Technischer Fehler bei Online-Beantragungen

Bitte beachten Sie unsere Mitteilung, wenn Sie in der Zeit vom 11.03.2026 bis 16.03.2026 eine der folgenden Dienstleistungen online beantragt haben: Unterhaltsvorschuss, Kita-Gutschein, Ehe-, Geburts- oder Sterbeurkunde, Wohnberechtigungsschein, Wohngeld, Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket

Erste Verleihung des Preises für queere Vielfalt in Tempelhof-Schöneberg

Pressemitteilung Nr. 252 vom 08.07.2025

Am 3. Juli 2025 wurde im Willy-Brandt-Saal des Rathauses Schöneberg ein starkes politisches und gesellschaftliches Zeichen gesetzt: Tempelhof-Schöneberg hat als erster Berliner Bezirk den Preis für queere Vielfalt verliehen – eine neue Form der Anerkennung, die künftig jährlich vergeben wird und queeres Engagement dauerhaft in den Mittelpunkt rückt.

Mehr als 120 Gäste aus Zivilgesellschaft, Community, Kirche und Politik nahmen an der feierlichen Premiere teil. Eingeladen hatte das Bezirksamt auf Grundlage eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung. Mit dem Preis werden Personen, Projekte oder Initiativen ausgezeichnet, die sich mit besonderem Engagement für Sichtbarkeit, Teilhabe und Rechte von LSBTIQ*-Menschen im Bezirk einsetzen. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert.

Bereits zur ersten Ausschreibung wurden 15 Vorschläge aus der Community eingereicht, ein starkes Signal für das Vertrauen in diesen neuen Rahmen und Ausdruck des vielfältigen, lebendigen queeren Engagements im Bezirk. Fünf der eingereichten Persönlichkeiten und Projekte wurde von einer Jury aus Mitgliedern des Ausschusses für Frauen, Queer- und Inklusionspolitik sowie dem Bezirksbürgermeister ausgewählt und vorgestellt.

Aus dieser Auswahl bestimmte die Jury schließlich auch die erste Preisträgerin: Manuela Kay, eine der profiliertesten Persönlichkeiten der queeren und feministischen Medienlandschaft Deutschlands. Seit fast vier Jahrzehnten setzt sie sich als Journalistin, Verlegerin, Filmemacherin, Kuratorin und Aktivistin für lesbische Sichtbarkeit, Diversität und intersektionale Gerechtigkeit ein.

Sie zählt zu den ersten Journalist_innen in Deutschland, die queere Themen professionell und öffentlichkeitswirksam bearbeitet haben. Sie kuratierte unter anderem 1999 die Ausstellung „Nobody is perfect“ im Schwulen Museum Berlin und veröffentlichte mehrere Fachbücher zur lesbischen Kultur und queeren Sexualität.

Manuela Kay war am Abend der Verleihung leider verhindert – der Preis wurde stellvertretend entgegengenommen. Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann übergibt zeitnah den Preis an die Gewinnerin.

Mit der Einführung des Preises unterstreicht Tempelhof-Schöneberg seinen Anspruch, queeres Leben nicht nur zu fördern, sondern strukturell sichtbar zu machen. Kein anderer Berliner Bezirk beheimatet so viele queere Beratungsstellen, Projekte und Initiativen. Die queere Geschichte rund um den Nollendorfkiez, das Wirken von Magnus Hirschfeld oder die Eldorado-Bar der 1920er Jahre prägt den Bezirk bis heute – ebenso wie die gelebte Vielfalt der Gegenwart.

Das klare politische Bekenntnis spiegelt sich auch in der bezirklichen Struktur: Ein eigener Queer-Ausschuss, ein Runder Tisch LSBTIQ*, feste Maßnahmenpakete im Haushalt – Tempelhof-Schöneberg verfolgt eine engagierte, kontinuierliche Queerpolitik.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:
„Wer queere Vielfalt stärkt, der stärkt unsere Demokratie und zeigt Haltung in Zeiten, in denen dies nicht selbstverständlich ist. In Tempelhof-Schöneberg ist queeres Leben nicht Beiwerk, sondern prägt unseren Bezirk in seiner ganzen Vielfalt.“

Die Verleihung des Preises ist damit nicht nur eine einmalige Anerkennung, sondern der Beginn einer neuen Tradition. Sie macht sichtbar was viele Menschen im Bezirk täglich leisten und wie wichtig es ist, diesem Engagement eine Bühne zu geben.