Oliver Schworck, Stadtrat für Jugend und Gesundheit, unterstützt die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien mit dem diesjährigen Motto „Ich werde laut!“. Nach Informationen der Bundesdrogenbeauftragten leben in Deutschland mehr als drei Millionen Kinder mit mindestens einem suchtkranken Elternteil. Das ist jedes fünfte bis sechste Kind.
Oliver Schworck, Stadtrat für Jugend und Gesundheit:
“In jeder Fußballmannschaft, in jeder Kitagruppe und in jeder Schulklasse gibt es statistisch gesehen mindestens ein betroffenes Kind. Dennoch wird über die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder viel zu wenig geredet und betreuende Erwachsene sind oftmals nicht geschult. Für alle Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil spielsüchtig, alkoholkrank oder von einer psychischen Erkrankung betroffen ist, werde ich deshalb selbstverständlich laut. Diese Kinder benötigen dringend unsere Stimme und vor allem unsere gezielte Unterstützung.”
Die meisten Kinder und Jugendlichen, die mit solch einer Belastung aufwachsen, leiden schwer körperlich oder seelisch, schweigen aber aus Angst und Scham. Sucht ist eine Familienkrankheit, nicht nur, weil die Kinder die Sucht der Eltern oft geschickt verheimlichen, sondern auch, weil Kinder aus suchtbelasteten Familien ein besonders hohes Risiko tragen, später selbst eine stoffbezogene Abhängigkeit oder eine psychische Störung zu entwickeln.
Gesundheits- und Jugendstadtrat Oliver Schworck setzt sich daher dafür ein, Sucht in unserer Gesellschaft zu entstigmatisieren und zu enttabuisieren. Die beste Unterstützung für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind Fachkräfte, die genau wissen, wie sie eine familiäre Suchtbelastung erkennen, sensibel damit umgehen und Türen in das bestehende Hilfesystem öffnen. Der Bedarf nach entsprechenden Fortbildungen ist groß: Der letzte bezirkliche Fachtag des Netzwerkes Kinderschutz im vergangenen Jahr war mit mehr als 120 Teilnehmenden stark nachgefragt. In Berlin bietet die Fachstelle für Suchtprävention ganzjährige unterschiedliche Beratungsformate für Eltern, Kinder und Fachkräfte an. Auch das vor einem Jahr eröffnete Präventionszentrum für Verhaltenssüchte steht als Ansprechpartner für fachliche Beratung zur Verfügung.
Weiterführende Informationen:
- Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien
- Informationsblatt „Kinder in suchtbelasteten Familien“ auf der Internetseite der Fachstelle für Suchtprävention Berlin
Das Kinderbuch „Mein Papa, die Unglücksspiele und ich“ wird in unterschiedlichen Formaten vom Träger pad gGmbH Berlin und der Landesstelle Glücksspielsucht Bayern herausgegeben. Das Buch erzählt aus der Perspektive der 10-jährigen Alina kindgerecht eine Familiengeschichte über Glücksspielsucht des Vaters. Das steht als PDF-Download auf der Internetseite zum Präventionsprojekt Glücksspiel zur Verfügung.