Projekt „Zukunftskiez Nahariyastraße“

Hochhäuser mit Bäumen im Vordergrund
  • Der Zukunftskiez im Stadtteil Lichtenrade

    In Tempelhof-Schöneberg ist das Projekt “Zukunftskiez Nahariyastraße” im Programm Modellprojektes Zukunftskieze der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gestartet. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist damit einer von derzeit sieben Bezirken, in denen das Modellprojekt mit aktuell acht Zukunftskiez-Vorhaben wirkt.

  • Was ist ein Zukunftskiez?

    Durch das Modellprojekt Zukunftskieze unterstützen die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt) gezielt Förderregionen, die als Gebiet der ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative ausgewiesen wurden. Lichtenrade mit dem Gebiet um die Nahariyastraße in solches GI-Gebiet.

    Zentrale Ziele des Projektes sind:
    • Steigerung der Qualität der Kooperationen für Bildung in benachteiligten Gebieten – zwischen den für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Bildungslandschaften zuständigen und relevanten Akteurinnen und Akteuren vor Ort und in den Verwaltungen
    • Verbesserung der kooperativen Nutzung bildungsrelevanter Ressourcen im Sozialraum, insbesondere der Nutzung räumlicher Infrastrukturen und Freiflächen von Schulen und anderen (Bildungs-)Einrichtungen
    • Ausweitung niedrigschwelliger Zugänge zu bedarfsorientierten Bildungs- und bildungsunterstützenden Angeboten im Gebiet
  • Wo befindet sich der der Zukunftskiez Nahariyastraße?

    Das Zukunftskiez-Gebiet „Nahariyastraße“ befindet sich am südöstlichen Stadtrand des Bezirks Tempelhof-Schöneberg an der Grenze zum Land Brandenburg und ist mit dem gleichnamigen Planungsraum (PLR 07601545) wie auch mit dem gleichnamigen Handlungsraum (HLR 13b) der Ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative (GI) zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere identisch. Der Planungsraum „Nahariyastraße“ (07601545) ist Bestandteil der Bezirksregion Lichtenrade Süd (076015).

  • Warum der Nahariyakiez?

    Text In einem ressortübergreifenden Planungsprozess, an dem sieben Ämter beteiligt sind, wurde die Region um die Nahariyastraße (“Nahariyakiez”) als Zukunftskiez aufgrund der sozioökonomischen Bedarfslage ausgewählt. Der Nahariyakiez zeichnet sich durch eine hohe Einwohnerdichte und eine Bevölkerungsstruktur mit hoher, sozio-ökonomischer Belastungslage aus.
    Der Anteil von Menschen unter 18 Jahren Migrationshintergrund ist hoch.

    Der Planungsraum Nahariyastraße ist aufgrund seines Status (“sehr niedrig”) - und Dynamik-Index (“stabil”) ein Gebiet mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf.
    Der Anteil der Arbeitslosen (nach SGB II/III) an allen Bewohnenden im erwerbsfähigen Alter liegt einem relativ hohen Niveau. Der Anteil der Transfereinkommensbeziehenden (Grundsicherung, Hilfen zum Lebensunterhalt, ALG II inkl. Sozialgeld) liegt deutlich über dem Berliner Durchschnitt.

    Weitere Gründe sind, dass es seit 2023 innerhalb des Nahariyakiezes und in unmittelbarer Nähe drei neue Einrichtungen gibt, die in der Stadtteil- und Bildungsarbeit aktiv sind. Mit den neuen Einrichtungen sind auch neue Veranstaltungs- und Begegnungsorte entstanden und es wird eine höhere Zahl von (Bildungs-)angeboten für die Bevölkerung vorgehalten.
    Die bewegungsfördernde Infrastruktur im Außenraum mit entsprechenden Angeboten ist dagegen eher unzureichend vorhanden.
    Durch die Vielzahl von Einrichtungen ist ein Abstimmungsbedarf zwischen den Einrichtungen entstanden.
    Dem durch die Schaffung einer zentralen „Koordinationsstelle für Bildung“ (KoBi) entsprochen werden soll.

    In den letzten Jahren lag der Fokus der mit Bildung befassten Netzwerke im Nahariyakiez auf der Identifizierung und Bearbeitung von Bildungsthemen, die im Sinne der Schaffung von mehr Chancengleichheit für alle im Kiez prioritär sind und zwingend weiterer nachhaltiger Bearbeitung bedürfen.

