Bezirksregionenprofil Marienfelde Nord

1 Beschreibung der Bezirksregion

Lage

Die Bezirksregion Marienfelde Nord liegt im südlichen Teil des Bezirks. Sie grenzt im Norden entlang der Untertürkheimer an die Bezirksregion Mariendorf Süd. Die westliche Grenze bildet die Friedrichrodaer Straße, an der der Bezirk Steglitz-Zehlendorf beginnt. Im Süden endet die Bezirksregion am Nahmitzer Damm, der den Beginn der Bezirksregion Marienfelde Süd bildet. Im Osten bildet eine Linie entlang der Grenze zur Trabrennbahn, Titlisweg und Daimlerstraße die Grenze zur Bezirksregion Mariendorf Nord, die südöstliche Grenze zur Bezirksregion Lichtenrade Nord verläuft entlang der Bebauungslinie zum Rapstedter Weg. Die Bezirksregion liegt außerhalb des S-Bahnrings.

Bebauung der Siedlungsfläche

Die Bezirksregion Marienfelde Nord ist im östlichen Teil nur zum Teil bewohnt, im Nordosten liegt das Gewerbegebiet um die Großbeerenstraße, im südöstlichen Teil das Gewerbegebiet um die Säntisstraße. Die Wohnbebauung besteht Großteils aus niedriger Bebauung mit Hausgärten und wird durch Zeilenbebauung seit den 1950er Jahren und Siedlungsbebauung der 1990er Jahre und jünger sowie Blockrand- und Zeilenbebauung der 1920er und 1930er Jahre ergänzt.

Merkmale

Die Bezirksregion Marienfelde Nord ist stark geprägt durch die drei großen Verkehrsadern, die die Planungsräume sowie die Grenze zur Bezirksregion Marienfelde Süd vorgeben: die Trasse der Dresdner Bahn, den Marienfelder Damm sowie den Nahmitzer Damm/ die Hildburghauser Straße im Süden. Der Übergang zum Nachbarbezirk ist fließend. Um die Daimlerstraße liegen Industrie- und Gewerbeflächen, die Teil des Gewerbegebiets Großbeerenstraße sind. Ein weiteres Gewerbegebiet liegt an der Säntisstraße. In der Bezirksregion liegen die Standorte einer öffentlichen Grundschule und einer öffentlichen integrierten Sekundarschule sowie eines Förderzentrums.

Verkehrsanbindung

Die Bezirksregion Marienfelde Nord ist mit zwei Bahnhöfen ist sie an der S-Bahnnetz (S2) angebunden, es besteht keine Anbindung an da U-Bahnnetz in der Region. Der Nahmitzer Damm, der die Grenze des Bezirksregion im Süden bildet, ist die Hauptverkehrsstraße von Westen nach Osten. Die Marienfelder Allee durchquert die Bezirksregion von Norden nach Süden.

Besonderheiten

In der Bezirksregion Marienfelde Nord liegt ein Teil des Fördergebiets Tirschenreuther Ring aus dem Programm Sauberkeit und Sicherheitsempfinden in Berliner Großsiedlungen.

Zusammenfassung der Datenlage

  • In der Bezirksregion Marienfelde Nord leben 5,0 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
  • Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt über dem bezirklichen Vergleichswert.
  • Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt.
  • Das Durchschnittsalter liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren gesunken.
  • Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren leicht gesunken.
  • Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen.
  • Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt etwas über dem bezirklichen Vergleichswert und ist den vergangenen fünf Jahren gestiegen.
  • In der Bezirksregion liegen die Indikatorwerte zu Armutsrisiken der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze deutlich über den bezirklichen Vergleichswerten, der Indikator zum Armutsrisiko der Einwohner_innen über der Regelaltersgrenze liegt hingegen unter dem bezirklichen Vergleichswert.
  • In der Bezirksregion liegen die Gemeinschaftsunterkünfte in der Marienfelder Allee und im Trachenbergring.
  • In den Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit wurde im Planungsraum Marienfelder Allee Nordwest eine einfache Belastung aufgrund des Status-Index und im Planungsraum Marienfelde Nordost eine einfache Belastung aufgrund der hohen thermischen Belastung festgestellt.
  • Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2023 wiesen die Planungsräume Marienfelder Allee Nordwest und Marienfelde Nordost den Gesamt-Index mittel/stabil (2+/-) auf, der Planungsraum Kirchstraße hingegen den Gesamtindex hoch/stabil (1+/-).

1.1 Wohndauer

Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um 1,8 Prozentpunkte über dem bezirklichen Vergleichswert. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor etwas stärker gesunken als der bezirkliche Vergleichswert in diesem Zeitraum.
Im Planungsraum Kirchstraße, in dem der Anteilswert am höchsten im Vergleich der drei Planungsräume in der Bezirksregion ist.

1.2 Entwicklung der Einwohnerzahl

Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt, das prozentuale Wachstum in der Bezirksregion ist hierbei geringer als der bezirkliche Vergleichswert. Im Vergleich zum Vorjahr ist in der Bezirksregion nur ein sehr geringer Anstieg der Einwohnerzahl zu bemerken.
Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor weist der Planungsraum Marienfelde Nordost einen leichten Rückgang der Einwohnerzahl auf.

1.3 Demografie

Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 44,5 Jahren und somit 0,5 Jahre über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion um 0,6 Jahre gesunken, der bezirkliche Vergleichswert hat sich in diesem Zeitraum um -0,2 Jahre verändert.
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion minimal gewachsen gestiegen, der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen ist in der Bezirksregion in diesem Zeitraum minimal zurückgegangen.
Die Bezirksregion Marienfelde Nord weist im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg den zweithöchsten Anteil an unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen auf.

Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion über dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion verringert und ihr Anteil an den Einwohner_innen abgenommen. Im Bezirk ist die Anzahl an Personen in dieser Altersgruppe in diesem Zeitraum gewachsen, der Anteil an den Einwohner_innen ist konstant geblieben.

1.4 Ausländer_innen

Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion etwas über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen und ihr Anteil an den Einwohner_innen in der Bezirksregion gestiegen. Der Anstieg des Anteilswert ist höher als der Anstieg des bezirklichen Vergleichswerts.
Im Planungsraum Marienfelder Allee Nordwest ist der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen deutlich höher als in den beiden anderen Planungsräumen der Bezirksregion, hier liegen die Unterkünfte für geflüchtete Menschen in der Marienfelder Allee und im Trachenbergring.

9,6 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die ukrainische Staatsangehörigkeit, 9,4 % sind Staatsbürger_innen Syriens, 9,3 % sind Türk_innen, 8,1 % haben die afghanische Staatsangehörigkeit, 7,2 % die polnische Staatsangehörigkeit und 6,9 % sind Inder_innen. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% ist die Russische Föderation (3,1 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Marienfelde Nord weisen 44,9 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Bei diesem Merkmal hat Polen den größten Anteil (11,7 %) an den Herkunftsgebieten, den zweitgrößten Anteil hat die Türkei (11,1 %).

1.5 Armutsrisiken

Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
  • Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze (D4)
  • Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren (D5)
  • Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe (D6)

In der Bezirksregion liegen die Indikatorwerte zu Armutsrisiken der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze deutlich über den bezirklichen Vergleichswerten, der Indikator zum Armutsrisiko der Einwohner_innen über der Regelaltersgrenze liegt hingegen unter dem bezirklichen Vergleichswert.
Im Vergleich der Planungsräume wird deutlich, dass die Werte der Indikatoren im Planungsraum Marienfelder Allee Nordost deutlich über denen des Planungsraum Kirchstraße liegen. Im Planungsraum Marienfelde Nordost liegen die Indikatoren D4 und D5 auch über den bezirklichen Vergleichswerten, aber in geringerem Maße als im Planungsraum Marienfelder Allee Nordwest, in dem mehr als ein Viertel der Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze als Personen in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II gelten und bei den unter 15-Jährigen sogar deutlich über ein Drittel der Einwohner_innen hierzu zählen.

