförderung/Stadterneuerung
Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin
www.stadtentwicklung.berlin.de

Johanna Maske
Tel. (030) 90139-4932
johanna.maske@senstadt.berlin.de

Gebietsbetreuung
Koordinationsbüro für Stadtentwicklung
und Projektmanagement – KoSP GmbH
Fehrbelliner Straße 50, 10119 Berlin
www.kosp-berlin.de

Sprechzeiten KoSP:
Di. 14:00-18:00 Uhr im Stadtteilladen
und nach telefonischer Vereinbarung
luisenstadt@kosp-berlin.de
www.luisenstadt-mitte.de

Andreas Bachmann
Tel. (030) 3300-2839
bachmann@kosp-berlin.de

Birgit Kahl
Tel. (030) 3300-2843
kahl@kosp-berlin.de

Ramona Tucholski
Tel. (030) 3300-2845
tucholski@kosp-berlin.de

Betroffenenvertretung Nördliche Luisenstadt
Stadtteilladen dialog 101
Köpenicker Straße 101, 10179 Berlin
Sitzungen jeden 3. Dienstag im Monat
bv.luisenstadt@gmail.de
www.luise-nord.de

Stadtteilzeitung „ecke köpenicker“
Redaktion c/o Ulrike Steglich
Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin
Tel. (030) 2833127
ecke.koepenicker@gmx.de

Fachbereich Stadtplanung