Lage
Die Bezirksregion Schöneberg Südost liegt im südlichen Teil des Ortsteils Schöneberg und grenzt östlich entlang der S-Bahn- und Fernbahntrassen an die Bezirksregion Tempelhof Nord, am südöstlichen Endpunkt der Bezirksregion liegt der Bahnhof Südkreuz. Die südliche Grenze ist der westlich in die Dominicusstraße übergehende Sachsendamm, westlich wird die Bezirksregion durch die Martin-Luther-Straße begrenzt. Nördlich verläuft die Grenze der Bezirksregion entlang der Eisenacher Straße und Monumentenstraße. Die Bezirksregion liegt innerhalb des S-Bahnrings.
Bebauung der Siedlungsfläche
Die Bezirksregion Schöneberg Südost ist zu einem nicht unwesentlichen Teil unbewohnt, sondern durch Gemeinbedarf und Sondernutzung, sowie Gewerbe und Industrie und kleinere Parkflächen geprägt. Die Wohnbebauung besteht überwiegend aus Blockbebauung der Gründerzeit und wird durch Bauten der Nachkriegszeit ergänzt. Auf dem Gebiet der Schöneberger Linse ist ein neues Stadtquartier mit Mischnutzung entstanden.
Merkmale
In der Bezirksregion Schöneberg Südost liegt der EUREF-Campus, der auf dem Gebiet des ehemaligen Gaswerks entstanden ist. Die Sportstätten am Sachsendamm sind überregional als Trainings- und Wettkampfstätten von Bedeutung. Große Möbelhäuser, die nahe dem Bahnhof Südkreuz liegen, werden täglich von vielen Kaufenden besucht. In der Bezirksregion liegen aber auch zwei Friedhöfe und mehrere öffentliche Grünanlagen. Am Bahnhof Südkreuz ist auf der sogenannten Schöneberger Linse ein neues Stadtquartier entstanden, in dem verschiedene Wohn- und Geschäftshäuser gebaut wurden. In der Bezirksregion liegen die Standorte von drei öffentlichen Grundschulen, einer öffentlichen integrierten Sekundarschule und eines öffentlichen Gymnasiums.
Verkehrsanbindung
Die Bezirksregion Schöneberg Südost ist durch den Bahnhof Südkreuz an das S-Bahnnetz (S2, S25, S26, S41, S42) und das Fernbahnnetz angebunden. Zwei U-Bahnhöfe binden die Bezirksregion zudem an das U-Bahnnetz an (U7). Die Hauptstraße, die von Nordost nach Südwest durch die Bezirksregion verläuft, ist eine großräumige Straßenverbindung (StEP I). Die von West nach Ost führende Kolonnenstraße ist eine übergeordnete Straßenverbindung (StEP II).
Besonderheiten
In der Bezirksregion Schöneberg Südwest liegen Teile der durch eine Erhaltungsverordnung zum Schutz der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützten Gebiete Kaiser-Wilhelm-Platz, Schöneberger Süden und Schöneberger Insel. In der Bezirksregion liegt ein Großteil des Fördergebiets Schöneberg-Südkreuz aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung. In der Bezirksregion liegt das Gebiet Terrassen Schöneberg aus dem Programm Großsiedlungen.
Zusammenfassung der Datenlage
- In der Bezirksregion Schöneberg Südost leben 8,9 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
- Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert.
- Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor positiv entwickelt.
- Das Durchschnittsalter liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren gestiegen.
- Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt unter dem bezirklichen Vergleichswert und hat in den letzten fünf Jahren geringfügig zugenommen.
- Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.
- Der Anteil von Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren nur geringfügig gestiegen.
- Die Indikatoren zu Armutsrisiken unterhalb der Regelaltersgrenze liegen unter den bezirklichen Vergleichswerten, der Indikator zum Armutsrisiko der Einwohner_innen jenseits der Regelaltersgrenze liegt hingegen deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert.
- Die Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit weisen für alle fünf Planungsräume hohe Werte der thermischen Belastung auf. Bis auf den Planungsraum Cheruskerstraße wird die Grünversorgung in den Planungsräumen in Schöneberg Südost mit schlecht bewertet. Die Planungsräume Belziger Straße, Feurigstraße und Julius-Leber-Brücke weisen zudem noch bezüglich der Luftbelastung hohe Werte auf und der Planungsraum Schöneberger Linse einen hohen Wert in Bezug auf die Lärmbelastung. Der Planungsraum Feurigstraße ist zudem im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2021 durch einen niedrigen Status-Index und einen negativen Dynamik-Index aufgefallen und gilt somit als vierfach belastet im Sinne der Umweltgerechtigkeit.
- Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2023 wiesen die Planungsräume Belziger Straße, Julius-Leber-Brücke, Cheruskerstraße und Hohenfriedbergstraße den Status-Index: mittel und den Dynamik-Index: stabil (2+/-) auf, der Planungsraum Feurigstraße den Status-Index: niedrig und den Dynamik-Index: stabil (3+/-) sowie der Planungsraum Schöneberger Linse wie den Status-Index: mittel und den Dynamik-Index: positiv auf.
Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um 3,3 Prozentpunkte unter dem bezirklichen Vergleichswert. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor etwas stärker zurückgegangen als der bezirkliche Vergleichswert ist in diesem Zeitraum. Die Bezirksregion weist den niedrigsten Anteilswert an Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mindestens fünf Jahren im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg auf.
In den Planungsräumen Hohenfriedbergstraße und Julius-Leber-Brücke ist der Anteilswert auffallend stark gestiegen. Die Berechnungen für den Planungsraum Schöneberger Linse sind mit Vorsicht zu betrachten, da hier aufgrund der in den letzten Jahren erst entstandenen Bebauung starke Veränderungen der Einwohnerzahl vorliegen.
Die Einwohnerzahl ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Jahr zuvor und im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gestiegen, das prozentuale Wachstum in der Bezirksregion ist hierbei höher als der bezirkliche Vergleichswert.
Das Wachstum der Einwohnerzahl in der Bezirksregion ist hauptsächlich auf die positive Einwohnerentwicklung im Planungsraum Schöneberger Linse und Freurigstraße zurückzuführen, in den anderen Planungsräumen der Bezirksregion ist die Einwohnerzahl in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen. Das absurd hohe prozentuale Wachstum im Planungsraum Schöneberger Linse ist auf die Baufertigstellungen in dem zuvor kaum bewohnten Gebiet und die geringe Einwohnerzahl des Planungsraumes insgesamt zurückzuführen.
Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 41,3 Jahren und somit 2,7 Jahre unter dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion um 2,7 Jahre gesunken, der bezirkliche Vergleichswert hat sich in diesem Zeitraum kaum verändert.
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion unter dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion gewachsen, der Anteil an den Einwohner_innen ist minimal gestiegen. Die Anzahl der unter 18-Jährigen ist im Planungsraum Schöneberger Linse, durch die Fertigstellungen der Wohnungsbauten, in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen.
Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion erhöht und ihr Anteil an den Einwohner_innen zugenommen.
Im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg weist Schöneberg Südost den geringsten Anteil dieser Altersgruppe an den Einwohner_innen auf.
Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen in der Bezirksregion gestiegen, der Anteil an den Einwohner_innen aber geringer als der bezirkliche Vergleichswert gestiegen.
16,0 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die türkische Staatsangehörigkeit, 5,7 % sind Staatsbürger_innen der Ukraine, 5,6 % sind Staatsbürger_innen Indiens und 5,5 % sind italienische Staatsangehörige. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% sind Polen (4,0 %), die Vereinigten Staaten (4, 0 %) und Frankreich (3,8 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Schöneberg Südost weisen 45,1 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Auch bei diesem Merkmal hat die Türkei den größten Anteil (16,7 %) an den Herkunftsgebieten.
Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
- Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze (D4)
- Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren (D5)
- Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe (D6)
In der Bezirksregion liegen die Indikatoren zu Armutsrisiken für die Einwohner_innen unterhalb der Regelaltersgrenze unter den bezirklichen Vergleichswerten. Der Anteil an Empfäner_innen von Grundsicherung nach dem SGB XII an den Einwohner_innen jenseits der Regelaltersgrenze liegt hingegen deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert.
Im Vergleich der Planungsräume in der Bezirksregion zeigen sich deutliche Unterschiede, der Planungsraum Feurigstraße weist hierbei deutlich höhere Ausprägungen der drei Indikatoren auf. In diesem Planungsraum gelten mehr als ein Drittel der unter 15-Jährigen als Personen in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II un mehr als ein Fünftel der Personen jenseits der Regelaltersgrenze empfangen Leistungen der Grundsicherung im Alter nach SGB XII.