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"Wir entwickeln die 'Naturschutzstation Plus'"

Pressemitteilung Nr. 330 vom 08.10.2020

Kooperationsvertrag mit der Naturwacht Berlin e.V. für die nächsten 10 Jahre unterzeichnet

Bildvergrößerung: Zwei Männer stehen nebeneinander und halten den Vertrag in den Händen.
Bezirksstadtrat Oliver Schworck und Naturranger Björn Lindner

Am 30. September 2020 haben Umweltstadtrat Oliver Schworck und Naturranger Björn Lindner einen neuen Kooperationsvertrag des Bezirks mit der Naturwacht Berlin e.V. für die kommenden Jahre unterzeichnet. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg setzt mit dieser Vereinbarung einen Bezirksamtsbeschluss um und sichert dauerhaft den Bestand und Betrieb der Naturschutzstation Marienfelde am Diedersdorfer Weg 3-5.

Die langfristige Zusammenarbeit ermöglicht es dem Rangerteam, das bisherige Angebotsspektrum systematisch weiterzuentwickeln. Im Bereich der Umweltbildung ist beispielsweise geplant, die NaturErlebnis-Orte und Informationspfade im Natur- und Landschaftspark und in der Marienfelder Feldmark zu erweitern. Die Naturbildungsarbeit im Grünen Klassenzimmer soll intensiviert und digitalisiert werden. Weitergehende, zielgruppenorientierte Angebote können künftig gemeinsam mit spezialisierten Akteur_innen und Partner_innen in der Natur-/Umweltbildungsarbeit erarbeitet werden.

Im Kooperationsvertrag sind außerdem konkrete Aufgaben im Bereich der Natur- und Landschaftspflege benannt. Dazu gehören der Schutz, die Pflege und die Entwicklung der landschaftstypischen Kulturlandschaft in Marienfelde, die Biotoppflege durch Tierbeweidung und die Habitatgestaltung besonders und streng geschützter Tier- und Pflanzenarten.
Die Mitarbeitenden der Station begleiten und unterstützen bei Bedarf die bezirklichen Verwaltungen in der Entwicklung und Sicherung naturnaher Grünflächen und landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie gesetzlich geschützter Biotope bzw. gesetzlich geschützter Lebensstätten von Tier- und Pflanzenarten.

Eine besondere Rolle kommt der Naturwacht hinsichtlich der Entwicklung der ehemaligen Bezirksgärtnerei zu. Der Standort kommt für ein Naturschutz- und Bildungszentrum mit Erweiterungspotenzial der Grünen Klassenzimmer genauso in Frage wie für Projekte und Aktivitäten zu den Themen urbane Landwirtschaft, Zukunftsbäume sowie Energie- und Klimastrategien. Gleichzeitig können hier dringend benötigte Kompensationsflächen für Eingriffe in Natur- und Landschaft durch Entsiegelungs- und Renaturierungsmaßnahmen geschaffen werden.

Nicht zuletzt ist die Naturschutzstation auch Wildtierauffangstation und leistet Tiernothilfe, erbringt ein Dauer-Monitoring für Wildartenvorkommen und ist in der Prävention von (Wild-)Tierseuchen in Abstimmung mit dem Veterinäramt tätig – aktuell auch im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest.

Der Bezirk fördert die Naturwacht Berlin e.V. zur Umsetzung der im neuen Kooperationsvertrag festgehaltenen Maßnahmen künftig mit 100.000 Euro pro Jahr statt wie bisher 50.000 Euro. Zusätzlich hat das Land Berlin im Landeshaushalt 185.000 Euro jährlich eingestellt.

Umweltstadtrat Oliver Schworck:

Die Naturschutzstation Marienfelde ist in den vergangenen Jahren mit ihren Aufgaben gewachsen. Ich freue mich sehr, dass wir diese Entwicklung nun langfristig fortschreiben können. Mit der neuen finanziellen Ausstattung kann die Station über den bisherigen Tellerrand hinausblicken, die konkreten Bedarfe von Anwohnenden, Land- und Forstwirten, Vereinen, Schulen und Bildungseinrichtungen des Bezirks noch besser umsetzen und sich zu in diesem Sinne zu einer service- und zielgruppenorientierten ‘Naturschutzstation Plus’ entwickeln. Das Gebiet ist ein großer Schatz für die Bürger_innen des Bezirks und die Naturwacht ein verlässlicher Partner für die Verwaltung. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit.