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Landschaftsplan 7-L-6 Landschaftspark Marienfelde (in Aufstellung)

Aktuelles

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Umwelt- und Naturschutzamt Tempelhof-Schöneberg möchte Sie herzlich zu einer Bürgerbeteiligung, im Rahmen der Aufstellung des Landschaftsplans 7-L-6 „Landschaftspark Marienfelde“ einladen. An vier Terminen (26.03., 09.04., 24.04. und 30.04.2021) von 15:00 bis 17:00 Uhr ist dafür ein einstündiger Spaziergang durch das Plangebiet, mit Möglichkeit einer anschließenden Diskussionsrunde in der Naturschutzstation Marienfelde, vorgesehen. Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Infoflyer entnehmen.

Bei Interesse bitten wir Sie um verbindliche Anmeldung per Telefon unter (030) 90277-4490 oder per E-Mail an das Umwelt- und Naturschutzamt . Bitte nennen Sie uns den Termin, an dem Sie teilnehmen möchten und die Anzahl der Teilnehmer_innen.

Angesichts der aktuellen Pandemie wird der Termin unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, das heißt mit Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und der Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m stattfinden. Weiterhin sind wir verpflichtet, zur Anwesenheitsdokumentation, die Namen und Kontaktdaten aller Teilnehmenden zu erfassen und vier Wochen streng vertraulich aufzubewahren. Vorbehaltlich der dann geltenden Regeln gemäß Infektionsschutzverordnung kann es sein, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss. Sollte dieser Fall eintreten, werden wir Sie sofort darüber informieren.

Das Umwelt- und Naturschutzamt Tempelhof-Schöneberg freut sich auf Ihre Teilnahme!

Flyer zur Bürgerbeteiligung “Landschaftspark Marienfelde”

Infos zu Terminen, Treffpunkt sowie pandemiebedingten Regelungen, Inhalten zum Plangebiet, Anlass der Planaufstellung sowie allgemeinen Zielen.

PDF-Dokument (2.9 MB) Dokument: Umwelt- und Naturschutzamt

Wir möchten Ihnen hiermit die Möglichkeit geben sich zum Landschaftsplan zu Wort zu melden. Dafür haben wir ein Formular erstellt, das Sie unter folgendem Link aufrufen können.

Link zum Formular.

Schreiben Sie uns z.B. was Ihnen innerhalb des Plangebiets besonders gut gefällt, welche Dinge Ihnen nicht gefallen und was man an welcher Stelle noch verbessern könnte. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung.

Plangebiet

Der Geltungsbereich wird im Westen durch die Parkanlage Schlehenberg und den Diedersdorfer Weg begrenzt. Im Süden bildet der Schichauweg die Grenze. Das Gewerbegebiet Motzener Str. bildet die Ostgrenze. Im Norden endet der Geltungsbereich nördlich der Straße 478 sowie am Nahmitzer Damm (Vgl. Abb. 1). Insgesamt umfasst das Plangebiet eine Fläche von 120 ha.

Geltungsbereich des Landschaftsplans 7-L-6 Landschaftspark Marienfelde
Abbildung 1: Geltungsbereich des Landschaftsplans 7-L-6 Landschaftspark Marienfelde
Bild: Digitales Orthophoto Berlin (Geoportal Berlin)

Anlass

Die im Geltungsbereich des „Landschafsparks Marienfelde“ gelegenen Grün- und Freiflächen haben aufgrund ihrer Struktur- und Artenvielfalt eine besondere Bedeutung für den Natur- und Artenschutz, den Biotopverbund und die Biodiversität. Der „Landschaftspark Marienfelde“ bildet zusammen mit der Marienfelder Feldmark einen identitätsstiftenden, wohnungsnahen Erholungsraum für die Anwohner im Süden des Bezirks.

Es liegt daher im besonderen bezirklichen Interesse, die Freiflächen zu erhalten und durch gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu qualifizieren.

Freizeitpark Marienfelde
Abbildung 2: Der Freizeitpark Marienfelde stellt einen weitläufigen und vielfältigen Erholungsraum dar. Er bildet das Kernstück des aufzustellenden Landschaftsplans.
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt

Teilflächen des geplanten „Landschaftsparks Marienfelde“ sind im Eigentum öffentlicher Einrichtungen bzw. privater Dritter. Für mehrere Flächen gibt es konkrete Bestrebungen, vorhandene Freiflächen zu überbauen und in ihrer Nutzung zu verändern. Natur- und Landschaft im Planungsraum werden sich hierdurch wesentlich verändern.
Zur Steuerung der Entwicklung und zum Erhalt der wertvollen Biotope und Lebensstätten Strukturen ist es erforderlich, den Landschaftsplan „Landschaftspark Marienfelde“ aufzustellen, der die naturschutzfachlichen Entwicklungsziele grundstücksbezogen konkretisiert und die notwendigen Entwicklungs- und Erhaltungsmaßnahmen darstellt.

Ziele - Gesamtgebiet

Ziel ist es, die Flächen von Bebauung freizuhalten und mit landschaftstypischen Biotopen und Elementen zu erhalten und zu entwickeln. Die Zugänglichkeit und Erlebbarkeit der Flächen soll verbessert werden. Die Biodiversität und Funktionsfähigkeit der Flächen für den Biotopverbund soll unterstützt werden. Hierzu soll der Landschaftsplan konkrete Vorgaben zur naturschutzfachlichen Pflege der vorhandenen Grün- und Freiflächen machen.

