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Ausstellung „Fotografie – Das Werk“ von Christa Mayer

Pressemitteilung Nr. 002 vom 02.01.2026

Die Fotografin und Psychologin Christa Mayer hat in den vergangenen vier Jahrzehnten ein unverwechselbares fotografisches Werk geschaffen. Mit der Ausstellung „Christa Mayer. Fotografie – Ein Werk“ präsentiert das Haus am Kleistpark einen umfassenden Einblick in ihr Œuvre. Gezeigt werden Fotografien in Schwarzweiß und Farbe aus unterschiedlichen Werkreihen, darunter bedeutende Werkkomplexe wie „Abwesende I / II“ (1979 bis 1996), „Heilende“ (1982 bis 1989) sowie „Kreative“ (1987) und „Kinder“ (1987-1992). Ergänzt werden die Serien durch Beobachtungen aus Italien sowie Istanbul (1979 bis 1992). Darüber hinaus sind Landschaftsaufnahmen (1982 bis 2011) und abstrakte Kompositionen (ab 2007) zu sehen. Text-Bild-Arbeiten erweitern das Spektrum der Porträtserien. Stadtlandschaft und Porträt bestimmen die beiden Videoarbeiten „Ex Oriente Lux“ (1992) und „Abwesende“ (2025).

Ausstellung „Fotografie – Das Werk“ von Christa Mayer
Laufzeit: 16. Januar bis 6. April 2026

Kommunale Galerie Haus am Kleistpark
Grunewaldstraße 6–7, 10823 Berlin

Mayer nimmt eine einzigartige Stellung innerhalb der deutschen Autorenfotografie der 1980er und 1990er Jahre ein. Bereits seit den frühen 1980er Jahren formte sie ihre progressive künstlerische Handschrift in der legendären Werkstatt für Photographie an der Volkshochschule Kreuzberg in Berlin, die von Michael Schmidt gegründet wurde. Dabei gelang es ihr als eine der wenigen Frauen, sich dort erfolgreich zu behaupten. 1983 wurde sie mit dem Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgezeichnet, gefolgt von einem Arbeitsstipendium am P.S.1 in New York im Jahr 1987.

Christa Mayer wurde früh mit ihren außergewöhnlich berührenden Porträts aus der Langzeitpsychiatrie einer Berliner Klinik bekannt, wo sie mehr als zwei Jahrzehnte als Psychologin und Psychotherapeutin arbeitete. In ihren Porträts von Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie medizinischem und Pflegepersonal suchte Mayer nach der Einzigartigkeit und „Schönheit […] im Angesicht des Anderen“, wie sie selbst sagte. Mit ihren „dialogischen Bildnissen“ und einer Praxis des „nichtvoyeuristischen und berührenden Sehens“ schuf Mayer Fotografien, in denen die Ausdruckskraft des Gesichts und das innere Erleben im Mittelpunkt stehen – Werke, die nur wenig Vergleichbares in der Fotografie ihrer Zeit aufweisen.

Dazu kommt als interaktive, prozessuale Darstellungsform das von Mayer entwickelte Prinzip des „Videospiegels“, in den Gedanken und Selbstbefragungen der Patientinnen und Patienten einfließen, wie in der Serie „Der blaue Mann“ (1990).

Neben den Porträts aus der Psychiatrie fotografierte Mayer auch Heilende verschiedener Kulturen, von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern bis zu indigenen Heilern. Ebenso galt ihr Interesse Künstlerinnen und Künstlern, darunter Malern, Tänzern und Performern. Immer wieder beobachtete sie mit ihrer Kamera auch Kinder in ihren spielerischen Aktionsräumen und schuf mit ihnen verwunschene Bildszenen. Bei Aufenthalten in Italien oder Istanbul suchte sie im alltäglichen „Straßentheater“ der urbanen Umgebung nach den Miniaturdramen, die sich im vorbeiziehenden Strom der Passantinnen und Passanten abspielten.

In späteren Jahren widmet sich Mayer auf ihren Reisen in Frankreich, Italien, Indien und den USA zunehmend dem Thema Landschaft. Küsten- und Waldlandschaften werden von ihr als symbolisch und spirituell aufgeladene Orte wahrgenommen. Die Ansichten wirken dabei ebenso rätselhaft wie die zuvor porträtierten Menschen. Die Landschaft wird zur Projektionsfläche für das Verhältnis von Innen und Außen, für menschliche Empfindungen sowie für metaphysische Fragestellungen.

Christa Mayers Werke sind Ausdruck eines tief subjektiven Erlebens und der empathischen Auseinandersetzung mit Menschen und Orten. Mit ihren einzigartigen Bildfindungen hat sie verschlossene Bereiche unseres Lebens sichtbar und nachvollziehbar gemacht und dem Unbewussten der Innenwelten wie Landschaften Ausdruck verliehen.

Christa Mayer, 1945 in Bad Kissingen geborgen, studierte Psychologie in Würzburg und Berlin. Sie arbeitete von 1972 bis 2002 als Psychologin in Berlin. Sie realisierte fotografische Projekte, Videofilme und Theateraufführungen mit Patientinnen und Patienten. Von 1980 bis 1986 nahm sie an Kursen, Workshops und Ausstellungen der „Werkstatt für Photographie“ an der Volkshochschule Kreuzberg teil. Mayer erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt eine Katalogförderung der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin (2025).

Die Ausstellung wird von Carolin Förster kuratiert.

Am 3. Dezember 2025 ist im DISTANZ Verlag die gleichnamige Monografie erschienen, herausgegeben von Carolin Förster und mit Texten von Carolin Förster, Thomas Weski, Maren Lübbke-Tidow und Barbara Esch Marowski.

Kommunale Galerie Haus am Kleistpark

  • Schwarzweißfotografie; ein Mann hält einen Hasen.

    Carsten und Hase, 1996, aus der Serie Abwesende II, 1987-1996

  • Schwarzweißfotografie; eine ältere Frau sitzt in einem Stuhl.

    Psychoanalytikerin M. Teich, New York, 1987

  • Schwarzweißfotografie; eine Person steht an einer Wand und berührt diese. Der Schatten der Person ist gut zu erkennen.

    Tänzerin, Cihangir, Istanbul, 1992

  • Schwarzweißfotografie; eine Büffelkuh.

    Büffelkuh, Varanasi, Indien, 2001

  • Schwarzweißfotografie; ein Haus steht am Rand eines Weges. Ein vom Wind verzerrter Baum hängt über dem Haus.

    Point Reyes, Kalifornien, USA, 2006

  • Schwarzweißfotografie; ein Mann schaut in die Kamera.

    Mayanischer Schamane, Yucatán, Mexiko, 1987