    Folgende Themen konnten dabei identifiziert werden: Sprachbildung und -förderung, Übergangsgestaltung, Gewaltprävention, Frühförderung und Lernunterstützung/Hausaufgabenhilfe. Getragen wurden die Initiativen durch den Bildungsverbund Lichtenrade, das Quartiersmanagement, das Jugendamt, die evangelische Gemeinde sowie viele, engagierte Akteure und Einrichtungen vor Ort. Mit der sozialraumorientierten Bearbeitung von Bildungsthemen konnte die Entwicklung einer Bildungslandschaft bereits gestartet werden. Die zentrale „Koordinationsstelle für Bildung“ soll an diese bereits vorhandenen Initiativen anknüpfen. Durch das Modellprojekt „Zukunftskieze“ soll die kooperative Zusammenarbeit zwischen den Akteuren gefördert werden.

  • Ziele

    Mit dem Zukunftskiez-Projekt soll auf die bisherige Arbeit des Bildungsverbundes strukturiert und systematisch aufgebaut werden.
    Und die gemeinsame Entwicklung einer lebendigen und auf die Bedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner abgestimmten Bildungslandschaft.

    • Vorhandene Strukturen genutzt und weiterentwickelt werden.
    • Stärkung des Sozialraums, durch Erhöhung der Attraktivität und der Identifikation mit dem Kiez
    • Besser Abstimmung der Angebote und Nutzung von Synergien
    • Verbesserung und Weiterentwicklung der Bildungsangebote durch Einbeziehung der Akteure und den Bewohnerinnen und Bewohnern
    • Frühe Sprachförderung und eine systematische Förderung der Mehrsprachigkeit um Bildungs- und Entwicklungsverläufe der Kinder und Jugendlichen zu stabilisieren.
    • Systematische Gestaltung des Übergangs Kita-Grundschule durch die Zusammenarbeit eines fachlichen Netzwerks
    • Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Eltern
    • Unterstützung und Begleitung von Familien denen das deutsche Bildungssystem nicht vertraut sind
    • Prüfung und Unterstützung der kooperativen Nutzung von Räumlichkeiten im Zukunftskiez, „Mehrfachnutzung“

    Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die eingerichtete „Koordinationsstelle für Bildung“ (KoBi). Diese soll eine zentrale Anlaufstelle mit eigenen Räumen im Kiez für Akteure, Bewohnerinnen und Bewohner und insbesondere Familien sein.

    Das Bildungsnetzwerk ist ein weiterer wichtiger Bestandteil und Treiber für die positive Entwicklung des Zukunftskiezes.
    Gemeinsame Ziele werden im Verlauf formuliert und angepasst.

  • Wie wird das Projekt im Bezirk gesteuert und begleitet?

    Die federführende Steuerung des Modellvorhabens liegt auf bezirklicher Ebene beim Jugendamt.
    Zusätzlich wurde ein eigenes lokales Begleitgremium gebildet mit zwei Terminen jährlich. Vertreten sind:
    Jugendamt-Jugendhilfeplanung, regionale Schulaufsicht, Schul- und Sportamt/ Bildungsbüro, OE SPK RK6, Nahariya-Grundschule, Quartiersmanagement Nahariyastraße, der Träger: die Ev. Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade.

    Auf bezirklicher Ebene erfolgt eine strukturelle Verzahnung mit der bezirklichen Steuerrunde zur Kooperation von Schule-Jugend-Gesundheit (“SJG-Steuerrunde”).

Wie sind wir gestartet?

Die Teilnehmer des Übergangstreffens während der Arbeit

1. Schaffung einer zentralen „Koordinierungsstelle für Bildung“ (KoBi) im Nahariyakiez

Durch die Schaffung einer zentralen „Koordinationsstelle für Bildung“ (KoBi) in den Räumen des zentral im Nahariyakiez gelegenen Gemeindezentrums, konnte 2025 eine Anlaufstelle für Akteure, Familien und Nachbarn entstehen.
Seit Projektstart fanden in weiteren Räumen des Gemeindezentrums Veranstaltungen, wie die Bildungskonferenz, Meetings zum Aufbau des Begleitgremiums sowie kleinerer Steuerungsrunden statt.

Teilnehmer während der Bildungskonferenz 2025

2. Durchführung der Bildungskonferenz 2025

Der Bildungsverbund in einer Konferenz im den Zukunftskiez überführt.
Die Konferenz sehr gut besucht und ressortübergreifend besetzt. Die 27 Teilnehmer*innen haben gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung der Bildungslandschaft übernommen und Kooperationen angebahnt. Als Ergebnis der Bildungskonferenz ist ein Maßnahmenplan erarbeitet worden, der in den nächsten Jahren umgesetzt werden kann.