Der Landschaftsplan wird zudem Flächen ausweisen, die zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft besonders geeignet sind, z.B. auf der ehemaligen Bezirksgärtnerei bzw. dem Grundstück Schichauweg 56 (ehemaliges Klärwerk), und damit den Wohnungsbau bzw. die Ansiedlung von Gewerbe im Bezirk beschleunigen und unterstützen.

ehemalige Bezirksgärtnerei
Abbildung 3: Die ehemalige Bezirksgärtnerei besitzt ein besonderes Potential für die Durchführung naturschutzfachlicher Kompensationsmaßnahmen. Neben Abriss und Begrünung der Gewächshausflächen eignen sich die Freilandflächen zur Entwicklung strukturreicher Wiesen, Trockenrasen und Gehölzflächen.
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt

Der Landschaftsplan berücksichtigt die Vorgaben des Flächennutzungsplans. Durch frühzeitige Abstimmung mit dem Stadtentwicklungsamt wird sichergestellt, dass Festsetzungen des Landschaftsplans denen geltender Bebauungspläne nicht widersprechen.
Die Aufstellung von Landschaftsplänen lokaler Bedeutung liegt in der Zuständigkeit des Bezirks. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK)wurde mit Schreiben vom 14.02.2020 gemäß § 12 (1) NatSchG Bln von der Planungsabsicht des Bezirks informiert.
Mit Schreiben vom 04.03.2020 hat die SenUVK mitgeteilt, dass keine Bedenken gegen die Aufstellung bestehen. Am 23.06.2020 hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg die Aufstellung des Landschaftsplans beschlossen. Das Verfahren wird durch das Umwelt- und Naturschutzamt Tempelhof-Schöneberg durchgeführt.

Ziele - Teilflächen

Mit Blick auf die Teilflächen des Plangebiets, formuliert der Landschaftsplan folgende Ziele:

Grünanlagen Schlehenberg / Radarberg
  • Lebensraumqualität, durch fachgerechte Pflege der Wiesenbereiche sowie dem Zulassen einer freien Sukzession der Gehölzflächen, erhöhen
Landwirtschaftsflächen nördlich des Freizeitparks
  • Sicherung und Förderung der Kulturlandschaft durch Nutzung als Acker oder Grünland, Anlage eines Ackerrandstreifens; Historische Wegeverbindung zwischen Marienfelde und Lichtenrade erhalten und qualifizieren
Königsgrabengrünzug
  • Aufwertung der Wiesen durch Optimierung der Pflege sowie fachgerechte Pflege geschützter Trockenrasenbiotope; Prüfung des Potentials zur Entsiegelung der Gewässersohle im Königsgraben
Grünzug Güteraußenring
  • Fortführung der grünen Wegeverbindung vom Grünzug, über die ehemalige Bezirksgärtnerei, zum Diedersdorfer Weg
ehemaliges Klärwerksgelände
  • Pflege und Qualifizierung der geschützten Trockenrasen, Wiesen- und Weideflächen; Entsiegelung und Begrünung nicht mehr benötigter Verkehrswege; Förderung störungsempfindlicher Tier- und Pflanzenarten durch beschränkte Erholungsnutzung
Umweltbundesamt
  • Sicherung der hohen und qualitätvollen Durchgrünung des Forschungsstandortes; Sicherung eines grünen Puffers zwischen dem Grünzug Güteraußenring und den Forschungseinrichtungen
Kleingartenkolonie Birkholz
  • Sicherung der Kleingartenkolonie inklusive der öffentlichen Durchwegung sowie weiterer öffentlicher Bereiche (Spielplatz, Bänke, Vereinslokal); Festsetzung mindestens eines hochstämmigen Obstgehölzes je Kleingartenparzelle ehemalige Bezirksgärtnerei
ehemalige Bezirksgärtnerei
  • Sicherung des nördlichen Bereichs als Standort für Natur- und Umweltbildung (Ergänzung der angrenzenden Naturwacht); Entsiegelungspotentiale heben; Qualität der vorhandenen Biotope steigern; Öffentliche Durchwegung im Süden herstellen (s. Abb. 2)
Freizeitpark Marienfelde
  • Erstellung eines Pflegeplans zur Erhaltung und Qualifizierung der Wiesen-, Hecken- und Gehölzbereiche; Wasserversorgung des Wechselkrötenteichs sicherstellen

Weitere Schritte

Im zweiten Quartal des Jahres 2021 plant das Umwelt- und Naturschutzamt Tempelhof-Schöneberg einen Dialog mit den Bürger_innen und den Umweltverbänden durchzuführen. Ziel ist es, ausführlich über den Anlass und die Ziele des Landschaftsplans zu informieren und sich auszutauschen. Angesichts der Corona-Pandemie und damit verbundener Unwägbarkeiten, stehen Ort und Termin noch nicht fest.
Gemäß Berliner Naturschutzgesetz sind im weiteren Prozesse die Träger öffentlicher Belange sowie die anerkannten Naturschutzverbände zu beteiligen. Anschließend erfolgt eine öffentliche Auslegung des Landschatsplans für einen Monat nach vorheriger Bekanntgabe in der Tagespresse und im Amtsblatt für Berlin. Das Bezirksamt wird die fristgerecht vorgebrachten Anregungen prüfen und abwägen. Anschließend geht der Landschaftsplan an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zur Rechtsprüfung. Zuletzt erfolgt die Festsetzung des Landschaftsplans als Rechtsverordnung durch das Bezirksamt und Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin.