Ausbrüche der Vogelgrippe (Aviäre Influenza, Geflügelpest) auch in Berlin
Pressemitteilung Nr. 401 vom 30.10.2025
Derzeit gibt es massive Ausbrüche der sogenannten Vogelgrippe in ganz Deutschland, auch in Berlin wurden bereits Fälle der hochpathogenen aviären Influenza (Vogelgrippe) amtlich festgestellt.
Da Wasservögel (Enten, Gänse, Schwäne) aber auch andere Vögel wie Kraniche und Greifvögel für die Tierseuche höchst empfänglich sind, ist auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit seinen Wasserflächen sehr gefährdet; das gilt auch für Privathaltungen (auch das sogenannte „Backyard Holding“).
Bitte achten Sie auf krank erscheinende oder tot aufgefundene Wasservögel, Greifvögel, Rabenvögel oder Kraniche und informieren Sie dann die Veterinäraufsicht. Bitte fassen Sie die Tiere nicht an, da die Geflügelpest übertragbar ist.
Folgende Symptome deuten bei Vögeln auf eine möglicherweise bestehende Infektion hin: Kopfkreisen, Nasen- und Augenausfluss, deutlich geschwächte Tiere, neurologische Auffälligkeiten wie Taumeln, Torkeln, Umfallen, Durchfall.
Wichtige Hinweise für alle Bürger_innen:
- Tote Wasser-, Raben- oder Greifvögel der zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks melden! (Kranke oder verendete Tiere sollten auf keinen Fall angefasst, auch Federn sollten nicht gesammelt werden).
- Haustiere von toten Wildvögeln fernhalten!
- Bitte die Leinenpflicht für Hunde einhalten!
- Beobachtung von unnatürlichem Verhalten (z.B. Kopfkreisen) eines Wasservogels an die zuständige Behörde weitergeben!
Eine Überprüfung der Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen und erhöhte Wachsamkeit von Geflügelhaltenden sowie bei anderen Vogelbeständen werden derzeit geraten.
In Berlin war bereits früher in einigen Fällen bei Wildvögeln Geflügelpest nachgewiesen worden. Eine Pflicht für Berliner Geflügelhaltende, ihre besonders gefährdeten Tiere ausschließlich in Ställen zu halten, wurde in Folge dessen bereits angewiesen.
Jeglicher, auch indirekter, Kontakt zu Wildvögeln soll dringend vermieden werden. Tränken, Ausläufe, Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände sollten keinen Kontakt zu Wildvögeln ermöglichen.
Plötzlicher Legeleistungsabfall und Todesfälle sind hoch verdächtig für die Geflügelpest und bedürfen tierärztlicher Überprüfung.
Erkrankungs- und Todesfälle sind unverzüglich bei der zuständigen Veterinäraufsicht zu melden.
Nicht gemeldete Geflügelhaltungen (unabhängig von ihrer Größe) sowie auch Änderungen zu bereits gemeldeten Angaben zur Kontaktaufnahme oder dem Tierbestand, sind unverzüglich mitzuteilen. Hierzu bitte direkt mit der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Kontakt aufnehmen.
Kontakt:
Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
E-Mail an die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
Telefon: (030) 90277-7371
Die Klassische Geflügelpest, aviäre Influenza (AI), umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine Erkrankung, die durch die weltweit verbreiteten, unterschiedlich gefährlichen Influenzaviren ausgelöst wird. Die Infektionen sind sehr ansteckend und verbreiten sich in einer empfänglichen Vogelpopulation sehr schnell. Empfänglich sind in erster Linie alle Geflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten. Im Unterschied zu Wasser-, Raben- oder Greifvögeln gelten kleinere Singvögel und Tauben jedoch als nicht besonders anfällig für den Erreger.
Sowohl der direkte Kontakt zwischen den Vögeln, als auch die Aufnahme virushaltigen Materials (z.B. über Federn, Kot, Eier, Wasser etc.) können zur Infektion führen. Die Verbreitung zwischen Geflügelbeständen erfolgt in der Regel direkt über den Tierhandel oder indirekt durch verunreinigte Fahrzeuge, Personen, Geräte, Verpackungsmaterialien etc.
Kommt es zur Ansteckung, kann dies, je nach Virusausprägung, zu sehr schweren und tödlichen Erkrankungen führen.
In diesem Jahr sind Kraniche erstmals auch in Deutschland stark betroffen, man schätzt, dass bisher 2.000 Kraniche auf ihrem jährlichen Herbstzug in deutschen Rastgebieten an dem Virus gestorben sind. Massensterben von Kranichen aufgrund der Geflügelpest wurden in den letzten Jahren u. a. aus Israel (2021, rund 8.000 Tiere) und Ungarn (2023, über 10.000 Tiere) bekannt.
Da sich weltweit Berichte über Infektionen auch bei Säugetieren mehren, sind auch beispielsweise Haustiere wie Katzen und Hunde gefährdet.
Infizierte Säugetiere haben sich vermutlich über den Kontakt mit erkrankten oder toten infizierten wilden Wasservögeln angesteckt. Hierbei können sie große Virusmengen aufgenommen haben, und den Virus weiterverbreiten. Für den Menschen besteht ebenfalls ein Infektionsrisiko durch hochpathogene aviäre Influenzaviren.
Kontakt:
Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
Bezirksstadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz
Dr. Saskia Ellenbeck
- Tel.: (030) 90277-6001