Gedenken an Hatun Sürücü

Pressemitteilung Nr. 033 vom 28.01.2025

Veranstaltungen zum 20. Todestag des Femizids am 6. und 7. Februar 2025

Am 6. und 7. Februar 2025 finden anlässlich der 20. Jährung des Femizids an Hatun Sürücü zwei Gedenkveranstaltungen statt.
Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit der Bezirksämter Tempelhof-Schöneberg und Neukölln organisiert.

Zentrale abendliche Gedenkveranstaltung

Donnerstag, 6. Februar 2025 um 18:00 Uhr
Besucherzentrum CHECK-IN des Flughafens Tempelhof
Platz der Luftbrücke 5, C2 12101 Berlin

Die abendliche Gedenkveranstaltung setzt ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und der Solidarität mit Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt. Wir freuen uns hier insbesondere über das Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Lisa Paus. Neben politischen Redebeiträgen, unter anderem von der Senatorin für Gleichstellung Cansel Kiziltepe, dem Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Jörn Oltmann sowie dem Bezirksbürgermeister von Neukölln Martin Hikel, wird es auch eine Keynote von Dilken Çelebi vom Deutschen Juristinnenbund e.V. geben. Ein kulturelles Begleitprogramm setzt sich mit dem Femizid auf unterschiedlichen Ebenen auseinander, um das Gedenken an Hatun Sürücü lebendig zu halten und die gesellschaftliche Verantwortung im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt in den Vordergrund zu stellen.

Stille Gedenkveranstaltung

Freitag, 7. Februar 2025 um 12:00 Uhr
am Gedenkstein für Hatun Sürücü
Oberlandgarten 1 / Ecke Oberlandstraße, 12099 Berlin

Am Todestag findet eine stille Gedenkveranstaltung am Ort der Ermordung von Hatun Sürücü statt. Mit einer Schweigeminute wird ihr und allen Opfern von Femiziden gedacht und gemahnt.

Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg:
“Hatun Sürücü wurde vor 20 Jahren in Berlin-Tempelhof ermordet. Ihr Tod hat eine Debatte über geschlechtsspezifische Gewalt ausgelöst, die bis heute anhält. Sie steht stellvertretend für viele Frauen, die Opfer solcher Gewalt werden. Nach wie vor ist die Lage alarmierend: Fast täglich wird in Deutschland eine Frau durch einen Mann getötet. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Das Gedenken an Hatun Sürücü ist eine Mahnung an uns alle, Gewalt gegen Frauen entschieden entgegenzutreten. Mit diesen Gedenkveranstaltungen wollen wir nicht nur an sie erinnern, sondern auch auf die fortwährende Dringlichkeit hinweisen, geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen.”

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln:
“Hatun Sürücü war eine mutige junge Frau, die mit ihrem Leben dafür bezahlt hat, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Wir müssen dafür sorgen, in Berlin und überall, dass ein selbstbestimmtes Leben Normalität ist – und niemand, kein Bruder, kein Mann, kein Freund eine Frau daran hindern darf. Unterdrückung von Mädchen und Frauen fängt in den Köpfen an. Es sind Ideologien und stereotype Vorstellung von Geschlechterrollen, die solche Gewalt überhaupt erst ermöglichen. Das ist unsere Aufgabe: Fortwährend jede Gewalt gegen Frauen verhindern, indem wir den Nährboden gar nicht erst entstehen lassen.”

Anmeldung zur Teilnahme:

Um die Organisation der Veranstaltungen zu erleichtern, bitten wir Medienvertreter_innen, ihre Teilnahme bis zum 3. Februar 2025 per E-Mail an das Gleichstellungsbüro Tempelhof-Schöneberg (gleichstellungsbuero@ba-ts.berlin.de) zu bestätigen. Bitte geben Sie an, welches Medium Sie vertreten und ob Sie an der abendlichen Gedenkveranstaltung am 6. Februar 2025, an der stillen Gedenkveranstaltung am 7. Februar 2025 oder an beiden Veranstaltungen teilnehmen möchten.

Hintergrund:

Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 in Berlin-Tempelhof ermordet. Ihr Tod löste bundesweit Bestürzung aus und führte zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über Femizide und Gewalt gegen Frauen.
Der Femizid an Hatun Sürücü ereignete sich an der Grenze der beiden Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr mit der bezirksübergreifenden Zusammenarbeit beim Gedenken an Hatun Sürücü ein Zeichen für die Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt gesetzt.