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Berlin stellt sich sportlich auf – Bezirk Mitte präsentiert Sportentwicklungsplan

Pressemitteilung Nr. 226/2021 vom 22.06.2021

Der Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management,
Carsten Spallek, und das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg informieren:

Sport und Bewegung sind besonders für die wachsende Stadt Berlin von herausragender Bedeutung.

„Aus diesem Grund erstellen die Berliner Bezirke Sportentwicklungsplanungen,“ erläutert Prof. Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, das bundesweit Städte und Gemeinden bei ihren Planungen begleitet. „Aus fachwissenschaftlicher Perspektive ist dabei ein weiter Sportbegriff zielführend, der auch das Thema Gesundheit und den Bildungsauftrag der Schulen in die Überlegungen einbezieht,“ so Barsuhn. Für den Sportentwicklungsplan wurden im Bezirk Mitte daher alle Sportvereine, Schulen, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen wie Jugendfreizeittreffs zu ihren Bedarfen befragt. Gemeinsam mit einer eigens gebildeten Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung hat das INSPO den Erstellungsprozess über zwei Jahre begleitet.

„Wir haben uns bewusst für einen breiten, kooperativen Ansatz entschieden. Beteiligt wurden innerhalb der Arbeitsgruppe daher unterschiedliche Verwaltungsressorts wie Schule, Sport, Jugend, Stadtentwicklung, Umwelt und Naturschutz oder Grünflächen, aber auch der Bezirkssportbund Mitte sowie die Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung, “ so Carsten Spallek.

Im Ergebnis verweist der Sportentwicklungsplan aufgrund stark wachsender Mitgliedszahlen im Vereinssport auf deutliches Entwicklungspotential bei den Sporthallen und -plätzen: „Hier gibt es im Bezirk Mitte großen Nachholbedarf. Es fehlen Anlagen in ausreichender Größe sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport,“ erklärt Barsuhn. „Wichtig sind die Synergieeffekte, auf die in der Studie verwiesen wird. Der Schulbau ist kommunale Pflichtaufgabe. Ganz entscheidend wird es sein, bei zukünftigen Schulbauten, den Vereinssport stärker mitzudenken und entsprechende Flächen auf Basis bestehender Berliner Raumprogramme auch wirklich rechtzeitig für Sport und Bewegung zu sichern. Der Bezirk erhält einen konkreten Investitionskatalog für die kommenden zehn Jahre.“

Das Potsdamer Institut hat sich zudem mit besonders entwicklungsfähigen Sportstandorten wie dem Stadion Rehberge, dem Sportplatz Nordufer und den Sportanlagen Gustav-Böß und Werner-Kluge, deren Umfeld und daraus erwachsenden Wechselbeziehungen beschäftigt. Es werden standortbezogene Aufwertungspotentiale benannt, um weitere Nutzergruppen anzusprechen und das Defizit an Sportanlagen im Bezirk Mitte zukünftig zu reduzieren. Unter anderem sollen Kalthallen für zusätzliche sportliche Nutzungsmöglichkeiten sorgen. Die Vereine im Bezirk Mitte sind offen für neue Entwicklungen: Im Rahmen der Vereinsbefragung sprechen sie sich dafür aus, insbesondere Sportaußenanlagen multifunktional so zu erweitern, dass diese auch durch die im Wohnumfeld ansässige Bevölkerung mit genutzt werden können, beispielsweise durch Outdoor-Fitness wie Calisthenics-Anlagen und Bewegungsparcours:
„Die Vereine stellen sich damit sehr modern auf und unterstützen einen vorrangigen Wunsch der Bevölkerung,“ so Barsuhn. Dies unterstützt auch Carsten Spallek: „Hieraus ergeben sich dann Synergien für Politik und Verwaltung, Stadt- und Sportentwicklung zukünftig gemeinsam zu denken. Für gesunde Menschen in gesunden Kommunen bleibt uns gar nichts anderes übrig.“

Aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens – über die Hälfte der Sport- und Bewegungsaktivitäten finden in Berlin im öffentlichen städtischen Raum, auf Plätzen, Straßen und Grünanlagen statt, macht der Sportentwicklungsplan auch hierfür Vorschläge. Konzeptideen wurden beispielsweise für den Park am Humboldthain und den Park am Nordbahnhof erarbeitet. Zukünftig sollen hier Hinweisschilder, Sportgeräte und ausgewiesene Laufstrecken die Voraussetzungen für eine sportliche Nutzung verbessern.

„Der Sportentwicklungsplan bietet für uns somit die Möglichkeit, punktgenau bezogen auf einzelne Stadtquartiere zu agieren und diese aufzuwerten,“ freut sich Ulrich Schmidt, Fachbereichsleiter Sport im Schul- und Sportamt des Bezirkes. „Gleichzeitig gilt der Dank allen Beteiligten, die sich im Planungsprozess aktiv mit eingebracht haben und ganz besonders Prof. Barsuhn und seinem Team.“ Der Sportentwicklungsplan hat einen Planungshorizont bis zum Jahr 2035. Finanziert wurde die Gesamtplanung durch die Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Bezirkliche Mittel sind für die Sportstättenerhebung eingeflossen.

Medienkontakte:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle
E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de

Wissenschaftlicher Leiter Prof. Dr. Michael Barsuhn
E-Mail: barsuhn@inspo-sportentwicklungsplanung.de