Am Donnerstag, den 18. September 2025, wurde in Neu-Tempelhof die Grünanlage am Wolffring nach der Widerstandskämpferin Elisabeth Schumacher benannt.
Elisabeth Schumacher war Widerstandskämpferin während der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945. Sie lebte in Tempelhof und galt nach den Nürnberger Gesetzen als „Halbjüdin“, was ihre beruflichen Möglichkeiten erheblich einschränkte.
Aufgrund ihres Engagements in der von der Gestapo als „Rote Kapelle“ bezeichneten Widerstandsgruppe wurde Elisabeth Schumacher im September 1942 festgenommen, zum Tode verurteilt und am 22. Dezember des Jahres in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Die feierliche Benennung, an der auch Familienmitglieder von Elisabeth Schumacher teilnahmen, stieß auf reges Interesse. Nach der Begrüßung durch Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck führte die Historikerin und Biografin Katja Ostheimer in das Leben und Wirken Elisabeth Schumachers ein.
In einem weiteren Wortbeitrag erläuterte Angela Javitz von der Geschichtswerkstatt Neu-Tempelhof anschaulich den historisch-politischen Kontext in der Gartenstadt. Anschließend wurde das neue Grünanlagenschild gemeinsam enthüllt.
Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„Derzeit sind in Tempelhof-Schöneberg lediglich rund vier Prozent aller Straßen nach Frauen benannt. Mit der konsequenten Um- und Neubenennung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen setzt sich das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg für die Sichtbarkeit von Frauen in Gesellschaft, Kultur und Geschichte ein.
Mit der Benennung des Elisabeth-Schumacher-Parks würdigen wir das Leben und Wirken einer Frau, die unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Menschlichkeit eintrat.“