Erlebnispfad Stadtnatur im Volkspark Jungfernheide

Station 4: Fledermausareal

Fledermaus

Jäger der Nacht

Sie hängen kopfüber von der Decke, gehen in der Nacht auf Beutejagd und orientieren sich auf ungewöhnliche Weise: Fledermäuse umgibt etwas Geheimnisvolles. Doch während unsere Vorfahren sie mit Vampiren, dem Teufel und Hexenritualen in Verbindung brachten, ist an den Tieren nichts Gruseliges, dafür aber viel Spannendes.

Wusstest du zum Beispiel, dass Fledermäuse neben den Flughunden die einzigen Säugetiere sind, die fliegen können? Oder dass sie Ultraschallwellen ausstoßen, die von ihren Beutetieren abprallen, wodurch die Fledermaus nicht nur weiß, wo sich das Tier befindet, sondern auch, wie schnell es sich bewegt?

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  • Im Bann der Nacht

    Sie hängen kopfüber von der Decke, gehen in der Nacht auf Beutejagd und orientieren sich auf ungewöhnliche Weise: Fledermäuse umgibt etwas Geheimnisvolles. Und während sie in China als Glücksbringer angesehen werden – das chinesische Wort „Fú“ bedeutet sowohl „Fledermaus“ als auch „Glück“ – brachten unsere Vorfahren hierzulande sie mit Vampiren, dem Teufel und Hexenritualen in Verbindung.

    Noch immer ist der alte Aberglaube nicht ausgestorben und es gibt etliche Menschen, die sich vor den Tieren fürchten. Vor allem die Angst, Fledermäuse würden sich in den Haaren von Menschen verfangen, hält sich hartnäckig. Dabei ist sie völlig unbegründet. Dass Fledermäuse einem gezielt in die Haare fliegen, ist ein Ammenmärchen, das früher den Kindern erzählt wurde, damit sie bei Einbruch der Dunkelheit auch ja schnell nach Hause kommen.

  • Fliegende Säugetiere

    In Wirklichkeit sind Fledermäuse friedliche und scheue Tiere, die den Kontakt zu Menschen meiden. Sie sind nahezu weltweit verbreitet und kommen auf allen Kontinenten der Erde mit Ausnahme der Antarktis vor. Von den 1.460 Fledermausarten weltweit sind 54 in Europa heimisch und 25 in Deutschland.

    In Berlin haben 17 Fledermausarten ihr Zuhause gefunden, fünf davon verbringen jedoch nur den Winter in der Stadt. Die Zwergfledermaus – sie ist so winzig, dass sie in eine Streichholzschachtel passt – sowie die Breitflügelfledermaus und der Große Abendsegler – beide weisen eine Flügel-Spannweite von bis zu 38 cm auf – sind die am häufigsten in Berlin vorkommenden Arten.

    Ihre nächsten Verwandten sind nicht etwa Mäuse, sondern Flughunde. Zusammen bilden sie die Gruppe der Fledertiere. Neben den Flughunden sind Fledermäuse die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Und dabei können sie ganz schöne Geschwindigkeiten erreichen. So macht sich zum Beispiel der Große Abendsegler mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern auf die nächtliche Beutejagd.

  • Imposante Insektenjäger

    Die meisten Fledermausarten ernähren sich von Insekten, größere Arten auch von Nagetieren, kleineren Vögeln, Fröschen und Fischen. In den Tropen und Subtropen gibt es jedoch auch einige vegetarisch lebende Arten, die Früchte fressen. Und – da sind wir wieder beim Vampir-Mythos – drei Arten von Fledermäusen, die sogenannten Vampirfledermäuse, ernähren sich vom Blut anderer Tiere. Allerdings saugen sie nur ganz wenig Blut (etwa 20 Milliliter), sodass die meisten „angezapften“ Tiere das gar nicht bemerken. Vampirfledermäuse kommen nur in Süd- und Mittelamerika vor.

    Alle in Europa beheimateten Fledermausarten sind ausschließlich Insektenfresser. Sie ernähren sich zum Beispiel von Nachtfaltern, Käfern, Spinnentieren, Fliegen oder Mücken. Unsere heimischen Fledermäuse nehmen jede Nacht über 30 Prozent des eigenen Körpergewichts an Nahrung zu sich. Aufgrund ihres großen Nahrungsbedarfs kommt den Fledermäusen eine große ökologische Bedeutung als Schädlingsvertilger zu.

  • Optimales Ortungssystem

    Besonders faszinierend ist die Jagd der nachtaktiven Tiere. Um sich auch in tiefer Dunkelheit orientieren zu können, haben Fledermäuse ein perfektes Echo-Ortungssystem entwickelt. Im Flug stoßen sie fortwährend laute Schreie im Ultraschallbereich aus, teilweise bis zu 100 in einer Sekunde. Die Ultraschallwellen werden von Beutetieren oder auch von Hindernissen wie ein Echo zurückgeworfen. Fledermäuse sind dadurch in der Lage zu erkennen, wie weit beispielsweise ein Beutetier entfernt ist, in welche Richtung und wie schnell es sich bewegt. Das Echo-Ortungssystem ist so leistungsfähig, daß Fledermäuse sogar noch in der Lage sind, Drähte von 0,1 mm Durchmesser zu erkennen.

    Menschliche Ohren können die Wellen nicht wahrnehmen. Zum Glück, denn sie werden mit einer Lautstärke von bis zu 120 Phon ausgestoßen, das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers.

  • Wichtige Rückzugsorte
    Fledermauskasten

    Fledermäuse können also sehr viel. Doch was sie nicht können ist, sich eine eigene Behausung zu bauen. Stattdessen sind sie auf Höhlen und Spalten an Gebäuden oder in Bäumen angewiesen. Dort können sie sich tagsüber aufhalten und schlafen, sich paaren, ihre Jungen aufziehen oder Winterschlaf halten. Doch solche Rückzugsorte sind durch Gebäudesanierungen immer schwieriger zu finden. Daher stellen Fledermauskästen eine wichtige Alternative dar.

    Dabei haben die verschiedenen Fledermausarten ganz unterschiedliche Ansprüche: Manche Tiere hängen gerne einzeln, andere in Gruppen, manche brauchen Platz um sich herum, andere quetschen sich gerne in enge Spalten. Aus diesem Grund gibt es bei den Fledermauskästen auch unterschiedliche Bauweisen.

    Anders als Vogelkästen haben Fledermauskästen das Einflugloch unten. So können die kopfüber von der Decke hängenden Tiere die Öffnung besser anfliegen. Wenn das Loch nicht an der Frontseite angebracht ist, fällt weniger Licht und Wind ein und Fledermäuse mögen es gerne dunkel und windstill. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich kaum Kot in den Kästen ansammelt, da der größte Teil einfach durch die Öffnung im Boden herausfällt.

Hundeauslauf

Hundeauslauf: Ein Spielplatz für Hunde

Im Park gilt Leinenpflicht für Hunde, aber in dem 5.500 qm großen eingezäunten Bereich können sich Hunde ganz ungestört ohne Leine austoben. Für Vierbeiner stehen einige Spiel- und Balanciergeräte und für ihre Menschen Sitzgelegenheiten zur Verfügung.