Im vergangenen Jahr wurde zum ersten Mal das großflächige Abfräsen von Kopfsteinpflaster im Priesterweg – basierend auf den Erkenntnissen des NUDAFA-Reallabors – erfolgreich durch das Bezirksamt umgesetzt. Mit einem anschließenden Projekt in Eichwalde wurde die angewandte Technik noch weiter verfeinert. Nun wurde das „Realexperiment Komfortables Kopfsteinpflaster“ beim Deutschen Fahrradpreis 2026 ausgezeichnet.
Gefrästes Kopfsteinpflaster am Priesterweg
Im Priesterweg wurde im März 2025 auf einer Länge von 250 Metern (rund 1200 m2) erstmalig das großflächige Abfräsen des Kopfsteinpflasters im Bestand getestet, um die Befahrbarkeit für den Radverkehr zu verbessern. Mit dieser Technik sind verschiedene Vorteile verbunden: Die Kopfstein-Optik bleibt erhalten, es entsteht eine gleichmäßige Oberfläche zum Befahren. Fahrgeräusche werden gemindert und Regenwasser kann weiterhin versickern. Die innovative Methode bietet so die Möglichkeit, besonders denkmalgeschützte Kopfsteinpflasterflächen mit weniger Aufwand zu sanieren.
Nach dem erfolgreichen Test wurde das Realexperiment unter anderen Bedingungen in Eichwalde erprobt. Die Ergebnisse waren erneut vielversprechend, woraus sich bereits einige Folgeprojekte in Berlin, Brandenburg und Thüringen ergeben haben.
Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„Die Auszeichnung zeigt, dass sich Mut und Innovationsbereitschaft auszahlen. Ich danke sowohl den Mitarbeitenden im Straßen- und Grünflächenamt als auch der Firma E. Feind, die das Projekt am Priesterweg gemeinsam zum Erfolg gebracht haben. Aber vor allem danke ich ausdrücklich dem Team NUDAFA und der Professur für Radverkehr der TH Wildau, die diese Idee jahrelang entwickelt und vorangebracht haben. Ohne diese gelingende Zusammenarbeit wäre eine solche Innovation nicht möglich gewesen. Ich freue mich schon jetzt auf viele Folgeprojekte dieser Art.“
Der Preis
Aus insgesamt 123 Projekten hat die Jury ihre Top 5 in drei Kategorien (Infrastruktur, Service & Kommunikation, Ehrenamt) ausgewählt. Der Preis wird seit 2000 jährlich vom Bundesministerium für Verkehr und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinde und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS NRW) verliehen. Preisträger sind Projekte und Maßnahmen, die den Radverkehr in Alltag oder Freizeit fördern, vereinfachen oder unterstützen.