Bezirk Tempelhof-Schöneberg gedenkt dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft

7 festlich anhezogene Männer posieren neben einer Gedenktafel mit der Aufschrift "zum Gedenken an den 20. Juli 1944" mit einem Blumenkranz.

BVV-Vorsteher Stefan Böltes (Mitte), Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (2. von rechts), Stellvertretender Bezirksbürgermeister Matthias Steuckardt (1. von rechts) und Oberstleutnant Martin Gerdes (1. von links) gedachten der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944

Pressemitteilung Nr. 269 vom 21.07.2025

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und BVV-Vorsteher Stefan Böltes legten am 20. Juli 2025 einen Kranz am Ehrengrab für Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Generaloberst Ludwig Beck, General der Infanterie Friedrich Olbricht, Oberst i.G. Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Oberleutnant Werner von Haeften auf dem alten Sankt-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg nieder. Die Widerstandsgruppe versuchte am 20. Juli 1944 dem nationalsozialistischen Terrorregime und Adolf Hitler ein Ende zu setzen, scheiterte aber mit ihrem Attentat. Am Sonntag jährte sich das Gedenken zum 81. Mal.

Bei der Gedenkveranstaltung sprach neben Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann auch Oberstleutnant Martin Gerdes Worte des Gedenkens.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:

„Das Andenken der Widerstandskämpfer ist heute unser Auftrag. Doch müssen wir auch aus der Geschichte lernen und gesicherte Erkenntnisse nicht abtun. Heute, wo der Verfassungsschutz mitteilt, dass die AfD-Bundespartei ‚aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei als gesichert rechtsextremistische Bestrebung‘ einzustufen ist, ist ein Parteiverbotsverfahren überfällig.“

Oberstleutnant Martin Gerdes setzt sich als Mitglied der Stauffenberg-Gesellschaft ebenfalls zum Ziel, die Geschichte wach zu halten und an den mutigen „Aufstand des Gewissens“ zu erinnern. Der Gedenkort soll durch sein Engagement möglichst vielen Bürger_innen und explizit auch den Angehörigen der Bundeswehr bekannt werden.

Oberstleutnant Martin Gerdes:

„Die Stauffenberg-Gesellschaft und ich ganz persönlich kümmern uns um dieses Ehrengrab. Wir sichern die Grabpflege finanziell und auch ganz persönlich. Das ist nicht nur Auftrag – es ist uns auch eine Ehre, an diese mutigen Männer an historisch und greifbarer Stelle zu erinnern und die Erinnerung wach zu halten. Ich glaube, dieses Ehrengrab ist herzeigbar wie überaus geschichtsträchtig. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und sind froh, dass hier die Gedenkkultur aufmerksam gelebt wird.”

Nach dem gescheiterten „Aufstand des Gewissens“ am 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder der Widerstandsgruppe noch in der Nacht zum 21. Juli im Bendlerblock ermordet. Unmittelbar danach brachte man die Leichen auf den in der Nähe befindlichen Alten St.-Matthäus-Kirchhof. Hier wurden sie vorerst begraben. Kurz darauf wurden die Leichname von den Nationalsozialisten exhumiert, im Krematorium im Wedding kremiert und auf die Rieselfelder von Berlin an unbekannter Stelle verstreut. Man wollte ihnen sogar das Grab verwehren. Mitte der 1970er Jahre wurde schließlich das Ehrengrab errichtet.