Mobilitätskonzepte

Mobilität prägt den Alltag im Kiez – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für verschiedene Gebiete in Tempelhof-Schöneberg wurden Verkehrskonzepte erarbeitet, um die Situation vor Ort zu analysieren und Lösungen für unterschiedliche Anforderungen zu entwickeln.

Die Konzepte betrachten die jeweiligen Rahmenbedingungen in den Quartieren und untersuchen Themen wie Verkehrsführung, Erreichbarkeit, Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und die Nutzung des öffentlichen Raums. Je nach Gebiet spielen dabei auch Fragen der Klimaanpassung, Hitzebelastung, Begrünung und einer klimaresilienten Gestaltung des Straßenraums eine wichtige Rolle. Hinweise und Anregungen aus Beteiligungsformaten wurden dabei in die Bearbeitung einbezogen.

Straßenansicht Fritz-Reuter-Straße

Visualisierung für eine klimaangepasste Umgestaltung

Klimastraße Fritz-Reuter-Straße im Schöneberger Dreieck

Anlass:
Die Fritz-Reuter-Straße im Schöneberger Dreieck ist stark versiegelt und weist nur wenige Grünflächen sowie kaum Aufenthaltsmöglichkeiten auf. Bäume fehlen weitgehend, im Sommer heizt sich der Straßenraum stark auf. Gleichzeitig wird die Straße durch parkende Fahrzeuge geprägt. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzebelastungen wurde untersucht, wie der Straßenraum klimaangepasst und neu geordnet gestaltet werden kann. Ziel ist es, den öffentlichen Raum langfristig lebenswerter zu gestalten.Dabei standen auch mehr Schatten, Begrünung und eine bessere Nutzbarkeit des öffentlichen Raums im Fokus.

Vorgehen:
Im Anschluss an das Verkehrskonzept Schöneberger Dreieck wurde die Fritz-Reuter-Straße im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung vertieft betrachtet. Ziel war es zu prüfen, wie der öffentliche Raum aufgewertet und gleichzeitig Anforderungen an Verkehr, Klima und Aufenthalt besser berücksichtigt werden können.

Untersucht wurden unter anderem:
  • Möglichkeiten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für zu Fuß Gehende und Radfahrende
  • Potenziale zur Entsiegelung und Begrünung geeignete Baumstandorte unter Berücksichtigung vorhandener Leitungen
  • Möglichkeiten zur Umsetzung des Schwammstadtprinzips
    Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit der Fachbereiche Stadtplanung und Straße erarbeitet.

Beteiligung und Zusammenfassung der Beiträge:
Hinweise und Anregungen aus vorherigen Beteiligungsformaten sowie Erkenntnisse aus dem Verkehrskonzept Schöneberger Dreieck flossen in die Bearbeitung ein.
Die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung wurden im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt und gemeinsam mit Interessierten diskutiert.

Abschlusspräsentation Machbarkeitsuntersuchung Fritz-Reuter-Straße

  • Visualisierung der Fritz-Reuter-Straße mit Bäumen, Begrünung und neu gestalteten Aufenthaltsbereichen.

    PDF-Dokument (2.9 MB)

Kopfsteinpflasterstraße mit beidseitig parkenden Autos, umgeben von mehrstöckigen Wohnhäusern ohne sichtbare Grünflächen

Verkehrskonzept Schöneberger Dreieck

Anlass:
Das Schöneberger Dreieck mit seinen fünf Straßenzügen liegt zwischen Hauptstraße und Dominicusstraße sowie den Bahntrassen im Ortsteil Schöneberg. Es ist geprägt von gründerzeitlicher Wohnbebauung, ergänzt durch zahlreiche Kitas, Cafés, Gastronomie, soziale Einrichtungen und kleinem Gewerbe. An der Ebersstraße befindet sich ein Zugang zum S-Bahnhof Schöneberg.
Öffentliche Grün-, Aufenthalts- oder Spielflächen fehlen vollständig. Der hohe Versiegelungsgrad führt zu Hitzeinseln; Straßenbäume gibt es nur in drei Straßenzügen. Um Grünflächen zu erreichen, müssen die Bewohnenden stark befahrene Hauptverkehrsstraßen queren – eine Belastung und ein Sicherheitsrisiko, insbesondere für Kinder. Der motorisierte Verkehr, vor allem der ruhende Verkehr, dominiert und schafft Barrieren.

