Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erleben Lebensphasen voller Umbrüche: Schulabschlüsse, neue Ausbildungs- oder Arbeitsorte, erste eigene Wohnungen oder Krisen wie die Pandemie können soziale Netzwerke schwächen und Isolation begünstigen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung fühlen sich mehr als die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen in Europa moderat bis stark einsam, mit weitreichenden Folgen für mentale Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und Demokratievertrauen.
Einsamkeit ist damit nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches Thema. Sie beeinflusst, wie Menschen in Kontakt treten, Vertrauen entwickeln und Gemeinschaft erleben. Eine hohe Einsamkeitsbelastung gefährdet sowohl das persönliche Wohlbefinden als auch den sozialen Zusammenhalt.
Engagement, Nachbarschaft und soziale Orte
Gerade auf kommunaler Ebene entstehen Räume, in denen Einsamkeit überwunden und Gemeinschaft gestärkt werden kann. Schulen, Jugendzentren, Vereine und lokale Initiativen schaffen Begegnungsorte, an denen junge Menschen sich austauschen, mitgestalten und gegenseitig unterstützen können. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg spielt hier eine Schlüsselrolle: durch die Förderung sozialer Orte, die niedrigschwellig und inklusiv Begegnung, Mitwirkung und Engagement ermöglichen.
Fachinputs, Praxisimpulse und Vernetzung
Der Fachtag bringt Expert_innen und Praktiker_innen aus Wissenschaft, Jugendarbeit und Engagementförderung zusammen. Fachliche Impulse und Praxisbeispiele zeigen, wie Caring Communities entstehen, wie digitale Beratungsangebote junge Menschen erreichen, Schulungskonzepte wirken und wie Beteiligungsprojekte, kreative Methoden und mobile Jugendarbeit Einsamkeit präventiv begegnen können, insbesondere in Verbindung mit Themen wie Armut, mentale Gesundheit und sozialräumliche Strukturen.
Im anschließenden Networking Market (World Café) können Teilnehmende gemeinsam mit lokalen Initiativen und Organisationen diskutieren, Ideen entwickeln und neue Kooperationen anstoßen. Ziel ist es, konkrete Wege zu finden, wie junge Menschen stärker eingebunden und soziale Orte im Bezirk nachhaltig gestärkt werden können.