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Einladung zur Benennung der Grünanlage am Innsbrucker Platz in Erna-Proskauer-Park

Pressemitteilung Nr. 077 vom 05.03.2026

Am 23. März 2026 wird die Grün- und Erholungsanlage am Innsbrucker Platz in Erna-Proskauer-Park benannt.
Die Benennung geht auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vom 25. August 2021 zurück. Mit der konsequenten Um- und Neubenennung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen nach Frauen setzt sich das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg für die Würdigung von Frauen in Gesellschaft, Kultur und Geschichte ein.

Wir laden Sie herzlich zur feierlichen Enthüllung der Schilder ein:

23. März 2026 um 17:00 Uhr

Eingang zur Grünanlage bei der S-Bahn-Brücke

Verschneite Grünanlage am Innsbrucker Platz

Erna Proskauer – Leben und Wirken

Erna Proskauer geb. Aronsohn (1903–2001) war Juristin und Schönebergerin.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Max Proskauer lebte sie ab 1930 in der Schwäbischen Straße 3. Sie schloss 1931 ihre juristische Ausbildung mit dem zweiten Staatsexamen ab und strebte als Gerichtsassessorin eine Karriere als Richterin an. Aufgrund des nationalsozialistischen Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und ihrer jüdischen Herkunft wurde Erna Proskauer im April 1933 jedoch erst beurlaubt und im Juli 1933 schließlich aus dem Staatsdienst entlassen. Noch im selben Jahr emigrierte sie mit dem Ehemann zunächst nach Frankreich und im darauffolgenden Jahr nach Palästina.

1953 kehrte Erna Proskauer nach West-Berlin zurück. Sie ging fest davon aus, ihre juristische Laufbahn als Richterin fortsetzen zu können, ihr Antrag wurde jedoch abgelehnt. Sie klagte dagegen, verlor aber 1956 in letzter Instanz. Die diskriminierende Begründung lautete, dass sie aus beamtenrechtlichen Gründen „als verheiratete Frau” nicht in den Justizdienst aufgenommen worden wäre.

Daraufhin arbeitete sie ab 1957 als Anwältin und unterstützte Opfer des Nationalsozialismus bei Entschädigungsanträgen. 1962 wurde sie zusätzlich zur Notarin bestellt. Für ihr Engagement erhielt sie 1995 das Bundesverdienstkreuz.

Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„Mit der Benennung dieses Parks nach Erna Proskauer ehren wir eine Frau, die für die Anerkennung erlittenen Unrechts stand – und setzen zugleich ein Zeichen dafür, Frauen und ihre Beiträge zu Gesellschaft und Geschichte stärker im öffentlichen Raum zu verankern.“