Dr. Michael Arndt, MdB:
Die Ausstellung Black Shabbat ist ein starkes Zeichen für Erinnerung, Empathie und Menschlichkeit. Mit den eindrucksvollen Fotografien von Luigi Toscano wird das Leid sichtbar gemacht, das der Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 über unzählige Menschen gebracht hat. Diese Porträts geben den Opfern und Hinterbliebenen eine Stimme, die uns alle daran erinnert, dass hinter jeder Schlagzeile ein individuelles Schicksal steht. Gerade in einer Zeit, in der Hass und Gewalt das Miteinander bedrohen, braucht es Orte der Auseinandersetzung und des Innehaltens. Die Ausstellung in der Schloßstraße macht dies auf bewegende Weise möglich – mitten im Herzen von Charlottenburg-Wilmersdorf, im Alltag der Stadtgesellschaft. Sie ruft uns dazu auf, Empathie zu zeigen statt Gleichgültigkeit, und Solidarität statt Spaltung. Ich begrüße es daher ausdrücklich, dass das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gemeinsam mit der Stadt Karmiel und Luigi Toscano dieses Projekt realisiert. Es ist nicht nur ein
kultureller Beitrag, sondern auch ein zutiefst politisches Bekenntnis: gegen Terror, gegen Antisemitismus und für eine Welt, in der Menschlichkeit und Würde an erster Stelle stehen.
Ahmad Mansour, Psychologe und Autor:
Am 7. Oktober 2023 wurde das Nova-Festival – ein Ort der Freude, der Musik und der Freiheit, ein Fest des Lebens – von der Hamas in eine Hölle verwandelt. Hunderte junge Menschen, die nichts anderes wollten, als zu tanzen und das Leben zu feiern, wurden grausam ermordet, vergewaltigt und als Geiseln nach Gaza verschleppt – einzig und allein, weil sie Juden waren. Dieser Terror war mehr als ein Angriff auf Israel. Er richtete sich gegen die Freiheit selbst, gegen die Art, wie wir leben wollen – gegen unsere Menschlichkeit, unsere Werte, unser Zusammenleben. Wir müssen die Wahrheit aussprechen: Es war ein barbarisches Massaker, genährt von tief verwurzeltem Antisemitismus. Das größte Pogrom an Juden seit 1945. Die Opfer, ihre Familien und Freunde tragen unermessliches Leid, das nie vergehen wird. Ihre Stimmen dürfen niemals verstummen. Unsere Pflicht ist es, diesem Hass entgegenzutreten – laut, klar und kompromisslos. Nur so ehren wir das Andenken dieser jungen Menschen und
verteidigen die Freiheit, für die sie an jenem Tag gelebt haben.
Thomas de Vachroi, Armutsbeauftragter, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:
Der 7. Oktober 2023 war ein Tag, der die Welt in ihren Grundfesten erschütterte. Die Ereignisse dieses Tages haben Wunden aufgerissen, die noch lange nicht verheilt sind. Sie haben Diskussionen entfacht, die unsere Werte, unsere Solidarität und unseren Umgang miteinander auf die Probe stellen. Antisemitismus, Hass und Polarisierung haben in den vergangenen zwei Jahren an vielen Orten zugenommen. Gerade in solchen Zeiten ist es jedoch umso wichtiger, uns an unsere gemeinsame Menschlichkeit zu erinnern – an das, was uns verbindet, trotz aller Unterschiede. In diesem Zusammenhang zeigt uns die Ausstellung „Black Shabbat“ ein bewegendes Projekt des Fotografen Luigi Toscano, in Kooperation mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und der Stadt Karmiel. Diese Fotografien sind mehr als Kunstwerke – sie sind ein Mahnmal für die Opfer, ein stummer Schrei nach Menschlichkeit in einer von Konflikten zerrissenen Welt. Ich möchte die Worte der am 9. Mai 2025 verstorbenen
Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer zitieren: „Seid Menschen.“ Diese einfachen, doch tiefgreifenden Worte tragen eine Botschaft, die uns ins Mark trifft. Sie rufen uns dazu auf, Mitgefühl zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und einander mit Respekt und Würde zu begegnen. Sie mahnen uns, dass Hass und Gewalt niemals Antworten sein können. Sie fordern uns auf, die Würde jedes Einzelnen zu achten – unabhängig von Herkunft, Religion oder Überzeugung. Seid Menschen. Diese Mahnung gilt heute und für immer.