Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg verurteilt die verabscheuungswürdige Attacke auf die Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus
Pressemitteilung Nr. 125 vom 08.04.2025
Am Montag, dem 07.04.2025 beschmierten Unbekannte die am U-Bahnhof Nollendorfplatz angebrachte Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. Die Täter übersprühten die Inhalte der Gedenktafel und schrieben die Worte „HIV“ und „Dresden“ daneben.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann verurteilt die Tat:
“Mit Entsetzen habe ich von dem widerwärtigen Angriff auf die Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erfahren. Diese Schmierereien stellen einen Angriff auf das queere Leben, auf die kritische Erinnerungskultur und die Prinzipien von Akzeptanz und Respekt in unserem Bezirk dar. Tempelhof-Schöneberg wird sich davon nicht einschüchtern lassen. Unser Bezirk ist stolz darauf, Heimat des Regenbogenkiezes zu sein. Wir werden uns weiter für Vielfalt und Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe sowie für die kritische Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen einsetzen.”
Die im Jahr 1989 auf Initiative zivilgesellschaftlicher Akteur_innen enthüllte Gedenktafel aus Granit in Form eines rosa Winkels erinnert an das Leid der im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen. Im Jahr 1993 wurde sie um eine Texttafel ergänzt. Der Nollendorfplatz bildete in der Zeit der Weimarer Republik ein Zentrum des homosexuellen Lebens Berlins. Ab 1933 begann die systematische Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus. Schwule Männer wurden aufgrund des Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches, der sexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe stellte, verfolgt. Etwa 100.000 Personen wurden im Nationalsozialismus auf der Grundlage dieses Paragrafen verhaftet. Zwischen 5.000 und 15.000 Männer wurden wegen des Vorwurfs der Homosexualität in Konzentrationslager gesperrt. In den nationalsozialistischen Konzentrationslagern wurden die homosexuellen Häftlinge mit einem rosa Winkel an der Häftlingskleidung gekennzeichnet.
Beauftragter gegen Rechtsextremismus
Michael Sulies