Die Bezirksverordnetenversammlung beschloss im Juli 2023 das Schöneberger Dreieck als Kiezblock. Ziele waren die Reduzierung des motorisierten Durchgangsverkehrs, die Stärkung von Fuß- und Radverkehr, mehr Aufenthaltsqualität durch Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie eine gerechtere Verteilung des Straßenraums.

Vorgehen:
Das Verkehrskonzept ging der Frage nach, welche gestalterischen und verkehrsplanerischen Maßnahmen möglich sind und welche verkehrlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Die Idee des Kiezblocks wurde aufgegriffen und geprüft. Gleichzeitig bestand eine enge Verzahnung mit den Überlegungen, die Fritz-Reuter-Straße als Klimastraße aufzuwerten.

Einfluss auf das Untersuchungsgebiet Schöneberger Dreieck hatte auch das angrenzende Gewerbegebiet Kärntener Dreieck. Dessen einzige Erschließung erfolgt über die Kärntener Straße und führte damit durch das Untersuchungsgebiet.

Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Stadtplanung und Straße.
Das Verkehrskonzept wurde inzwischen abgeschlossen. Die Ergebnisse stehen als Download zur Verfügung.

Kinderfragebogen mit Hinweisen zu Lärm, fehlendem Grün, vielen Autos und dem Wunsch nach mehr Spiel- und Radflächen.

Beteiligung und Zusammenfassung der Beiträge
Zur Einbindung der Öffentlichkeit fand am 7. Mai 2025 ein Kiezspaziergang mit rund 40 bis 50 Erwachsenen und vielen Kindern statt. Bis zum 28. Mai 2025 konnten Interessierte zusätzlich online über mein.berlin.de Hinweise, Vorschläge und Ideen einbringen. Es gingen zahlreiche Beiträge mit dem Wunsch nach Veränderungen im Kiez ein.

Eine Zusammenfassung der Beiträge ist auf der Beteiligungsplattform abrufbar.Die Hinweise wurden ausgewertet und in die Konzeptbearbeitung einbezogen. Es entstanden Basis- und Entwicklungsvarianten sowie eine Vorzugsvariante, die in den politischen Gremien vorgestellt wurde.

Am 24. November 2025 wurden die Ergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung präsentiert.

Abschlusspräsentation Verkehrskonzept Schöneberger Dreieck

  • Präsentation zum Verkehrskonzept Schöneberger Dreieck

    PDF-Dokument (2.7 MB)

Verkehrskonzept Schöneberger Linse

Anlass
Das Verkehrskonzept für die Schöneberger Linse wurde über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erarbeitet und am 12. November 2024 in einer öffentlichen Abschlusspräsentation vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, wie der Verkehr in den Quartieren Schöneberger Linse und Rote Insel künftig sicherer, barrierefreier und lebenswerter gestaltet werden kann.
Das Gebiet der Schöneberger Linse entwickelt sich von einem Gewerbestandort zu einem urbanen Quartier. Ziel des Konzeptes war es außerdem, alle durch die abgeschlossen und geplanten baulichen Entwicklungen bedingten Verkehre in einer Untersuchung zusammen zu betrachten.
Um den wachsenden Verkehr optimal zu steuern und den öffentlichen Raum an die geänderten Ansprüche anzupassen, wurden verschiedene Varianten geprüft. Dabei flossen auch die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger, die im Beteiligungsworkshop im Januar 2024 gesammelt wurden, in die Planung ein.

Die Entwicklung der vier betrachteten Varianten

Im Zentrum des Verkehrskonzepts stehen vier Varianten mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Verkehrsführung:

  • Einbahnstraßenregelungen
  • Unterbrechungen für den Kfz-Verkehr
  • Weitere Tempo-30-Bereiche
  • Unterschiedliche Wegeführungen des Radverkehrs

Die Schließung der sogenannten Verbindungsstraße zwischen Sachsendamm und Ella-Barowsky-Straße ist in allen vier Varianten zur Entwicklung des „Baufelds 9“ gesetzt.

