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Die Afrikanische Schweinepest rückt schnell näher

Pressemitteilung Nr. 377 vom 13.11.2020

Sie ist nicht einmal mehr 100 Kilometer von Berlin entfernt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt Berlin immer näher, der erste Ausbruch bei Wildschweinen wurde (ausgegangen von der polnischen Grenze) amtlich am 10. September 2020 festgestellt, nun ist sie innerhalb kurzer Zeit nicht einmal mehr 100 Kilometer von Berlin entfernt. In den Landkreisen Märkisch Oderland, Dahme Spreewald, Spree-Neiße und Oder-Spree wurden infizierte Tiere festgestellt; jeden Tag gibt es neue Funde.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, sie ist für den Menschen ungefährlich, aber hochansteckend für Haus- und Wildschweine, die daran fast immer sehr schnell verenden.

Beim Fund eines toten Wildschweines in Tempelhof-Schöneberg muss die Veterinäraufsicht des Bezirks sofort informiert werden:

Telefon: (030) 90277-7373

E-Mail an die Veterinäraufsicht Tempelhof-Schöneberg

Online-Formular

Die Afrikanische Schweinepest führt zu gravierenden Wirtschafts- und Tierschutzproblemen, beispielsweise haben bereits viele ökonomisch sehr wichtige Länder den Import deutschen Schweinefleisches aufgrund des Seuchenausbruches gestoppt; und es müssen unzählige Tiere unter Umständen in „Kerngebieten“ und “gefährdeten Gebieten” um die Ausbruchspunkte herum getötet werden; dies bedeutet vielfaches vermeidbares Tiersterben. Direktvermarkter und regionale Anbieter solcher Produkte würden dann außerdem vor dem Aus stehen.

Neben der direkten Übertragung zwischen den Tieren ist auch eine indirekte Übertragung möglich, zum Beispiel über mit dem Virus kontaminierte Haustiere (beispielsweise Hunde) oder Gegenstände (Kleidung, Fahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände, Schuhe/Kleidung, etc.) und Lebensmittel.

Das ASP-Virus ist äußerst robust, es überlebt in der Umwelt beispielsweise bis zu 190 Tage an Holz, mehr als ein Jahr in (Roh-)Schinken, sechs Jahre und länger in tiefgefrorenem Schweine-/Wildschweinfleisch.

Bitte beachten Sie:

  • Fleischprodukte gehören nicht in die Biotonne und nicht auf den Komposthaufen!
  • Entsorgung von Resten in eine sichere Mülltonne – Wildschweine werden sonst in den heimischen Garten gelockt!
  • Vorsicht bei Salami, Schinken, Speck und Wildschweinfleisch aus ungesicherter Herkunft (besonderes Augenmerk auf osteuropäisches Ausland, oder zum Beispiel auch im Internet bestellte Fleisch- und Wurstwaren).

Was kann man als Bürger_in tun?

  • Lebensmittel nicht im Freien, insbesondere in Grünflächen und Wald, hinterlassen! Reste immer in geeignete, verschlossene, Mülltonnen werfen!
  • Wildtiere nicht füttern! Sie werden dadurch angelockt.
  • Lebensmittel nicht auf Rastplätzen, Tankstellen etc. hinterlassen!
  • Vorsicht bei der Mitnahme von Lebensmitteln aus betroffenen Regionen (auch Polen)
Mensch und Haustier (insbesondere Hunde) können die Seuchenerreger mit Schuhwerk und Pfoten verbreiten, deshalb ist es wichtig:
  • Hundeleinenpflicht bitte unbedingt beachten! Mögliche Kontakte oder ein Aufscheuchen von Tieren verhindern.
  • Gründliche Reinigung aller Kleidungsstücke, Schuhe, Schuhsohlen Hände und Gegenstände (auch Autoreifen), die möglicherweise Kontakt mit toten Tieren oder ihrer Umgebung hatten: Waschen und desinfizieren (für Hunde ein Hundeshampoo verwenden).

Bitte helfen Sie bei der Eindämmung dieser Seuche mit!