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30 Jahre Mauerfall: „Die Mauer hatte mein Leben mitgeprägt – und verschwand“

Zersägten Mauersegmente an der Groß-Ziethener Straße

Erinnerung an den Mauerfall von Peter Kersten

  • August 2019

Ab Frühjahr 1990 wurde die Mauer im Berliner Stadtgebiet zügig abgebaut. Für die Menschen wurde die Mauer immer durchlässiger. Es war klar, dass sie bald völlig aus dem Stadtbild verschwunden sein würde – und damit das, was mein Leben als Westberliner bis dahin mitgeprägt hatte.

  • ein Mann schlägt mit Hammer und Meißel Stücken aus einer bemalten Betonwand

    „Spechten“ von Mauerteilen

  • eine besprühte Betonwand mit einem Sprecht und der Aufschrift "Nicht Spechten!"

    Mauerspecht-Graffiti an der Berliner Mauer

  • ein Hammer und ein Meißel umgeben von kleinen bunten Betonteilen

    Mauerspecht-Utensilien

  • ein Kran transportiert eine Betonplatte

    Abbau und Abtransport zersägter Mauersegmente an der Groß-Ziethener Straße

Um diesen Vorgang für mich zu dokumentieren, zog ich ab Frühsommer 1990 mit meiner Kamera los und fotografierte im südlichen Tempelhof den Abriss der Mauer: beginnend am Kirchhainer Wäldchen, wo ich früher regelmäßig meine Spaziergänge gemacht hatte, und am Kirchhainer Damm (B 96), der für normale Autofahrer bis zur Grenzöffnung an der Mauer endete. Nur die Müllfahrzeuge der BSR durften den Grenzübergang in Richtung Brandenburg passieren.

Inzwischen konnte man das angrenzende Gelände in Richtung Großziethen/Schönefeld und Mahlow auf der anderen Seite der Mauer erkunden.

  • eine besprühte Betonwand mit der Aufschrift "Die Mauer muss weg!"

    Ein Graffiti an der Berliner Mauer

  • eine Straßenlaterne durch einen Spalt in einer Betonwand

    Blick durch die Berliner Mauer nach Brandenburg (Großziethen)

  • Menschen auf Fahrrädern fahren an einer Reihe von Straßenlaternen entlang

    Fahrradfahrende auf dem ehemaligen Todesstreifen

  • ein baufälliger vierseiteiger Turm

    DDR-Wachturm an der B 96 in Mahlow

Die Bildmotive umfassen eigentlich alle Aktivitäten, die es damals überall in der Stadt entlang der Mauer gab: Das erkundende Hinüberwechseln von Spaziergängern durch die schon ziemlich großen Lücken in der Mauer, Fahrradfahren auf dem ehemaligen Todesstreifen, das „Spechten“ von Mauerteilen durch „Mauerspechte“, Sprayen, Vandalismus und natürlich das Zersägen der Mauerteile und deren Abtransport.

eine bunt besprühte Betonwand mit der Aufschrift The Wall Berlin