Gespräche zwischen Teilnehmern der Bildungskonferenz 2025

3. Etablierung des Netzwerkes KITmaSchu („Kita macht Schule“) Lichtenrade im Übergang Kita-Grundschule

Es fand eine erste Veranstaltung statt, in der über der die bisherige „Übergangs“-Arbeit im Bildungsverbund Lichtenrade berichtet wurde. Als Impuls hat sich die Leitung des Arbeitskreises „KitMaSchu“ und seine Arbeit vorgestellt. Es fand ein erstes Kennenlernen der Fachkräfte im Übergang mit wertvollem Austausch statt.

Was ist 2026 los?

Es gibt verschiedene Themenfelder, an denen weitergearbeitet wird.

Der Sozialraum als Bildungsraum

Die Vernetzung und Zusammenarbeit der Bildungsakteure soll durch verschiedene Maßnahmen und Vernetzungstreffen systematisch gefördert und durch die KoBi begleitet und fördert die kooperative Zusammenarbeit zwischen den Akteuren. Die Koordinierungsstelle ist dabei der Anlaufpunkt im Kiez.
Zur Sichtbarmachung des Projektes und zur Identifizierung der Akteure wird ein Logo für den Zukunftskiez entwickelt.

Bildungsfest

Am 5.6.2026 ab 15:00 Uhr fand ein Bildungsfest unter dem Motto: KiezErleben- Vielfalt erleben ein Kiezfest rund um die Nahariyastraße statt.
Mehr als 25 Einrichtungen und Projekte aus Lichtenrade stellten ihre Einrichtung und Bildungsangebote mit verschiedenen Mitmachaktionen vor.
Auf dem Marktplatz ging es besonders um Angebote für Familien, Kinder und Nachbarn.
Das Fest auf dem Marktplatz wurde von einem kleinen Kulturprogramm begleitet. Es startete die Brigade Schnick Schnack, dann präsentieren sich Lichtenrader Tanzgruppen, wie die „Dance Diamonds“ und die „Dance Juniors & Kids“. Sie zeigen Tanzmoves zum Mit- und Nachmachen für Klein und Groß.
Im Anschluss konnte man mit CABUWAZI in die Welt des Zirkus eintauchen und viele tolle Dinge ausprobieren.
Parallel und „NUR“ für Kinder- und Jugendliche gibt es „SommerKIEZvibes” im Garten des das Ev. Kinder- und Jugendhauses. Dort trafen sich die Jugendfreizeit-Einrichtungen und – Angebote aus und für Lichtenrade mit vielen verschiedene Aktionen zum Mitmachen, von Beachvolleyball, Bubble Soccer, Kreatives, Lagerfeuer mit Stockbrot. Auch konnte man naturwissenschaftliche Experimente ausprobieren oder sich in Sachen Berufsorientierung beraten lassen.
Ab 18:00 Uhr ging es im KJH (Ev. Kinder- und Jugendhaus) weiter, dort präsentierten der Musikkeller Lichtenrade und das KJH: *„cultural concert bash“*- Bands aus dem Kiez machen laut!: mit
Novo Mundo (international mehrsprachige Popsongs), Height as Fact (Ukraine roots, Berlin based Punk/Grunge) und Infusion (Alt Rock).

Bildungsangebote gemeinsam weiterentwickeln

Mehrfachnutzung
Im Rahmen des Zukunftskiezes sollen neben der Identifikation und Bereitstellung räumlicher Ressourcen für die kooperative Mehrfachnutzung, auch die Wahrnehmung und Sensibilisierung für Potentiale zur Mehrfachnutzung gefördert werden. Hierzu fand am 10.06. ein Workshop mit Stattbau in Kooperation mit der OE SPK für Einrichtungen und Akteure im Zukunftskiez statt.

Bildungskonferenz
Für den Zukunftskiez relevante Bildungsthemen für 2027 werden bei einer Bildungskonferenz im Oktober identifiziert bzw. überprüft und der Fahrplan für die weitere Entwicklung des Zukunftskiezes entwickelt.

Übergänge verbessern
Das Netzwerk im Übergang Kita-Grundschule soll erweitert werden, um die Strukturen zur Gestaltung des Übergangs nachhaltig zu verstetigen und weiterzuentwickeln.
Eltern als wichtige Bildungspartner sollen erreicht und in ihren Kompetenzen gestärkt werden. Hierzu sind niedrigschwellige Angebote wie „gemeinsames Schultütenbasteln“ oder „mehrsprachige Frühstücksangebote“ geplant, um Zugänge zu schwer erreichbaren Familien zu schaffen. Die Aktionen werden durch Beratungsangebote begleitet.

News

Interview mit Martina Lilly Weinert
Koordination für Bildung

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Sozialraumkoordination für Lichtenrade

Albina Apelt

Ansprechperson „Koordination für Bildung“

Martina Lilly Weinert