Lage
Die Bezirksregion Mariendorf Nord grenzt im Westen an den Bezirk Steglitz-Zehlendorf entlang der Trasse der Dresdener Bahn und im Osten an den Bezirk Neukölln. Während im Westen die Trasse der Dresdner Bahn eine markante Grenze bildet, ist der Übergang in Richtung Neukölln fließender. Im Norden begrenzt der Teltowkanal und die Ullsteinstraße die Bezirksregion, im Süden endet sie an der Straße Alt-Mariendorf. Die Bezirksregion liegt außerhalb des S-Bahnrings. Die Bezirksregion Mariendorf Nord ist ihrem mittleren Bereich bewohnt, östlich liegt der Marienpark, ein Gewerbe- und Industriegebiet, außerdem gibt es mehrere große Kleingartenkolonien in der Bezirksregion sowie den Volkspark Mariendorf.
Bebauung der Siedlungsfläche
Die Wohnbebauung ist heterogen, sie besteht aus Zeilenbebauung seit den 1950er Jahren, Block(rand)bebauung der Gründerzeit, Blockrand- und Zeilenbebauung der 1920er und 1930er Jahre, sowie niedriger Bebauung mit Hausgärten, hoher Bebauung der Nachkriegszeit und Siedlungsbebauung der 1990er Jahre und jünger. Die verschiedene Siedlungstypen zeugen vom etappenweisen Wachstum der Region. Im Südosten der Bezirksregion entsteht auf den Flächen der alten Gärtnerei ein neues Stadtquartier mit Wohnbebauten der Gegenwart.
Merkmale
In der Bezirksregion Mariendorf Nord erstreckt sich westlich mit dem Marienpark und dem Schindler Innovation Campus ein großes Gewerbegebiet, während sich der östliche Teil mit seinen Kleingartenkolonien, Friedhöfen und Pfuhlen naturnah präsentiert. Im Süden lädt der Volkspark Mariendorf auf seinen Sportflächen und im angrenzenden Sommerbad zur Naherholung ein. Im Umfeld des geschäftigen Zentrums entlang des Mariendorfer Damms befinden sich verschiedene öffentliche und bezirkliche Einrichtungen. Bemerkenswert ist die große Zahl an Seniorenresidenzen. In der Bezirksregion liegen die Standorte von zwei öffentlichen Grundschulen und zwei öffentlichen Gymnasien.
Verkehrsanbindung
Die Bezirksregion Mariendorf Nord ist mit einer Station an das U-Bahnnetz (U6) angebunden. Die Trasse der Dresdener Bahn führt zwar am westlichen Rand durch die Bezirksregion, hat aber in der Bezirksregion keinen Halt. Die von Norden nach Süden verlaufende Ringstraße, Rathausstraße, Mariendorfer Damm (B96) und Rixdorfer Straße sind übergeordnete Straßenverbindungen (StEP II).
Besonderheiten
In der Bezirksregion Mariendorf Nord liegt das durch eine Erhaltungsverordnung zum Schutz der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützte Gebiet Mariendorf. In der Bezirksregion liegt das Landschaftsschutzgebiet Pfuhlgelände an der Britzer Straße.
In Bezug auf die Einwohnerzahl ist Mariendorf Nord die größte Bezirksregion in Tempelhof-Schöneberg.
Zusammenfassung der Datenlage
- In der Bezirksregion Mariendorf Nord leben 9,2 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
- Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert.
- Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt.
- Das Durchschnittsalter liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren gesunken.
- Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und hat in den letzten fünf Jahren zugenommen.
- Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen.
- Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren gewachsen.
- Die Indikatoren zu Armutsrisiken der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze liegen über den bezirklichen Vergleichswerten, bei den Einwohner_innen über der Regelaltersgrenze liegt der Indikatorwert unter dem bezirklichen Vergleichswert.
- In den Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit zeigt nur der Planungsraum Ringstraße eine einfache Belastung aufgrund der hohen thermischen Belastung auf.
- Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2023 wurden alle Planungsräume der Bezirksregion dem Gesamtindex mittel / Stabil (2+/-) zugeordnet.
Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um 1,5 Prozentpunkte unter dem bezirklichen Vergleichswert. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zurückgegangen, auch wenn die absolute Zahl der Einwohner_innen mit dieser Wohndauer gewachsen ist.
Auffallend stark ist der Rückgang im Planungsraum Imbrosweg, in dem ein deutliches Einwohnerwachstum stattgefunden hat.
Die Einwohnerzahl ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Jahr zuvor und im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gestiegen, das prozentuale Wachstum in der Bezirksregion ist hierbei höher als der bezirkliche Vergleichswert.
Das Wachstum der Einwohnerzahl in der Bezirksregion geht auf ein deutliches Wachstum in den Planungsräumen Ringstraße und Imbrosweg zurück.
Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 44,4 Jahren und somit 0,3 Jahre über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion um 0,8 Jahre gesunken, der bezirkliche Vergleichswert hat sich in diesem Zeitraum nur um -0,1 Jahre verändert.
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion etwas unter dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion gestiegen, im Bezirk ist der Anteilswert in diesem Zeitraum konstant geblieben.
Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion über dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion verringert und ihr Anteil an den Einwohner_innen abgenommen. Im Bezirk ist in diesem Zeitraum der Anteil dieser Altersgruppe an den Einwohner_innen konstant geblieben und die Anzahl hat sich erhöht.
Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion etwas unter dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen und ihr Anteil an den Einwohner_innen in der Bezirksregion gestiegen. Der Anstieg des Anteilswert ist höher als der Anstieg des bezirklichen Vergleichswerts.
Die Planungsräume Ringstraße und Machonstraße weisen höhere Anteile an Ausländer_innen auf als die Planungsräume Eisenacher Straße und Imbrosweg. Die Planungsräume Ringstraße und Imbrosweg weisen in den vergangenen fünf Jahren einen stärkeren Anstieg des Anteilswertes auf als die Planungsräume Machonstraße und Eisenacher Straße.
16,0 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die türkische Staatsangehörigkeit, 7,7 % sind Staatsbürger_innen Polens, 7,2 % sind Ukrainer_innen, 6,7 % haben die indische Staatsangehörigkeit, 5,7 % sind Bulgar_innen. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% sind Syrien (4,7 %), Bulgarien (4,3 %), Kroatien (3,3 %) und Serbien (3,3 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Mariendorf Nord weisen 44,5 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Auch bei diesem Merkmal hat die Türkei den größten Anteil (16,6 %) an den Herkunftsgebieten, den zweitgrößten Anteil hat Polen (9,7 %).
Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
-
D4 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze
-
D5 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren
-
D6 – Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe
In der Bezirksregion liegen die Indikatoren zu Armutsrisiken der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze über den bezirklcihen Vergleichswerten, der Indikator zum Armutsrisiko der Einwohner_innen über der Regelaltersgrenze liegt etwas unter dem bezirklichen Vergleichswert.
Im Vergleich der Planungsräume weisen die Planungsräume Ringstraße und Machonstraße höhere Indikatorwerte zu den Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze auf als die Planungsräume Eisenacherstraße und Imbrosweg.