Juliane Göwecke, stellvertretende Superintendentin Evangelischer Kirchenkreis:
„Menschen sterben – und niemand ist da, der die Trauerfeier organisiert. Die Gedenkfeier ist ein Ort, Abschied zu nehmen. Zu gedenken. Zu trauern. Lichter der Hoffnung anzuzünden. Denn sie fehlen: die Zufallsbegegnung an der Supermarktkasse, das Gespräch im Treppenhaus unter Nachbar:innen oder der wöchentliche Anruf der Freundin.
Andere Menschen sterben und niemand vermisst sie. Weil sie keine Familie, keine sozialen Kontakte mehr hatten. Oder weil sie auf der Straße lebten. Wir kennen kaum mehr als ihre Namen.
Für sie alle richten wir diese Gedenkfeier aus.“
Oliver Schworck, Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit:
„Wenn nach dem Tod eines Menschen keine engen Angehörigen ausfindig gemacht werden können, muss der Bezirk sich um die Bestattung kümmern. Wir können nicht mehr feststellen, ob die Verstorbenen einsam waren oder bis vor Kurzem noch einen Seniorenkreis besucht, in ihrer Hausgemeinschaft Kontakte gepflegt oder regelmäßig mit alten Schulfreunden telefoniert haben. Nicht alle der 279 Menschen, derer wir in diesem Jahr gedenken, sind ohne ein soziales Umfeld verstorben. Mit der Gedenkfeier wollen wir allen, die trauern, gedenken und sich verabschieden wollen, eine würdevolle Gelegenheit dazu geben.“
Für das Bezirksamt werden der Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und der für ordnungsbehördliche Bestattungen zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schworck an der Gedenkfeier mitwirken. Den Kirchenkreis vertreten die Pfarrerin und stellvertretende Superintendentin Juliane Göwecke sowie Superintendent Michael Raddatz.
Eine Liste der verstorbenen Personen wird aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht. Für ehemalige Nachbar_innen oder Bekannte der Verstorbenen besteht jedoch die Möglichkeit, im Büro des Stadtrats Oliver Schworck telefonisch unter (030) 90277-8703 zu erfragen, ob der Name der verstorbenen Personen in der Gedenkfeier verlesen wird.
Anteilnehmende Personen sind herzlich zur Gedenkveranstaltung eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.