1. Platz: Dorfcafé – Bolu Ajibawo
Gewinner Bolu Ajibawo gründete das Dorfcafé aus einem sehr alltäglichen Moment heraus: Er wollte sich lediglich einen Hammer ausleihen und stellte fest, dass er niemanden im Haus kannte. Daraus erwuchs die Idee, eine offene, regelmäßige Begegnungsmöglichkeit, wie eine Frühstücksrunde für den Kiez rund um den Germaniagarten zu schaffen. Mit beeindruckendem persönlichem Einsatz gelang es ihm, eine wachsende Nachbarschaftsinitiative aufzubauen, die Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft und Lebenssituationen zusammenbringt. Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Quartiersmanagement Germaniagarten und der Serbisch-Orthodoxen Gemeinde vor Ort. Aus einem anonymen Umfeld ist so ein lebendiger und verlässlicher Treffpunkt entstanden, ein Kiez, der sich anfühlt wie ein Dorf.
2. Platz: Kiezladen Miteinander – Futur:ista e.V.
Der zweite Preis ging an den Kiezladen Miteinander, eine kreative Zwischennutzung des Eisladens „Fräulein Frost“. Der Kiezladen bietet in den Herbst- und Wintermonaten Wärme, Begegnung und Austausch mit niedrigschwelligen Angeboten für alle Altersgruppen. Das Projekt zeigt, wie Räume, die sonst leer stehen würden, zu Orten der Teilhabe, Beteiligung und Zukunftsgestaltung werden können.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann betont: „Einsamkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die unsere Gesundheit und unseren demokratischen Zusammenhalt berührt. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen, wie wirksame Antworten vor Ort aussehen: Begegnung, Vertrauen und gelebte Solidarität in unseren Nachbarschaften.“
Verlauf der Veranstaltung
Die Veranstaltung wurde durch Grußworte aus Politik und Verwaltung eröffnet, darunter Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann, Bundesministerin a. D. Lisa Paus und BVV-Vorsteher Stefan Böltes. Musikalische Beiträge von Duotone bildeten den Rahmen für die Vorstellung aller 18 eingereichten Projekte. Im Anschluss folgten die Laudationes für die Gewinnenden sowie die offizielle Preisvergabe. Der Abend endete mit einem Empfang und bot reichlich Raum für Austausch und Vernetzung.
Die Anwesenheit von Lisa Paus, Bundesministerin a. D., betonte die Verbindung zwischen bundespolitischen Maßnahmen, wie dem Kompetenznetz Einsamkeit oder dem nationalen Einsamkeitsbarometer und den konkreten, alltagsnahen Projekten im Bezirk. Tempelhof-Schöneberg zeigt damit, wie nationale Strategien vor Ort wirksam werden können.
Preisträger*innen im Überblick
1. Platz Dorfcafé – Bolu Ajibawo
Ein offenes, monatliches Nachbarschaftsfrühstück im Germaniagarten. Mit großem persönlichem Engagement schafft der Initiator Begegnungen, stärkt informelle Hilfen und belebt einen Kiez, in dem zuvor wenige Treffpunkte existierten.
Für mehr Informationen: Nette Leute und gute Gespräche im „Dorfcafé“ – QM Germaniagarten
2. Platz Kiezladen Miteinander – Futur:ista e.V.
Ein kostenfreier Wintertreff mit kreativen Angeboten, Spielen und Gesprächsrunden. Ein Projekt, das vor Isolation schützt und Nachbarschaft stärkt.
Für mehr Informationen: Home | Futurista
3. Plätze
- L-Support – lesbisch*-queeres Anti-Gewalt-Projekt – L-SUPPORT e.V.
Fachlich fundierte Hotline- und Beratungsstrukturen zur Unterstützung von FLINTA*-Personen nach queerfeindlicher Gewalt; Förderung von Sichtbarkeit, Empowerment und Community-Netzwerken.
Für mehr Informationen: L-Support – lesbisch*-queeres Anti-Gewalt-Projekt
- Über den Tellerrand e.V. – „Eine Prise Menschlichkeit“
Interkulturelle Koch- und Begegnungsformate, die Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationserfahrung zusammenbringen und Teilhabe stärken.
Für mehr Informationen: Über den Tellerrand
- Wajekama Inklusion gGmbH – „Inklusiver Spaziergang & gesundes Essen“
Niedrigschwellige inklusive Spaziergänge kombiniert mit gemeinsamen Mahlzeiten, ein Angebot, das Bewegung, Begegnung und Gesundheitsförderung verbindet.
Für mehr Informationen: Bewegt – Wajekama Stiftung
Ausblick: Engagiert gegen Einsamkeit in Tempelhof-Schöneberg
Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg wird die im Rahmen des Preises sichtbar gewordenen Initiativen weiter stärken und in bestehende Netzwerke einbinden. Unter Leitung der Beauftragten für Bürgerschaftliches für Engagement Christine Fidancan entsteht derzeit eine zentrale Anlaufstelle gegen Einsamkeit, die die zukünftige kommunale Strategie im Bezirk bündelt und vor Ort wirkungsvoll umsetzt. Zu den geplanten Maßnahmen gehören der Ausbau des Netzwerks gegen Einsamkeit, eine Sensibilisierungskampagne, die Verstetigung erfolgreicher Formate sowie eine übersichtliche Angebotskarte für verschiedene Zielgruppen im Bezirk. Außerdem sollen weitere niedrigschwellige Begegnungsorte im öffentlichen Raum geschaffen werden – unter anderem Plauderbänke in Kooperation mit lokalen Vereinen und Organisationen. Der Gemeinschaftspreis 2026 wird Anfang des kommenden Jahres erneut ausgeschrieben.