Die Vergleichsvariante sieht in der gesamten Ella-Barowsky-Straße einen Zweirichtungsverkehr für Kfz sowie Tempo 30 vor. Grundlegend läuft der Verkehr aber wie im Bestand. Die übrigen drei Varianten unterscheiden sich in Maßnahmen für den Kfz-Verkehr und Radverkehr, wie z.B.:

  • Einbahnstraßenregelung im Bereich der Eisenbahnbrücke Wilhelm-Kabus-Straße,
  • Unterbrechungen des Kfz-Verkehrs in der Gotenstraße und Ella-Barowsky-Straße,
  • Blockumfahrungen (z. B. Wilhelm-Kabus-Straße – Torgauer Straße – Gotenstraße)
  • unterschiedliche Wegeführung des Radverkehrs in der Gotenstraße und Wilhelm-Kabus-Straße.

Ergebnis: Die Vorzugsvariante „Bündelung der Verkehre“

Auf Basis einer Bewertung in den Kategorien “Städtebau und Umwelt” sowie “Qualität der Verkehrssysteme” wurde eine Vorzugsvariante abgeleitet, die zu einer Wohnfeldverbesserung führen soll:

  • Kfz-Entlastung der Quartierskerne: Der Durchgangsverkehr soll von den Wohnstraßen auf die Hauptachsen Hedwig-Dohm-Straße und Wilhelm-Kabus-Straße verlagert werden.
  • Die Wilhelm-Kabus-Straße bleibt für den Kfz-Verkehr in beide Richtungen befahrbar. Eine Einbahnstraßenregelung wurde aufgrund der Auswirkungen auf das Wohnumfeld verworfen. Im Bereich der Eisenbahnbrücke ist allerdings die Einführung eines Tempo-30-Abschnitts denkbar, um Konflikte zwischen Rad- und Kfz-Verkehr zu verringern.
  • Für den Radverkehr ist eine Wegeführung über die Gotenstraße vorgesehen. Die Konfliktstellen Bahnhof Südkreuz und Wilhelm-Kabus-Straße sowie perspektivisch auch Hans-Baluschek-Parks sollen so entschärft werden.
  • Die Quartiersstraßen Ella-Barowsky-Straße und Gotenstraße sollen grüne, verkehrlich ruhige Straßen werden, wodurch Aufenthaltsqualität und Sicherheit erhöht werden.
  • Vor der zu reaktivierenden Grundschule „Teske-Schule“ soll eine Platzsituation entstehen, um den Schulcampus mit den geplanten sozialen Nutzungen auf „Baufeld 9“ sicher zu verknüpfen.
  • Für den Kfz-Verkehr sind Unterbrechungen an den Rändern der Gotenstraße vorgesehen.
  • Der Busverkehr bleibt im gesamten Gebiet unverändert.

Teil des Konzepts sind außerdem verschiedene Begleitmaßnahmen wie

  • Gehwegvorstreckungen zur Erhöhung der Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit,
  • Überprüfung einer regelkonformen und sicheren Radverkehrsführung am Knoten Wilhelm-Kabus-Straße / Torgauer Straße oder
  • Erhöhung von Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität am Gustav-Müller-Platz durch Unterbrechung für den Kfz-Verkehr an zwei von vier Seiten.

Umsetzung der Maßnahmen

Einige Maßnahmen aus dem Verkehrskonzept sind bereits umgesetzt oder in Planung:

  • Tempo 30 in der Gotenstraße wurde bereits eingeführt.
  • Die Verbindungsstraße zwischen Sachsendamm und Ella-Barowsky-Straße soll entfallen – und die Fläche der baulichen Entwicklung von „Baufeld 9“ zugeführt werden. Dies wird im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens 7-107 „Baufeld 9“ geprüft. Das Verkehrskonzept bildet dafür eine belastbare Grundlage. Eine Durchwegung für Rad- und Fußverkehr wird dabei berücksichtigt.

Die weiteren Maßnahmen werden nun weiter geprüft und ausgearbeitet. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt schrittweise durch das Straßen- und Grünflächenamt in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung, der Berliner Polizei, der Berliner Feuerwehr sowie weiteren öffentlichen Trägern und Akteuren.

