Seit letztem Jahr ist in Deutschland die Blauzungenkrankheit wieder amtlich festgestellt worden. Derzeit breitet sich im Süden Deutschlands ein Virus-Untertyp aus, der nun das Bundesland Sachsen erreicht hat. Berlin ist davon betroffen, da der Umkreis von 150 km um einen Ausbruchsbestand als infizierte Zone gilt.
Das Verbringen empfänglicher Tiere aus infizierten Gebieten in andere Mitgliedsstaaten oder Drittländer ist nun entweder vollständig verboten oder nur unter Einhaltung besonderer Anforderungen möglich.
Bei der aktuellen Ausbreitung könnte das Virus Berlin täglich erreichen.
Halter_innen von großen und kleinen Wiederkäuern sollten ihre Tiere nun gut beobachten.
Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich Schafe und Rinder betrifft, aber auch Ziegen, Kamele und andere Wiederkäuer (empfängliche Tiere) befallen kann. Sie wird durch das Blauzungenvirus (Bluetonge-Virus – BTV) verursacht und über Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen. Für den Menschen hingegen ist sie nicht gefährlich.
Das Virus kann schwere Symptome (Lahmheit, Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden mit verminderter Futter- und Wasseraufnahme, Nasenausfluss, vermehrter Speichelfluss und Ödem- und Krustenbildung, vor allem im Kopfbereich) verursachen.
Bei Auftreten unklarer Krankheitsanzeichen wird die Hinzuziehung eines Tierarztes oder einer Tierärztin dringend empfohlen.
Für die Blauzungenkrankheit gilt in Deutschland die Anzeigepflicht bei der zuständigen Veterinärbehörde (Veterinär- und Lebensmittelaufsicht der Bezirksämter).
Eine Impfung hilft, die klinischen Symptome wirksam zu unterdrücken und wird von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) entsprechend empfohlen.
Bei klinischen Anzeichen der Blauzungenkrankheit, Fragen zur Impfung oder einer geplanten Verbringung von Tieren wenden Sie sich an Ihren Hoftierarzt, Ihre Hoftierärztin oder an die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht der Bezirksämter.