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Rettung der Kormorane am Tempelhofer Hafen

Pressemitteilung Nr. 026 vom 23.01.2026

Beispielhaftes Zusammenspiel verschiedener Behörden

Die außergewöhnliche Tiernotlage am Tempelhofer Hafen ist beendet. Nach intensiven Bemühungen von mehreren bezirklichen Behörden und Organisationen konnten 79 Kormorane gerettet und wieder in ihren natürlichen Lebensraum entlassen werden. Eine intensive und zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen den Berliner Wasserbetrieben, der Naturwacht-Berlin aus Marienfelde, dem Umwelt- und Naturschutzamt und der Veterinäraufsicht des Ordnungsamtes Tempelhof-Schöneberg sorgte für die erfolgreiche Rettung.

Die Situation am Tempelhofer Hafen

Am Montag, den 12. Januar 2026, meldeten der Hafenbetreiber ungewöhnliche Geräusche aus den Schächten der Regenkanäle in der Nähe des Tempelhofer Hafens. Bereits zuvor kam es zu einer massenhaften Ansammlung hunderter Kormorane auf der geschlossenen Eisfläche vor dem Tempelhofer Hafen. Die Tiere, die vermutlich auf der Suche nach Fischen waren und bis zu 30 Meter tief tauchen können, folgten ihrer Beute in das Regenauslaufbauwerk der Hafenanlage. Dabei durchtauchten sie verschiedene Absperrgitter, verirrten sich in das komplexe Kammer-System des Bauwerks und konnten den Rückweg nicht mehr finden. Da Kormorane beim Tauchen, anders als beispielsweise Enten welche sich durch Fett das Gefieder trocken halten, nass werden, benötigen diese dringend einen Platz zum Trocknen Ihrer Federn. Im Auslaufbauwerk mangelte es an Sitzplätzen und so befanden sich die Tiere schnell in Gefahr. Ein Ertrinken durch Erschöpfung und mangelnden Auftrieb auf Grund der nassen Federn drohte.

Die Rettungsmaßnahmen

Nachdem die Meldung, dass die Tiere im Bauwerk eingedrungen waren und nicht mehr zurückfanden einging, folgte eine koordinierte Rettungsaktion. Gemeinsam mit den rund 20 Einsatzkräften der Berliner Wasserbetriebe, der Veterinäraufsicht, dem Umwelt- und Naturschutzamt und dem Rangerteam Marienfelde der Naturwacht wurde die Situation erfolgreich unter Kontrolle gebracht.

Allerdings machten Wetterbedingungen – Schnee, Eis und Tauwasser – die Rettungsaktion besonders schwierig und langwierig. Auf Anweisung der amtlichen Tierärzte wurden die folgenden Maßnahmen durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurden Pontons in jeder der drei Kammern eingelassen, um den Tieren während der Rettung eine sichere Rückzugsmöglichkeit aus dem Wasser zu bieten. Diese wurden durch die Kormorane sofort angenommen, so dass sie ihre Flügel zum Trocknen ausbreiten konnten. Anschließend pumpten die Berliner Wasserbetriebe mit mehreren Spezialfahrzeugen Wasser aus dem Bauwerk ab, um den Zugang zu den Tieren zu erleichtern.

Ein dreiköpfiges Team der Naturwacht, ausgestattet mit Gummianzügen und Atemmasken, begab sich in das mit Schlamm am Boden durchzogene Bauwerk, um die Tiere zu bergen. Insgesamt 79 Kormorane konnten lebend gerettet werden. Diese Tiere, vor allem Jungtiere, zeigten sich vital und gesund und wurden sicher in den Teltowkanal entlassen.

Gleichzeitig wurde durch die Wasserbetriebe ein engmaschiges großes Sicherungsgitter installiert, das ein künftiges Einschwimmen und Eintauchen in die Anlage durch Kormorane verhindert und eine vergleichbare Tiernotlage vermeidet.

Leider konnten 15 Kormorane nur noch tot geborgen werden. Diese wurden wie die anderen 40 im Hafenbecken in der Eisdecke tot aufgefundenen Vögel zur Untersuchung in das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) gebracht, um mögliche Ursachen wie Krankheiten insbesondere eine Vogelgrippe-Infektion auszuschließen. Erste Befunde ergaben jedoch keine Hinweise auf akute Gesundheitsprobleme.

Zusammenarbeit der Behörden als Erfolgsfaktor

Der Rettungseinsatz war beispielhaft für das effiziente Zusammenspiel von Behörde und Organisationen im Bezirk. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Rangern der Naturwacht, den Berliner Wasserbetrieben, Umwelt- und Naturschutzamt und der Veterinäraufsicht Tempelhof-Schöneberg hat dazu beigetragen, dass der Großteil der Tiere gerettet werden konnte.

Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„Mein Dank gilt den engagierten Rettungskräften der Naturwacht und der Berliner Wasserbetriebe. Dieser Vorfall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine gut organisierte Zusammenarbeit der Behörden bei außergewöhnlichen Tierschutz- und Umweltereignissen ist. Der erfolgreiche Einsatz konnte nur durch das Engagement und die Fachkompetenz aller Beteiligten erreicht werden.“

Die Gründe für das Auftreten dieser außergewöhnlichen Situation sind nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich ist sie auf witterungsbedingte Faktoren wie Eislage, eingeschränkte Nahrungsverfügbarkeit oder Unterkühlung zurückzuführen.

Den überlebenden Tieren geht es dank des Einsatzes gut. Für die Zukunft ist ein erneutes Auftreten der Tiernotlage dank der durchgeführten Sicherungsmaßnahmen hoffentlich auszuschließen.

Naturwacht Marienfelde

Ein besonderer Dank gilt dem Rangerteam der Naturwacht Marienfelde, welches sofort mit zahlreicher Spezialausrüstung und Einsatzkräften die Rettungsaktion eingeleitet hat.

Seit vielen Jahren prägen Björn Lindner und sein Team den Naturschutz, die Landschaftspflege und das Wildtiermonitoring in unserem Bezirk durch Ihre Arbeit. Ihr Engagement ist unverzichtbar für uns und die tierischen Mitbewohner unseres Bezirks. Neben der Bildungsarbeit, die neben vielem anderen auch Beratungen für Bürger_innen sowie naturpädagogische Angebote bietet, ist das Team im Naturschutz- und der Landschaftspflege in Marienfelde tätig und betreibt Arten- und Tierschutz, Tierseuchenprävention, Gefahrenabwehr und Hilfe um und für unsere „wilden Nachbarn“ und die Bürger_innen. Es werden bezirkliche Behörden, wie das Umwelt- und Naturschutzamt, das Ordnungs- und Veterinäramt, das Straßen- und Grünflächenamt, die Stadtplanung, die Berliner Polizei und Feuerwehr, die Berliner Forsten und weitere – wie auch bei diesem Einsatz – tatkräftig unterstützt.

  • Drei Vögel schwimmen in einer Kammer in einem Wasser mit Dreck und Müll.
  • Eine Person mit Spezialkleidung und einem Netz wird durch ein Loch in ein unterirdisches Wasser gelassen.
  • Personen mit Spezialausrüstung um einen Gully.
  • Zwei Wägen der Berliner Wasserbetriebe pumpen aus einem Gullyoch.