Varianten Verkehrskonzept "Schöneberger Linse"

  • Entwicklung eines Leitbildes
  • Vorzugsvariante - Philosophie
  • Zusammenfassung Vorzugsvariante
  • Übersichtspläne zulässiger Geschwindigkeiten und allgemeine Verkehrsorganisation
  • Umgestaltung der Gotenstraße

Ergebnisse und Abschlusspräsentation Verkehrskonzept Schöneberger Linse

  • PowerPoint-Präsentation Verkehrskonzept

    - Dokument ist barrierefrei -

    PDF-Dokument (6.8 MB)

Blick in die Ella-Barowsky-Straße

Blick in die Ella-Barowsky-Straße

Entwicklung zu einem durchmischten Stadtquartierr

Die “Schöneberger Linse” zwischen dem Bahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg befindet sich in einem strukturellen Wandel. Das bisher überwiegend gewerblich genutzte Gebiet entwickelt sich zu einem gemischt genutzten Quartier mit zahlreichen Wohnungen, Arbeitsplätzen, Gewerbeflächen und sozialen Nutzungen entlang der zentralen Quartiersachsen Ella-Barowsky-Straße und Gotenstraße.

Im östlichen Bereich sind viele Bauvorhaben bereits umgesetzt oder in Umsetzung, während im westlichen Bereich Planverfahren noch laufen. Gleichzeitig hat sich die verkehrliche Infrastruktur und Straßenraumgestaltung nicht oder nur teilweise mitentwickelt.

Das Verkehrskonzept setzt an diesem Punkt an und soll:

  • Die bisherigen Untersuchungen der verschiedenen Bauvorhaben im Bereich der Schöneberger Linse zusammenführen und einen Überblick über die vorhabenbezogenen Verkehre geben.
  • Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in den Gebieten analysieren und Defizite identifizieren.
  • Die verkehrlichen Auswirkungen der Bauvorhaben übergreifend untersuchen.
  • Darauf aufbauend Vorschläge und Lösungen für alle Verkehrsteilnehmenden erarbeiten.
Blick auf den Charlotte-Wolff-Platz

Charlotte-Wolff-Platz / Ella-Barowsky-Straße

Gebietsverknüpfung mit der „Roten Insel“ und Gewerbegebieten Naumannstraße

Auch das nördlich gelegene gründerzeitliche Wohngebiet der “Roten Insel” zwischen dem Cheruskerpark und der Naumannstraße sowie das westlich davon gelegene, gemischt genutzte Gebiet bis zur General-Pape-Straße sind in das Untersuchungsgebiet einbezogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verknüpfung dieser Gebiete, die durch die Bahntrassen der Ringbahn und Nord-Süd-Bahn getrennt sind.

Ziele des Verkehrskonzepts: Gerechte Aufteilung des Straßenraumes

Das Verkehrskonzept zielt neben der Analyse der vorhabenbezogenen Verkehre darauf ab, die Ansprüche aller Verkehrsteilnehmenden zu berücksichtigen und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Planungen zum Umbau der Ella-Barowsky-Straße und des Charlotte-Wolff-Platzes werden dabei einbezogen.

  • Nachhaltige und sichere Mobilität
  • Steigerung der Aufenthaltsqualität
  • Gute innere und äußere Verknüpfung der beiden Gebiete

Beteiligung und Information

Am 24. Januar 2024 fand ein Beteiligungsworkshop im Rathaus Schöneberg stattgefunden. Präsentation und Ergebnisse sind hier einsehbar. Im November wird es eine abschließende Informationsveranstaltung geben.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website im Bereich Städtebauförderung Nachhaltige Erneuerung Schöneberg Südkreuz, auf der Website der Senatsverwaltung und auf der Vorhabenliste von mein.berlin.de.

  • Zusammenfassung der Bürgerbeiträge aus dem Workshop am 24.01.2024

    PDF-Dokument (3.5 MB)

  • Bericht zum Beteiligungsworkshop am 24.01.2024

    PDF-Dokument (3.4 MB)

  • Präsentation der Bürgerveranstaltung am 24.01.2024

    PDF-Dokument (4.0 MB)

Kontakt

Verkehrskonzept „Schöneberger Linse”

Mareike Hoppe

Weitere Kontaktmöglichkeiten

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Rathaus Schöneberg
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