Alfred Hermann Fried, geboren 1864 in eine jüdische Familie in Wien, war eine herausragende Persönlichkeit der organisierten Friedensbewegung. Als überzeugter Pazifist gründete er 1892 die Deutsche Friedensgesellschaft mit. Gemeinsam mit der Pazifistin und Schriftstellerin Bertha von Suttner gab er die Zeitschrift „Die Waffen nieder!“ heraus. Außerdem befasste sich Fried intensiv mit Esperanto, einer Plansprache für Völkerverständigung.
Nach seiner Ausbildung zum Buchhändler verließ Fried 1884 seine Geburtsstadt und zog nach Berlin. Er lebte in Schöneberg in der Grunewaldstraße 40 und gründete in der Goltzstraße 37 seinen eigenen Verlag. Fried publizierte die bis heute erscheinende Zeitschrift „Die Friedens-Warte“. In zahlreichen Büchern, Zeitschriften und Artikeln setzte er sich insbesondere mit Friedensfragen auseinander.
1903 kehrte Fried nach Wien zurück und trat 1908 einer Freimaurerloge bei. Für seine pazifistischen Verdienste und völkerrechtlichen Impulse erhielt er 1911 den Friedensnobelpreis. Die Universität Leiden verlieh ihm zwei Jahre später die Ehrendoktorwürde. Trotz dieser Würdigungen drohten Fried während des Ersten Weltkriegs Repressionen, so dass er in die Schweiz floh. Erst 1920 zog er wieder nach Wien, wo er erkrankt und verarmt im Alter von 56 Jahren starb. Nach Jahrzehnten des Vergessens findet sein Schaffen heute wieder mehr Aufmerksamkeit.