Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet der zivile Zentralflughafen immer mehr in Fokus der Luftwaffe und NS-Propaganda. Die Verbindungen zwischen der Deutschen Lufthansa und dem NS-Regime wurden enger, während der monumentale Flughafenneubau unter der Leitung und mit finanziellen Mitteln des Reichsluftfahrtministeriums realisiert wurde. Im zweiten Weltkrieg diente der Zentralflughafen nicht nur als Fliegerhorst, sondern entwickelte sich zu einem der größten Produktionsstandorte der Rüstungsindustrie des deutschen Reiches.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:
„Die Geschichte unseres Bezirks ist vielschichtig und reicht bis in die dunkelsten Kapitel der Vergangenheit. Umso wichtiger ist es, sich gemeinsam mit ihr auseinanderzusetzen. Der NachbarSchatz schafft mit seinen Veranstaltungen Raum für Dialog und Austausch – genau das braucht eine lebendige Stadtgesellschaft. Ich freue mich, dass so viele Menschen sich aktiv beteiligen und zur Erinnerungskultur beitragen.“
Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit Oliver Schworck:
„Die dunklen Jahre des Tempelhofer Feldes mahnen uns, aus der Geschichte zu lernen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. Das Engagement von Hans-Ullrich Schulz und Formate wie der NachbarSchatz bieten die wertvolle Möglichkeit, sich auszutauschen, gemeinsam zu erinnern und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.“
Über den Referenten Hans-Ulrich Schulz:
Der Referent Hans-Ulrich Schulz, Jahrgang 1950, geborener Mariendorfer, war 35 Jahre im Regionalen Sozialdienst und sieben Jahre als Sozialraumkoordinator in den Ortsteilen Tempelhof und Mariendorf des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg tätig. Er beschäftigt sich seit mehr als 45 Jahren mit der Kiezgeschichte seines Bezirkes und hat zwischenzeitlich drei Bücher zur Post- und Zeitgeschichte der Berliner Luftbrücke, des Flugplatzes Johannisthal sowie des Zentralflughafens Tempelhof im zweiten Weltkrieg herausgegeben. Zudem hält er aufgrund seiner umfangreichen Sammlung an Ansichtskarten, Fotos und Dokumenten Vorträge zu diversen geschichtlichen Themen seines Heimatbezirks.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen anhand von zahlreichen Bildern und Dokumenten tief in die Geschichte des Tempelhofer Feldes während der düsteren NS-Zeit einzutauchen und mehr über seine verborgenen Kapitel zu erfahren.
Das Team des NachbarSchatzes Tempelhof, zu dem Mitarbeiter_innen aus der bezirklichen Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit, aus der Stelle für Koordination und Beteiligung sowie von freien Trägern der psychosozialen Hilfe (Die Kurve gGmbH) gehören, verfolgt das Ziel, nachbarschaftliche Begegnung zu ermöglichen.