Lage
Die Bezirksregion Tempelhof Südost erstreckt sich östlich des Tempelhofer Damms bis an die Grenze zum Bezirk Neukölln. Im Norden begrenzt die Trasse der Ringbahn die Bezirksregion. Im Süden bildet die Ullsteinstraße die Grenze der Bezirksregion. Die Bezirksregion liegt außerhalb des S-Bahnrings.
Bebauung der Siedlungsfläche
Ein Großteil der Bezirksregion Tempelhof Südost ist nicht bewohnt. Die Flächen sind überwiegend durch Kleingärten, Parkanlagen sowie Gewerbe- und Industriegebiete geprägt. Die bewohnten Bereiche entlang des Tempelhofer Damms werden durch das Rathaus Tempelhof und den angrenzenden Park räumlich getrennt. Ein weiteres Wohngebiet befindet sich an der östlichen Grenze der Bezirksregion und geht in den Nachbarbezirk Neukölln über. Die Wohnbebauung ist vielfältig: Sie besteht aus Block(rand)bebauung aus der Gründerzeit über Blockrand- und Zeilenbauten der 1920er- und 1930er-Jahre bis hin zu höherer Bebauung der Nachkriegszeit. Ergänzt wird dies durch Siedlungsbauten ab den 1990er-Jahren sowie niedrigere Wohnformen mit Hausgärten.
Merkmale
Ein prägender Ort ist der Tempelhofer Hafen gegenüber dem Ullsteinhaus, der vielfältige Einkaufsmöglichkeiten bietet und als Orientierungspunkt dient. In Richtung Osten und Süden entlang des Teltowkanals bestimmen Industrieflächen das Stadtbild. Nordöstlich der Autobahn, an der Grenze zu Neukölln, liegt das Wohngebiet Germaniagarten. Im Gebiet befinden sich zudem eine öffentliche Grundschule, ein Familienzentrum sowie ein Förderzentrum. In zentraler Lage liegen bezirkliche Einrichtungen wie das Rathaus Tempelhof und die Bezirkszentralbibliothek. Darüber hinaus befindet sich innerhalb des QM-Gebiets Germaniagarten eine bezirkliche Seniorenfreizeiteinrichtung.
Verkehrsanbindung
Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgt über drei Stationen der U-Bahnlinie U6, die unter dem Tempelhofer Damm verläuft. Zusätzlich besteht am Bahnhof Tempelhof Anschluss an die Ringbahnlinien S41 und S42. Im Norden verläuft die Autobahn A100 als großräumige Straßenverbindung (StEP I). Die Abzweigung zur Gradestraße stellt eine übergeordnete Straßenverbindung (StEP II) dar.
Besonderheiten
Ein Teil der Bezirksregion liegt innerhalb eines Gebiets, das durch eine Erhaltungsverordnung zum Schutz der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung gesichert ist. Darüber hinaus befindet sich hier das Fördergebiet Germaniagarten im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ mit Quartiersmanagement. Zudem umfasst die Bezirksregion einen Großteil des Fördergebiets „Neue Mitte Tempelhof“ aus dem Programm „Nachhaltige Erneuerung“.
Zusammenfassung der Datenlage
- In der Bezirksregion Tempelhof Südost leben 4,3 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
- Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert.
- Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt.
- Das Durchschnittsalter liegt etwas über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren leicht gesunken.
- Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt etwas über dem bezirklichen Vergleichswert und hat in den letzten fünf Jahren abgenommen.
- Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen.
- Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.
- Die Indikatoren zu Armutsrisiken liegen in der Bezirksregion deutlich über den bezirklichen Vergleichswerten.
- Die Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit zeigen im Planungsraum Rathaus Tempelhof eine einfache Belastung aufgrund der hohen Lärmbelastung und im Planungsraum Germaniagarten eine zweifache Belastung aufgrund der hohen Lärmbelastung und des Status-Index auf.
- Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2023 wurde der Planungsraum Rathaus Tempelhof dem Gesamt-Index mittel / stabil (2+/-) zugeordnet, der Planungsraum Germaniagarten dem Gesamtindex sehr niedrig / stabil (4 +/-).
Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um mehr als sechs Prozentpunkte unter dem bezirklichen Vergleichswert. Die Bezirksregion weist im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg den geringsten Anteil an Einwohner_innen mit einer Wohndauer von min. fünf Jahren an derselben Adresse auf. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre leicht zurückgegangen, auch wenn die absoluten Zahl der Einwohner_innen mit mehr als fünf Jahren Wohndauer in der Bezirksregion gestiegen ist.
Der Planungsraum Germaniagarten fällt durch einen starken Anstieg des Anteilswertes im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor auf.
Die Einwohnerzahl ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Jahr zuvor geringfügig gestiegen und im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gewachsen.
Im Vergleich der Planungsräume zeigt sich im Planungsraum Rathaus Tempelhof im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ein Wachstum der Einwohnerzahl, im Planungsraum Germaniagarten ist in diesem Zeitraum keine Entwicklung der Einwohnerzahl zu beobachten-
Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 41,1 Jahren und somit 2,9 Jahre unter dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion um 0,1 Jahre gesunken, der bezirkliche Vergleichswert ist in diesem Zeitraum um 0,2 Jahre gesunken.
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion leicht unter dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion gesunken, ebenso ist der Anteil an den Einwohner_innen zurückgegangen, im Bezirk ist in diesem Zeitraum der Anteils der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen konstant geblieben.
Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion unter dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion geringfügig verringert, ihr Anteil an den Einwohner_innen ist zurückgegangen. Im Bezirk blieb in diesem Zeitraum der Anteil dieser Altersgruppe an den Einwohner_innen konstant, ist die Anzahl ist jedoch gewachsen.
Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg weist die Bezirksregion Tempelhof Südost den zweithöchsten Anteil an Ausländer_innen auf. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen und ihr Anteil an den Einwohner_innen in der Bezirksregion gestiegen. Der Anstieg des Anteilswert ist etwas geringer als der Anstieg des bezirklichen Vergleichswerts.
Im Planungsraum Rathaus Tempelhof ist der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor stärker gewachsen als im Planungsraum Germaniagarten. Im Planungsraum Germaniagarten ist der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen auffallend hoch.
13,7 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die türkische Staatsangehörigkeit, 6,1 % sind Staatsbürger_innen Polens, 5,7 % die indische Staatsangehörigkeit, 5,7 % sind Bulgar_innen und 5,3 % haben die syrische Staatsangehörigkeit. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% sind die Ukraine (4,0 %), Italien (3,7 %), Rumänien (3,6 %) und Afghanistan (3,5 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Tempelhof Südost weisen 53,8 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Auch bei diesem Merkmal hat die Türkei den größten Anteil (15,0 %) an den Herkunftsgebieten, den zweitgrößten Anteil hat Polen (6,8 %).
Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
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D4 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze
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D5 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren
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D6 – Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe
In der Bezirksregion liegen die Indikatorwerte zu Armutsrisiken über den bezirklichen Vergleichswerten. Im Vergleich der Bezirksregionen ist der Wert des Indikators D4 der zweithöchste Wert und der Wert des Indikators D5 der höchste Wert im Bezirk.
Im Vergleich der Planungsräume zeigt sich, dass die Indikatorwerte im Planungsraum Germaniagarten auffallend hoch sind, hier zählen mehr als ein Viertel der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze als Personen in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II, bei den unter 15-Jährigen zählen fast die Hälfte als Personen in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II und bei den Personen über der Regelaltersgrenze empfangen fast ein Fünftel Leistungen der Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII.
2 Soziale und grüne Infrastruktur
2.1 Grüne Infrastruktur
In der Bezirksregion liegen die öffentlichen Grünanlagen Templerzeile, Tempelhofer Damm 161, Metzplatz, Koseler Weg (ehemals), Albrechtshöhe (Promenade), Franckepark (Gartendenkmal), Feldblumenweg (Promenade), Bergfrieden (Promenade), Gottlieb-Dunkel-Str./Ullsteinstr., Oberlandpark, Rohrbeckstr. – Tiefbeet, Gottlieb-Dunkel-Str. 16-18 und Gottlieb-Dunkel-Str. (Grünanlage).
In der Bezirksregion gibt es acht öffentliche Spielplätze mit einer Katasterfläche von 8.656 m² und einer Gesamtnettospielfläche von 7.518 m². Die Relation der Quadratmeter der öffentlichen Spielplatzfläche zu den Einwohner_innen liegt in Tempelhof Südost bei 0,5 (Bezirk 0,6, Berlin 0,6).
In der Bezirksregion liegen der landeseigene Tempelhofer Parkfriedhof und ein Teil des römisch-katholischen neuen St. Michael-Friedhof mit einer Gesamtfläche von 134.152 m².
In der Bezirksregion liegen 10 Kleingartenkolonien mit einer Gesamtfläche von 281.263 m² und insgesamt 663 Parzellen.
2.2 Soziale Infrastruktur
In der Bezirksregion Tempelhof Südost liegt die öffentliche Paul-Simmel-Grundschule. Das Einzugsgebiet der Maria-Montessori-Grundschule in der Bezirksregion Tempelhof Südwest reicht mit einem kleinen Teil in das Gebiet der Bezirksregion Tempelhof Südost. Außerdem liegt in der Bezirksregion Tempelhof Südost der Standort der Marianne-Cohn-Schule, einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.
Des Weiteren liegt der Standort der privaten Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik in der Bezirksregion Tempelhof Südost.
In der Bezirksregion Tempelhof Südost liegt der Standort der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Villa Holz (freier Träger) sowie der Standort der Seniorenfreizeiteinrichtung Nachbarschaftstreffpunkt Berliner Bär.
In der Bezirksregion liegt außerdem der Standort des Eva-Maria-Buch-Haus, der Bezirkszentralbibliothek. Ebenso ist hier der Standort des evangelischen Familienzentrum Tempelhof.
3 Geschützte und geförderte Gebiete
Ein Teil der Bezirksregion ist durch eine Erhaltungsvorordnung nach §172 BauGB zum Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützt (Gebiet: Tempelhof). Das Fördergebiet Stadtumbau Neue Mitte Tempelhof liegt Großteils in der Bezirksregion. Am östlichen Rand liegt das Quartiersmanagementgebiet Germaniagarten.
4 Umweltgerechtigkeit
Beide Planungsräume der Bezirksregion weisen im Zuge der Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit eine hohe Lärmbelastung auf Grundlage des Gesamtverkehrs auf. Der Planungsraum Germaniagarten hat zudem einen niedrigen / sehr niedrigen Statusindex.
5 Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2023
Im
Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) wiesen die Planungsräume in der Bezirksregion folgenden Status-/Dynamik Indizes auf:
- Rathaus Tempelhof: Status mittel / Dynamik stabil (2 +/-)
- Germaniagarten: Status sehr niedrig / Dynamik stabil (4 +/-)
Download Kurzprofil
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Kurzprofil Tempelhof Südost (074009)
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- Stand: 31.12.2025