2 Soziale und grüne Infrastruktur

2.1 Grüne Infrastruktur

In der Bezirksregion liegen die öffentlichen Grünanlagen Maximilian-Kaller-Str. (Grünzug), Gutspark Marienfelde (Gartendenkmal), Wehnertstr. ggü 36, Heilandsweide – Promenade u. Grünzug, Alt-Marienfelde Dorfaue (Gartendenkmal) und Hüfnergärten (Promenade).

In der Bezirksregion gibt es neun öffentliche Spielplätze mit einer Katasterfläche von 42.562 m² und einer Gesamtnettospielfläche von 29.447 m². Die Relation der Quadratmeter der öffentlichen Spielplatzfläche zu den Einwohner_innen liegt in Marienfelde Nord bei 1,2 (Bezirk 0,6, Berlin 0,6).

In der Bezirksregion liegen der evangelische Dorfkirchhof Alt-Marienfelde und der evangelische Friedhof Marienfelde mit einer Gesamtfläche von 31.869 m².

In der Bezirksregion liegen fünf Kleingartenkolonien mit einer Gesamtfläche von 67.005 m² und insgesamt 166 Parzellen.

2.2 Soziale Infrastruktur

In der Bezirksregion Marienfelde Nord liegt der Standort der öffentlichen Kiepert-Grundschule. Teile der Bezirksregion gehören zum Einzugsgebiet der Marienfelde Grundschule (Bezirksregion Marienfelde Süd) und zum Einzugsgebiet der Ikarus-Grundschule (Bezirksregion Mariendorf Süd). In der Bezirksregion Marienfelde Nord liegen außerdem die Standorte der Solling-Schule (ISS) und der Steinwald-Schule, einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.
Zudem liegen in der Bezirksregion die Standorte der privaten katholischen Schule St. Hildegard, einer privaten Förderschule und der privaten katholischen St. Alfons Grundschule.
In der Bezirksregion liegt der Standort der Jugendfreizeiteinrichtung 3D Medienhaus (freier Träger). Außerdem liegt hier der Standort der Seniorenfreizeiteinrichtung Eduard Bernoth.
Die Stadtteilbibliothek Marienfelde hat ihren Standort ebenso in der Bezirksregion Marienfelde Nord.

3 Geschützte und geförderte Gebiete

In der Bezirksregion liegen keine durch Erhaltungsverordnungen nach §172 BauGB geschützten Gebiete. In der Bezirksregion liegt ein Teil der Großsiedlung Tirschenreuther Ring (Programm Stärkung Berliner Großsiedlungen).

4 Umweltgerechtigkeit

Im Rahmen der Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit wurde im Planungsraum Marienfelde Nord eine hohe thermische Belastung festgestellt. Der Planungsraum Marienfelder Allee Nordwest ist aufgrund seines Status-Index einfach belastet.

5 Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2023

Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) wiesen die Planungsräume in der Bezirksregion folgenden Status-/Dynamik Indizes auf:
  • Marienfelder Allee Nordwest: Status mittel / Dynamik positiv (2+)
  • Kirchstraße: Status hoch / Dynamik stabil (1+/-)
  • Marienfelde Nordost: Status mittel / Dynamik stabil (2+/-)

6 Download Kurzprofil

  • Kurzprofil Marienfelde Nord (076012)

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    PDF-Dokument (1.1 MB) - Stand: 31.12.2024

Koordination und Beteiligung

Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination (OE SPK)

SPK DK

Herr Binner
Datenkoordination

SPK RK5

NN
Bezirksregionen Marienfelde Nord und Marienfelde Süd
Vertretung durch SPK RK6