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KiTS aktuell: Workshop zum Internationalen Frauentag

Zwei Frauen halten Hände
  • 20.03.2026

Ein gelungener Tag für Mädchen* und FLINTA* in der Jugendfreizeiteinrichtung Haus of fun

Der Internationale Frauentag am 8. März ist ein weltweiter Aktionstag, an dem Millionen Frauen für Gleichberechtigung sowie gegen Diskriminierung, Benachteiligung und Gewalt kämpfen. Trotz gesellschaftlicher Fortschritte, sind Frauen* und Mädchen* weiterhin in vielen gesellschaftlichen Bereichen strukturell benachteiligt. Der Frauentag verbindet historische Erinnerung mit aktuellen Fragen nach Respekt, Mitbestimmung und Vielfalt. Das Motto des Frauentages 2026 lautet: „Mitbestimmen. Mitgestalten. MehrWert Gleichstellung.“
Vor diesem Hintergrund ist der Internationale Frauentag nicht nur ein historischer Gedenktag, sondern ein aktueller Auftrag: Er schafft Räume für Sichtbarkeit, Empowerment und solidarisches Handeln. Pädagogische Angebote im Kontext des Weltfrauentages leisten einen wichtigen Beitrag, um junge Menschen für Fragen von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe zu sensibilisieren.
Deshalb haben wir uns als offene Jugendfreizeiteinrichtung dazu entschieden, einen niedrigschwelligen Aktionstag anzubieten und einen Rahmen zu schaffen, in dem Reflexion, Austausch und Selbstwirksamkeit Platz finden. So geben wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten zu erkennen, dass ihre persönlichen Erfahrungen mit Geschlechterrollen Teil größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge sind. Sie erleben, dass gesellschaftliche Veränderungen historisch erkämpft wurden und weiterhin Engagement benötigen.

Ein gemaltes Bild über Frauenrechte

Als Auftakt zum Workshop versammelten sich die ca. 15 Teilnehmer*innen zu einer kleinen Austauschrunde. Warum haben Frauen* angefangen für ihre Rechte zu kämpfen? Was durften Frauen* früher alleine entscheiden? Wie ist es heute? Dürfen Frauen alleine leben?
Warum ist es bis heute so wichtig auf die Rechte von Mädchen* und Frauen* aufmerksam zu machen und für diese zu kämpfen?

Im Gespräch berichteten die Teilnehmer*innen, dass sie als Mädchen* und FLINTA* vieles dürfen, was Frauen* vor 50 Jahren noch verwehrt wurde.
Und trotzdem kannte jede* von ihnen Sprüche wie: „Mädchen* dürfen kein Fußball spielen.“ „Dafür sind Mädchen* zu schwach.“ „Mit einem Kleid musst du ordentlich sitzen.“ Dieser offene Austausch gelang dank des Schutzraumes nur für Mädchen* und FLINTA* der bewusst für diesen besonderen Tag geschaffen wurde.

Hände die ein belegtes Pizzablech mit Käse bestreuen

Im Anschluss verteilten sich die Mädchen* auf die drei Stationen, an denen sie sich mit ihrer Rolle als Frau*/FLINTA* in der Gesellschaft auseinandersetzten konnten und kreativ mit Rollenklischees spielten.

In der Denk-Küche, die vom einzigen männlichen Mitarbeiter begleitet wurde, wurde für die versammelte Frauenschafft leckere Pizza gebacken. Bewusst wurde der Mann in die Küche gestellt, um verfestigte Rollenbilder in Frage zu stellen und zum Gespräch einzuladen. Wer kocht bei euch zu Hause? Wer kümmert sich um Einkauf und Haushalt? Wer übernimmt bei euch die Care-Arbeit zuhause? Wie möchtet ihr das später mal leben? In der Denk-Küche regten auch viele kleine Fragekarten zum Austausch mit anderen an.

Eine größere und eine kleinere Person arbeiten zusammen an einer Holzwerkbank

Weiter ging es in der Holz-Werkstatt. Hier erlebten die Teilnehmer*innen wie stark sie sind und wie manuelle und elektrische Sägen bedient werden. Aus quadratischen Holzlatten wurden jeweils vier Würfel gesägt, diese konnten nach Belieben bemalt und beklebt werden. Anschließend wurden die Würfel mit Zahlen, Wochentagen und Monaten bestückt, so dass ein ewiger Kalender entsteht. Als tägliche Erinnerung an ihr Können, ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität kam der Würfel-Kalender mit nach Hause.

Der Boden ist mit Papierfolie bedeckt und darauf Stifte und handgeschriebene Aussagen zum Internationalen Frauentag

Nebenan in der Textil-Werkstatt nutzten die Mädchen* Farbe, Pinsel und Stift um ihre Stimmen auf T-Shirts und Beutel zu bringen. Vorher konnte auf dem mit Papier beklebten Tisch Ideen gesammelt und Anregungen gefunden werden. Ganz klar lag der Fokus auf starken Aussagen, die bezeugen wie wertvoll jede* einzelne von ihnen ist.

Das Haus selber war anlässlich des 8. März mit Mut-Mach-Sprüchen und kurz Biografien zu weiblichen gelesenen Persönlichkeiten dekoriert, so dass eine empowernde Wohlfühlatmosphäre geschaffen wurde.

Als Einrichtung haben wir bewusst mit dem Aktionstag ein sichtbares Zeichen für Gleichstellung und gegen Diskriminierung gesetzt und verhelfen den jungen Menschen ihre Stimme zu entwickeln und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten.

Das klare Fazit war erneut, dass Mädchen*, junge Frauen* und FLINTA*-Personen geschützte Räume brauchen, um ihr volles Potenzial zu entfalten und ohne männliche* Bewertung und Beobachtung ganz sie selbst sein zu können. Wie jedes Mal nach unserem wöchentlichen Mädchen*-Tag (immer donnerstags) bekamen wir wörtlich die Rückmeldung der Teilnehmer*innen, wie wichtig und schön es ist die Einrichtung auch mal ohne Jungen* nutzen zu können. Dies zeigt sich auch im Verhalten der weiblichen* Besucher*innen. Es ist wunderbar zu beobachten, wie sich diese immer selbstbewusster den offenen Bereich aneignen, weil sie sich zuvor im geschützten Rahmen mit der Einrichtung vertraut machen und an ihrem Selbstwert arbeiten konnten.