Jüdisches Leben im öffentlichen Raum sichtbar machen

Charlottenburg-Wilmersdorf ist ohne die vielfältigen Beiträge jüdischen Lebens nicht denkbar. Jüdische Geschichte und Kultur prägen die Identität unseres Bezirks – sie gehören untrennbar zu seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Mit dem Abschied von den letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust wächst die Verantwortung, neue Formen des Erinnerns zu entwickeln. Formen, die nicht nur an Verfolgung, Leid und Verlust erinnern, sondern auch die Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in unserem Alltag sichtbar machen und den kulturellen Reichtum würdigen, den unsere Gesellschaft durch die Shoah verloren hat.

Das Erzählen von Geschichten im öffentlichen Raum bietet hierfür einen zeitgemäßen, offenen Zugang: Es macht jüdisches Leben erfahrbar – damals wie heute – und lädt zur Auseinandersetzung, Beteiligung und Weiterentwicklung ein. Für Berlinerinnen und Berliner ebenso wie für Besucherinnen und Besucher entstehen so neue Perspektiven auf bekannte Orte.

Die Abteilung Ordnung und Umwelt des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf hat in einem ersten Schritt 25 Orte identifiziert, deren jüdische Geschichte künftig im öffentlichen Raum erzählt werden soll. Ein fachlich besetzter Beirat – mit Expertise aus den Bereichen Museumspädagogik, Kunst, Kultur und jüdisches Leben – begleitet das Projekt konzeptionell.

Zum Einsatz kommen vielfältige künstlerisch-pädagogische Mittel: von Benennungen, Skulpturen, Denkmälern über Theater, Musik, Literatur, Film und Gemälde bis hin zu digitalen Formaten wie Augmented Reality.

Das Projekt versteht sich als wachsendes Netzwerk erinnerungskultureller Orte – offen für neue Beiträge, Geschichten und Perspektiven.

Hier finden Sie Aktuelles rund um das jüdische Leben im Bezirk.

Auftaktveranstaltung Jüdisches Leben in Charlottenburg-Wilmersdorf in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen

Auftaktveranstaltung: Jüdisches Leben in Charlottenburg-Wilmersdorf sichtbar gemacht

Studierende der TU Berlin präsentierten erste Forschungsergebnisse zur Sichtbarmachung jüdischer Orte im Bezirk. Weitere Informationen

Gedenktafel Prof. Dr. Adolph Frank

Bismarckstraße 10 - Adolph Frank

Der Chemiker und Unternehmer Adolph Frank entwickelte unter Anderem industrielle Verfahren zur Herstellung von Kunstdünger für die Landwirtschaft. Von 1878 bis 1916 war er Mitglied der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Weitere Informationen

Clara-Israel-Stele

Clara-Israel-Platz

Clara Israel gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Sozialarbeit der 1920er Jahre in Deutschland. Sie war Leiterin des neu errichteten Jugendamtes Charlottenburg. Weitere Informationen

Karte Rundgang Stadtspaziergang Jüdisches Leben

Ein Spaziergang durch Geschichte und Gegenwart

Im Auftrag des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf finden seit 2024 Stadtspaziergänge zum Thema um den Kurfürstendamm statt, wo der Anteil der jüdischen Bevölkerung zwischen den Weltkriegen bei etwa 25 Prozent lag. Weitere Informationen

Der Joachimsthaler Platz soll umbenannt werden Grünfeld Eck

Grünfeld-Ecke

Das Textilkauhaus der jüdischen Familie Grünfeld prägte den Platz seit seiner Eröffnung im Jahr 1926, sodass die Ecke im Volksmund bald Grünfeld-Ecke hieß. Im Jahr 1938 wurde das Kaufhaus „arisiert“. Weitere Informationen

Black Shabbat Ausstellung

„Black Shabbat“ – Eine Open-Air-Fotoausstellung

Die Ausstellung zeigt rund 20 überlebensgroße Schwarz-Weiß-Porträts von Überlebenden, Opfern und Angehörigen aus der israelischen Stadt Karmiel, die vom Terrorangriff am 7. Oktober 2023 betroffen waren. Weitere Informationen

Kontakt

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin

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