Lage
Die Bezirksregion Tempelhof Südwest grenzt nördlich entlang der Autobahntrasse der A100 an die Bezirksregion Tempelhof Nord. Südlich wird die Bezirksregion durch den Teltowkanal begrenzt, hinter dem die Bezirksregion Mariendorf Nord beginnt. Im Westen bildet die Dresdener Bahn die Grenze zur Bezirksregion Friedenau Ost und im Osten bildet der Tempelhofer Damm (B96) die Grenze zur Bezirksregion Tempelhof Südost. Die Bezirksregion liegt außerhalb des S-Bahnrings.
Bebauung der Siedlungsfläche
Tempelhof Südwest weist einen dicht bebauten, bewohnten inneren Bereich auf. Die westlichen Flächen sind hingegen unbewohnt und werden durch das Naturschutzgebiet Schöneberger Südgelände sowie durch Gewerbe- und Industrieflächen an der Bessemer Straße geprägt. Die Wohnbebauung ist vielfältig: Den größten Anteil bilden Blockrand- und Zeilenbauten aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Ergänzt wird diese Struktur durch Blockrandbebauung aus der Gründerzeit, Zeilenbauten seit den 1950er-Jahren sowie durch höhere Gebäude der Nachkriegszeit und niedrigere Bebauungen mit Hausgärten.
Merkmale
Im Nordwesten befindet sich ein Industriegebiet. Westlich davon bietet der Naturpark Schöneberger Südgelände einen wichtigen Naherholungsraum. Die angrenzenden Siedlungen Lindenhof und Marienhöhe zeichnen sich durch ruhige Wohnlagen aus: Der Lindenhof verfügt über einen hohen Bestand an genossenschaftlichen Wohnungen aus den 1920er-, 1930er- und 1950er-Jahren. Die Siedlung Marienhöhe liegt auf einer Anhöhe und ist überwiegend durch Einfamilienhäuser geprägt. Im Süden der Bezirksregion ist perspektivisch die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers mit dem Namen „Marienhöfe“ vorgesehen. Darüber hinaus gibt es im Gebiet drei öffentliche Grundschulen, zwei integrierte Sekundarschulen und ein Gymnasium Die ufaFabrik hat mit ihrem internationalen Kulturzentrum überregionale Bedeutung als Veranstaltungsort und ist zugleich mit dem dort ansässigen Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum ein wichtiger Treffpunkt für die Nachbarschaft.
Verkehrsanbindung
Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgt über drei Stationen der U-Bahnlinie U6. Wichtige übergeordnete Straßenverbindungen (StEP II) sind die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Straßen Manteuffelstraße und Tempelhofer Damm sowie die in Ost-West-Richtung verlaufenden Achsen Arnulfstraße / Friedrich-Karl-Straße und die Attilastraße.
Besonderheiten
In der Bezirksregion liegen sowohl das Landschaftsschutzgebiet als auch das Naturschutzgebiet Schöneberger Südgelände. Zudem umfasst das Gebiet einen Teil des Fördergebiets „Neue Mitte Tempelhof“ aus dem Programm „Nachhaltige Erneuerung“.
Zusammenfassung der Datenlage
- In der Bezirksregion Tempelhof Südwest leben 9,1 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
- Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert.
- Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt.
- Das Durchschnittsalter liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren gesunken.
- Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt leicht unter dem bezirklichen Vergleichswert und hat in den letzten fünf Jahren zugenommen.
- Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen.
- Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.
- Die Indikatoren zu Armutsrisiken liegen in der Bezirksregion nahe an den bezirklichen Vergleichswerten.
- Die Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit zeigen in allen Planungsräumen mindestens einen Indikator mit hohen Werten bzw. eine schlechte Grünversorgung auf.
- Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2023 weisen die Planungsräume Wittekindstraße, Bosepark, Friedrich-Karl-Straße und Marienhöhe Status-Index: mittel und den Dynamik-Index: stabil (2+/-) auf, der Planungsraum Lindenhofsiedlung hat den Status-Index: mittel und den Dynamik-Index: positiv (2+).
Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um 0,9 Prozentpunkte unter dem bezirklichen Vergleichswert. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gestiegen, während der bezirkliche Vergleichswert in diesem Zeitraum leicht zurückgegangen ist..
