Am Dienstag, den 15.07.2025 fand im Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Benennung der Straße 40 in Lichtenrade mit dem Namen Ottilie-Ehlers-Kollwitz-Straße statt. Ottilie Ehlers-Kollwitz war Künstlerin, Illustratorin und Grafikerin. Die Schwiegertochter von Käthe Kollwitz lebte mit Ihrem Mann Hans Kollwitz in Lichtenrade. Der Tag des Festakts fiel auf ihren 125. Geburtstag.
An der Veranstaltung nahmen Angehörige der Künstlerin, sowie Anwohnende und weitere interessierte Besucher_innen teil.
Nach der Begrüßung der Teilnehmenden übergab Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck das Wort an Jan Kollwitz, den Enkel der Künstlerin, der den Anwesenden in seiner Rede einen Einblick in ihr Leben und ihr vielseitiges künstlerisches Werk gab. Im Anschluss wurde das neue Straßenschild gemeinsam enthüllt.
Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„Mit der Benennung der Straße nach Ottilie Ehlers-Kollwitz wird nicht nur das Andenken an eine Lichtenrader Persönlichkeit geehrt – sie steht auch exemplarisch für ein sichtbares Bekenntnis zur Erinnerungskultur und zur Anerkennung weiblicher Vorbilder im Bezirk. Ich freue mich sehr, dass Bezirksamt und BVV an der Erhöhung dieser Sichtbarkeit und einer veränderten Erinnerungskultur gemeinsam mitwirken.“
Hintergrund der Umbenennung
Historisch bedingt sind weniger als 4 % aller Straßen in Tempelhof nach Frauen benannt. Dies verdeutlicht die Unsichtbarkeit weiblicher Lebensleistungen in der Gesellschaft. Zur Ehrung von Ottilie Ehlers-Kollwitz und vor diesem Hintergrund hatte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf Ersuchen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Benennung der ehemaligen Straße 40 beschlossen.
Auch mit weiteren Um- und Neubenennungen von Straßen, Plätzen und Grünanlagen setzt der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ein Zeichen für die Würdigung von Frauen in Gesellschaft, Kultur und Geschichte.