Fahnenhissung Transgender Day of Remembrance am 20. November 2025

Pressemitteilung Nr. 442 vom 20.11.2025

Von links nach rechts: Julia Selge (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte), Alfonso Pantisano (Ansprechperson der Landesregierung Berlin für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt), Kai Münch (Beauftragte_r für queere Lebensweisen) und Florian Winkler-Schwarz (Geschäftsführung LSVD Berlin Brandenburg)

Tempelhof-Schöneberg hisst Trans*-Flagge

Am Internationalen Tag der Erinnerung an die Opfer von Transfeindlichkeit hat das Bezirksamt Tempelhof-Schönberg die Trans*-Flagge am Rathaus Schöneberg gehisst, um ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Transmenschen zu setzen.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann zur Hissung der Trans*-Flagge vor dem Rathaus Schöneberg:
„Auch in diesem Jahr Gedenken wir allen Menschen, die aufgrund ihrer Transgeschlechlichkeit Gewalt erfahren. Mit dem Hissen der Flagge stellen wir uns an die Seite aller transgeschlechtlichen Menschen. Tempelhof-Schöneberg steht für Vielfalt, Solidarität und Gemeinschaftlichkeit und wir dulden keine Gewalt oder Hass in unserem Bezirk. Die sich zuspitzende Gewalt gegen Menschen der queeren Community trifft transgeschlechtliche Menschen besonders stark. Der Transgender Day of Remembrance steht dafür, dass alle Menschen das Recht auf ein Leben ohne Angst und Gewalt haben.“

Kai Münch, neue_r Beauftragte_r für queere Lebensweisen in Tempelhof-Schöneberg, zur Flaggenhissung und dem Transgender Day of Remembrance:
„Sowohl die Geschichte des CSD als auch die des Trans Day of Remembrance machen deutlich, dass Transpersonen in besonderem Maße von Gewalt und Ausgrenzung betroffen sind. Gleichzeitig sind es oft Transpersonen, die federführend Proteste organisieren und für Solidarität innerhalb der gesamten LSBTIQ+-Community einstehen. Wir wollen am heutigen Tage gedenken, wir wollen aber auch den Blick in die Zukunft richten. Die Kämpfe unserer Transgeschwister sind der Ursprung für queere Sichtbarkeit, Solidarität und Zusammenhalt. Wir wollen nicht nur heute, sondern jeden Tag ein Bild der Zukunft entwerfen, in welcher wir alle sicher, selbstbestimmt und ohne Angst leben können.“

Zur Geschichte des Tages: Am 20. November 1998 wurde die afroamerikanische Transfrau Rita Hester in den USA in ihrer Wohnung brutal ermordet. Der Fall wurde weder in den Medien noch in der Gesellschaft thematisiert. Die Aktivistin Gwendolyn Ann Smith verstand dieses Schweigen als Ausdruck der tief verwurzelten transfeindlichen Haltung und initiierte den Trans Day of Remembrance. An diesem Tag geht es nicht nur um das Gedenken, sondern auch um die Sichtbarmachung der systematischen Gewalt, der Transmenschen ausgesetzt sind, insbesondere Transfrauen werden häufig angegriffen. Der Trans Day of Remembrance ist ein Aufruf an die Gesellschaft, nicht länger wegzusehen, wenn Transmenschen diskriminiert, benachteiligt und angegriffen werden.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg setzt sich für ein vielfältiges, inklusives und demokratisches Berlin ein. So beteiligen wir uns jährlich mit einem eigenen Truck beim Christopher Street Day (CSD). Auch der CSD hat seinen Ursprung in den Kämpfen von People of Color, die damals fernab des starren Dogmas von „Mann und Frau“ für ihre Rechte und Sichtbarkeit eintraten. Insbesondere Trans*-Aktivist_innen waren von Repression betroffen und haben die Proteste federführend organisiert. Ihre Kämpfe stehen an der Spitze der jüngeren Geschichte für die Anerkennung queerer Lebensweisen.