Technischer Fehler bei Online-Beantragungen

Bitte beachten Sie unsere Mitteilung, wenn Sie in der Zeit vom 11.03.2026 bis 16.03.2026 eine der folgenden Dienstleistungen online beantragt haben: Unterhaltsvorschuss, Kita-Gutschein, Ehe-, Geburts- oder Sterbeurkunde, Wohnberechtigungsschein, Wohngeld, Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket

Gedenktafel für den verfolgten Wissenschaftler und Herausgeber Dr. Arnold Berliner enthüllt

Pressemitteilung Nr. 115 vom 25.03.2026

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Dr. Stefan L. Wolff enthüllen die neue Gedenktafel.

Die Gedenktafel für den von den Nationalsozialisten verfolgten Physiker Dr. Arnold Berliner wurde am 24. März 2026 im Beisein von Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann an der Ecke Kurfürstenstraße / Derfflingerstraße mit Blick in die Kielganstraße enthüllt. Sie wurde mit einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg initiiert. Berliner gründete 1913 die Zeitschrift „Die Naturwissenschaften“, die heute als „The Science of Nature“ zu den bekanntesten naturwissenschaftlichen Zeitschriften der Welt zählt. Trotz seines bedeutenden Beitrags für die Wissenschaftskommunikation ist Arnold Berliner in der breiten Öffentlichkeit bisher kaum bekannt.

Arnold Berliner, geboren 1862, gründete 1913 die Zeitschrift „Die Naturwissenschaften“, die vom Julius Springer Verlag publiziert wurde. Die Wochenschrift informierte im deutschen Sprachraum über ein breites Spektrum der Naturwissenschaften und bot die Möglichkeit, neue Erkenntnisse rasch und fächerübergreifend bekannt zu machen. Der Erfolg der Publikation beruhte vor allem auf Arnold Berliners Engagement und seinen persönlichen Kontakten. Fortwährend gewann er bedeutende Forschungspersönlichkeiten für neue Beiträge. Ab 1924 war die Zeitschrift offizielles Organ der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Die Zeitschrift und sein großes interdisziplinäres Netzwerk machten Arnold Berliner zu einer zentralen Figur der deutschen Wissenschaft im 20. Jahrhundert.

Ab 1933 versuchte Berliner, der zunehmenden nationalsozialistischen Diffamierung seiner Arbeit entgegenzutreten. 1935 gab der Julius Springer Verlag dem politischen Druck nach und entließ den Herausgeber, weil er als Jude galt. Arnold Berliner durfte das Verlagsgebäude nicht mehr betreten und konnte das von ihm begonnene Werk nicht mehr begleiten. Die zunehmenden Ausgrenzungen und Diskriminierungen raubten ihm seine Schaffenskraft sowie seinen Lebenswillen. Als ihm zuletzt seine Wohnung in der Kielganstraße 5 weggenommen werden sollte, flüchtete sich Dr. Arnold Berliner am 22. März 1942 in den Tod.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:
„Es ist an der Zeit, Arnold Berliner in dem Bezirk, in dem er lebte, angemessen zu ehren. Seine Verdienste für die Wissenschaft und sein tragisches Schicksal dürfen nicht in Vergessenheit geraten.“

Die Veranstaltung wurde von Dr. Stefan L. Wolff, Wissenschaftler beim Deutschen Museum München und Mitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, mitgestaltet. In seinem Vortrag würdigte er nicht nur den wissenschaftlichen und publizistischen Lebensweg Arnold Berliners, sondern betonte auch dessen Leidenschaft für Kultur und Musik. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Kompositionen Gustav Mahlers, der ein enger Freund Arnold Berliners war.