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Neue Tafel am Park am Gleisdreieck informiert zur Rolle der Ofenbaufirma H. Kori GmbH im Holocaust

Pressemitteilung Nr. 110 vom 23.03.2026

Lokalhistoriker Norbert Peters und Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann enthüllen die neue Gedenktafel.

Am 20. März 2026 weihte Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann eine neue Informationstafel am Rande des Parks am Gleisdreieck ein. Die Tafel nahe der Dennewitzstraße erinnert an die Ofenbaufirma H. Kori GmbH, die während der NS-Zeit eine zentrale Rolle bei der Ausstattung der Krematorien in den Konzentrations- und Vernichtungslagern spielte. Die Tafel wurde mit einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg initiiert.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:
„Die Geschichte der Firma H. Kori zeigt, dass nicht nur politische Entscheider, sondern auch Handlanger und Mitläufer die Geschichte prägen. Es ist daher auch in diesen Tagen wieder wichtig, genau hinzusehen, zu prüfen und zu hinterfragen, um nicht Gefahr zu laufen, sich der Mittäterschaft schuldig zu machen. Indem wir uns den dunklen Kapiteln unserer Geschichte stellen, können wir für die Gegenwart lernen und hoffentlich verhindern, dass sich solche Gräueltaten wiederholen.“

Die Besuchenden der Veranstaltung am Freitagnachmittag folgten interessiert den Ausführungen des Lokalhistorikers Norbert Peters, der ehrenamtlich zur Geschichte des Stadtraums zwischen Yorckstraße und Anhalterbahnhof forscht und umfangreich Auskunft über die Firmengeschichte von Kori gab. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Schülern der Studienvorbereitung der bezirklichen Leo Kestenberg Musikschule.

Geschichte der Ofenbaufirma H. Kori GmbH

Die Dennewitzstraße 35 war von 1905 bis in die 1970er Jahre der Firmensitz der H. Kori GmbH. Ab 1939 entwickelte sich das Unternehmen zu einem wichtigen Partner des nationalsozialistischen Regimes. Zunächst lieferte Kori Öfen für sechs Krankenmordstätten, in denen Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen ermordet wurden. Später wurden die Öfen in rund 20 Konzentrations- und Vernichtungslagern installiert, um die Spuren des Genozids zu beseitigen.

Nach 1945 integrierte sich die Firma nahtlos in die westdeutsche Wirtschaft und stellte Heizungs- und Lüftungsanlagen her. Erst 1962 wurde die Mittäterschaft des Unternehmens in der Publikation „Wir haben es gesehen“ öffentlich thematisiert. Die anschließende Debatte blieb jedoch folgenlos. In den 1970er Jahren zog die Firma nach Neukölln, 1999 meldete sie Insolvenz an und wurde 2012 aus dem Handelsregister gelöscht.