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Homofeindlicher Angriff auf queere Gastronomie in Schöneberg
Pressemitteilung Nr. 015 vom 19.01.2026
In der Nacht zum Sonntag wurde das queere Lokal Böse Buben im laufenden Betrieb mit einem Stein angegriffen
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde das schwule Szenelokal „Böse Buben“ in Schöneberg von einer Person mit einem Stein attackiert. Zur Tatzeit befanden sich viele Gäste im queeren Club. Das Szenelokal wird von dem Verein „Böse Buben e.V.“ betrieben und ist ein gut etablierter und vernetzter schwuler Fetischclub. Seit über 10 Jahren befindet sich das Lokal am Sachsendamm in Schöneberg zwischen dem Bahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg.
Martin Schenk-von Waldow, 1. Vorstand des Böse Buben e.V. sagt:
„Wir sind erschrocken und wütend über diesen Angriff. Auf unseren Kameras ist zu sehen wie eine vermummte Personen einen Stein durch die Scheibe des Notausgangs schleudert. Direkt dahinter befindet sich ein Aufenthaltsraum der zu diesem Zeitpunkt gut besucht war. Zum Glück saß niemand unserer Gäste direkt hinter der Scheibe, denn der Stein wurde in den Raum auf den Boden geschleudert. Zudem haben wir feststellen können, dass die Person auch eine Glasflasche in unsere Lüftung schob. Diese hätte im Ventilator zerplatzen und somit im gesamten Raum Glasscherben umherfliegen lassen können.“
Während der regelmäßig stattfindenden Veranstaltung „BöseBuben-Nacht“ kam es gegen 23:15 Uhr zu dem Angriff. Eine Person näherte sich dem Lokal und schleuderte einen großen und schweren Stein durch die Scheibe des Notausgangs und flüchtete anschließend. Die Polizei war schnell zur Stelle. Es wurde niemand verletzt. Die Ermittlungen werden nun vom Staatsschutz des LKA Berlins übernommen – wie bei allen Hasskriminalitätsdelikten.
Auch Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann ist erschrocken und verurteilt die Tat aufs schärfste:
„Dass Menschen andere Menschen und deren Schutzräume angreifen, ist nicht hinzunehmen. Tempelhof-Schöneberg steht für Vielfalt, Dialog und ein demokratisches Miteinander. Wir sind stolz auf eine Vielzahl von schwulen und queeren Gastronomiebetrieben in Schöneberg. Damit ist Schöneberg ein Dreh- und Angelpunkt der LSBTIQ+ Community. Ich werde mich weiterhin für die Rechte und Belange der Community einsetzten. Wir werden alles tun, um die Strafverfolgungsbehörden bestmöglich in ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen. Hass und Gewalt verdienen keinen Respekt und gehören verurteilt. Niemand darf aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität angegriffen werden – nicht in Schönenberg und nirgendwo!“
Im Jahr 2025 hat der Bezirk einen deutlichen Anstieg queerfeindlicher Hassverbrechen zu verzeichnen. Das schwule Antigewaltprojekt Maneo war zuletzt mehrmals von bisher Unbekannten mit Steinen attackiert worden und auch Beleidigungen und Angriffe nehmen zu. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg unterstützt daher diverse Träger der präventiven Gewaltarbeit und beteiligt sich an Austauschrunden zwischen Polizei, Zivilgesellschaft und Gewerbetreibenden.
Kontakt:
Beauftragte_r für queere Lebensweisen
Kai Münch
Telefonnummer kann bei der Pressestelle angefragt werden.
Pressestelle Tempelhof-Schöneberg