Der Planungsraum Lindenhofsiedlung fällt durch einen auffallend geringen Anteilswert auf, hier sind In den fünf vergangenen Jahren Wohnungsbauten entstanden, aufgrund derer sich eine hohe Dynamik in den Einwohnerzahlen des Planungsraums ergeben hat, die sich auch im starken Rückgang des Anteilswert der Einwohner_innen mit mindestens fünf Jahren Wohndauer niederschlägt.
Der Planungsraum Marienhöhe weist einen höheren Anteilswert auf als die anderen Planungsräume in der Bezirksregion, was durch die in diesem Planungsraum vorliegende Bebauung, die zu einem wesentlichen Teil aus Ein-Familien- und Zwei-Familien-Häusern besteht, begründbar ist, hier ist der Anteilswert aber im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor leicht zurückgegangen.
Die Einwohnerzahl ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Jahr zuvor gesunken und im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gestiegen, hierbei ist das Einwohnerwachstum in der Bezirksregion geringer als im Bezirk.
Einen auffallend hohen Anstieg der Einwohnerzahl weist der Planungsraum Lindenhofsiedlung im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor auf, diese Entwicklung ist den in diesem Gebiet vollzogenen Baufertigstellungen von Wohngebäuden zuzurechnen.in den anderen Planungsräumen der Bezirksregion ist die Einwohnerzahl zurückgegangen.
Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 43,4 Jahren und somit 0,7 Jahre unter dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion um 0,2 Jahre gesunken, der bezirkliche Vergleichswert hat sich in diesem Zeitraum gleichermaßen verändert.
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion leicht unter dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion gestiegen, der Anteil an den Einwohner_innen ist in der Bezirksregion in diesem Zeitraum ebenso etwas gewachsen.
Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion unter dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion minimal verringert und ihr Anteil an den Einwohner_innen abgenommen. Im Bezirk haben sich in diesem Zeitraum die Anzahl der Einwohner_innen dieser Altersgruppe an den Einwohner_innen erhöht, während der Anteil konstant geblieben ist.
Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion etwas unter dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen und ihr Anteil an den Einwohner_innen in der Bezirksregion gestiegen. Der Anstieg des Anteilswert ist etwas geringer als der Anstieg des bezirklichen Vergleichswerts.
Auffallend hoch ist der Anstieg des Anteilswerts im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor im Planungsraum Lindenhofsiedlung.
12,8 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die türkische Staatsangehörigkeit, 6,0 % sind Staatsbürger_innen Polens, 5,7 % sind Ukrainer_innen, 5,0 % haben die indische Staatsangehörigkeit. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% sind Syrien (4,7 %), Kroatien (4,0 %), Rumänien (3,6 %) und die Russische Föderation (3,3 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Tempelhof Südwest weisen 41,9 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Auch bei diesem Merkmal hat die Türkei den größten Anteil (14,7 %) an den Herkunftsgebieten, den zweitgrößten Anteil hat Polen (7,4 %).
Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
- Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze (D4)
- Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren (D5)
- Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe (D6)
In der Bezirksregion liegen die Anteilswerte der Indikatoren zu Armutsrisiken der Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze leicht unter den bezirklichen Vergleichswerten, der Indikator zum Armutsrisiko der Einwohner_innen über der Regelaltersgrenze liegt leicht über dem bezirklichen Vergleichswert.
Im Vergleich der Planungsräume zeigt sich, dass im Planungsraum Lindenhofsiedlung, die Ausprägungen der Indikatoren D4 und D5 deutlich unter den bezirklichen Vergleichswerten liegen, der Indikator D6 jedoch einen Wert aufweist, der etwas über dem bezirklichen Vergleichswert liegt. Die Planungsräume Wittekindstraße und Friedrich-Karl-Straße weisen bei den Indikatoren D4 und D5 Werte auf, die höher als die bezirklichen Vergleichswerte sind. In den Planungsräumen Lindenhofsiedlung und Friedrich-Karl-Straße ist zudem der Wert des Indikators D6 höher als der bezirkliche Vergleichswert.
2 Soziale und grüne Infrastruktur
2.1 Grüne Infrastruktur
In der Bezirksregion liegen die öffentlichen Grünanlagen Alboinplatz (Gartendenkmal), Naturpark Schöneberger Südgelände, Alter Park (Gartendenkmal), Friedensplatz, Bosepark, Lehnepark (Gartendenkmal), Teltowkanal Nord Te-Damm-Alarichstr., Teltowkanal Nord Geiserich- bis Gersdorf, Marienhöhe (Gartendenkmal), Geiserich (Promenade) und Marienhöhe (Kolonie-Promenade).
In der Bezirksregion gibt es zehn öffentliche Spielplätze mit einer Katasterfläche von 34.505 m² und einer Gesamtnettospielfläche von 19.447 m². Die Relation der Quadratmeter der öffentlichen Spielplatzfläche zu den Einwohner_innen liegt in Tempelhof Südwest bei 0,6 (Bezirk 0,6, Berlin 0,6).
In der Bezirksregion liegen der landeseigene Friedhof Schöneberg II, der evangelische Dorfkirchhof Alt-Tempelhof und der römisch-katholische St. Matthias-Friedhof mit einer Gesamtfläche von 205.858 m².
In der Bezirksregion liegen 10 Kleingartenkolonien mit einer Gesamtfläche von 81931 m² und insgesamt 236 Parzellen.
2.2 Soziale Infrastruktur
In der Bezirksregion Tempelhof liegen die öffentlichen Grundschulen Lindenhof-Grundschule, Paul-Klee-Grundschule und Maria-Montessori-Grundschule, die integrierten Sekundarschulen Schule am Berlinickeplatz und Johanna-Eck-Schule und das Askanische Gymnasium.
Außerdem liegt noch der Standort der privaten Freien Schule in Berlin (Grundschule) und die private kombinierte berufliche Schule des Campus Berufsbildung e.V. in der Bezirksregion.
In der Bezirksregion Tempelhof Südwest liegen die Standorte der durch freie Träger betriebenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen Boseclub und Café Albrecht, des Kinder- und Jugendclub Lindenhof und der Kinderbauernhof in der Ufa Fabrik. Außerdem liegt in der Bezirksregion die Seniorenfreizeiteinrichtung Spukvilla. In der Ufa Fabrik ist auch das gleichnamige Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum und ein Familien-und Nachbarschaftstreffpunkt zuhause.
3 Geschützte und geförderte Gebiete
Ein Teil der Bezirksregion ist durch eine Erhaltungsvorordnung nach §172 BauGB zum Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützt (Gebiet: Tempelhof). Außerdem liegt die durch eine Erhaltungsverordnung zum Erhalt der städtebaulichen Eigenart geschützte Wolframsiedlung in der Bezirksregion. Das Fördergebiet Stadtumbau Neue Mitte Tempelhof reicht bis in die Bezirksregion Tempelhof Südwest.
4 Umweltgerechtigkeit
Vier der fünf Planungsräume der Bezirksregion weisen im Rahmen der Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit eine einfache Belastung auf, ein Planungsraum eine zweifache Belastung. Der Planungsraum Lindenhofsiedlung weist eine hohe thermische Belastung auf, die Planungsräume Wittekindstraße, Bosepark und Friedrich-Karl-Straße eine hohe Luftbelastung durch Stickstoffdioxid, der Planungsraum Wittekindstraße zudem eine schlechte Grünversorgung. Der Planungsraum Marienhöhe weist eine hohe Lärmbelastung durch den Gesamtverkehr auf.
5 Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2023
Im
Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) wiesen die Planungsräume in der Bezirksregion folgenden Status-/Dynamik Indizes auf:
- Lindenhofsiedlung: Status mittel / Dynamik positiv (2+)
- Wittekindstraße: Status mittel / Dynamik stabil (2+/-)
- Bosepark: Status mittel / Dynamik stabil (2+/-)
- Friedrich-Karl-Straße: Status mittel / Dynamik stabil (2+/-)
- Marienhöhe: Status mittel / Dynamik stabil (2+/-)
6 Download Kurzprofil
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Kurzprofil Tempelhof Südwest (074008)
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PDF-Dokument (3.9 MB)
- Stand: 31.12.2025