Egal, ob du sportliche Höchstleistungen anstrebst, ein interessantes Ausflugsziel suchst oder einfach mit Freunden oder der Familie eine nette Zeit verbringen möchtest: Der Waldhochseilgarten bietet Groß und Klein die Gelegenheit dazu. Der Schutz der Bäume – überwiegend Buchen, Robinien, Eichen und Birken – steht an oberster Stelle.
Erlebnispfad Stadtnatur im Volkspark Jungfernheide
Station 3: Waldhochseilgarten
Mehr Informationen
-
Benjeshecken: So viel mehr als ein Stapel Äste
Bild: Studio Eden
Im Volkspark Jungfernheide findest du insbesondere im Bereich des Waldhochseilgartens sogenannte Benjeshecken als natürliche Abgrenzung der Wege. Darunter versteht man keine klassische Hecken mit angepflanzten Sträuchern oder Bäumen, sondern locker aufgeschichtetes Totholz (Holz- und Grünschnitt), welches Form und Gestalt einer Hecke hat.
Die Idee der Benjeshecke geht auf den Landschaftsgärtner Hermann Benjes (1937-2007) zurück.
-
Nur Naturmaterialien
Eine Benjeshecke lässt sich recht einfach anlegen. Als äußere Begrenzung eignen sich Holzpfähle, die senkrecht in die Erde gerammt werden. Dazwischen wird verschiedener Holz- und Grünschnitt – Stämme, Äste, Zweige von Bäumen, Sträuchern, Hecken usw. – waagerecht locker übereinander gelegt.
Über natürlichen Sameneintrag durch Wind und Vögel können im Laufe der Zeit in der Hecke Kräuter, Sträucher und auch Bäume zwischen dem aufgeschichteten Totholz heranwachsen und so eine lebendige Naturhecke entstehen lassen.
-
Viele Vorteile
Benjeshecken haben gleich mehrere Vorteile. Zum einen punkten sie in Sachen Biodiversität, denn sie bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Unterschlupf. So finden beispielsweise Amseln, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig in den Hecken geschützte Bereiche zum Nisten. Auch kleine Säuger wie Igel und Siebenschläfer sowie kleine Reptilien wie die Zauneidechse, Amphibien wie die Erdkröte oder Insekten wie Wildbienen fühlen sich in Benjeshecken wohl.
Auch sind die Hecken schön anzusehen und können als gartengestalterisches Element und je nach Größe als Sichtschutz und Begrenzung Verwendung finden. Und dass die Hecken nicht geschnitten und selbst in heißen und trockenen Sommern nicht gegossen werden müssen, ist ein weiterer Pluspunkt.
Zudem ist diese Art von Hecken praktisch. Denn das verwendete Material (Äste, Zweige etc.) fällt ohnehin regelmäßig an und müsste ansonsten abgefahren und kompostiert werden. So aber kann der Grünschnitt vor Ort verbleiben. Das aufgeschichtete Pflanzenmaterial verrottet mit der Zeit, dadurch sinkt die Hecke etwas ab und kann von oben immer wieder mit neuem Material aufgefüllt werden.
Trommelwirbel für den Buntspecht
Mehr Informationen
-
Wunderschöner Waldarbeiter
Sicher hast du im Wald oder Park schon mal ein lautes Hämmern vernommen. Dieses Geräsch kommt dabei aber meist nicht von einer Axt oder einem Hammer, sondern vom Specht.
Bei uns in Deutschland leben zehn verschiedene Spechtarten, zum Beispiel der Mittelspecht, Kleinspecht, Weißrückenspecht, Buntspecht oder Schwarzspecht. Wenn dir aber einer der Vögel begegnet, dann ist es wahrscheinlich ein Buntspecht, denn er kommt in Deutschland mit Abstand am häufigsten vor.
-
Farbenfroher Vogel
Weil ihr Gefieder sehr auffällig gefärbt ist, sind Buntspechte ganz leicht zu erkennen: Auf dem Kopf haben sie einen kräftigen roten Fleck und auch ihre sogenannten Unterschwanzdecken sind tiefrot, sodass es so aussieht, als ob sie eine rote Hose anhätten. Ihr Bauch ist hell, der Rücken schwarz-weiß gemustert und die schwarzen Flügel sind mit weißen Flecken versehen.
Typisch für Spechte sind auch die spitzen, gebogenen Krallen an den Füßen: Zwei Zehen zeigen nach vorne, zwei nach hinten. Dadurch können sich die Vögel gut an Ästen und auch senkrecht an Baumstämmen festhalten. Der Schnabel des Buntspechts ist lang und spitz und dadurch perfekt geeignet, um Löcher in Baumstämme zu meißeln.
-
Ballermann am Baumstamm
Spechte sind vor allem bekannt dafür, dass sie mit ihrem Schnabel gegen Baumstämme hämmern. Und das tun sie bis zu 20 Mal pro Sekunde! Das ist wirklich beeindruckend. Aber keine Sorge, die Spechte tun sich dabei nicht weh, denn ihre Schädelknochen sind besonders dick, ihr Gehirn klein und die Halsmuskeln sehr stark, sodass der Aufprall optimal abgefedert wird.
Aber warum tun sie das überhaupt? Spechte klopfen gegen Baumstämme, um Futter zu finden, Nisthöhlen zu bauen, ihr Revier zu markieren und um Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen. Viele Gründe also, um bis zu 12.000 Mal am Tag gegen einen Baumstamm zu hämmern.
-
Hämmer-Held
Der Speiseplan des Buntspechts ist vielseitig. So fressen sie zum Beispiel gerne Fichten- und Kiefernsamen, Beeren, Nüsse und Baumsäfte – und gelegentlich sogar Eier oder Jungvögel. Ihre Lieblingsspeise sind jedoch holzbewohnende Insekten und Larven, die sie unter der Baumrinde finden.
Auf der Suche nach schmackhaften Holzbewohnern hackt der Buntspecht mit seinem Schnabel Löcher in Baumstämme. Doch die gute Nachricht: Er macht sich nicht an gesunden Bäumen zu schaffen, sondern er sucht sich Bäume, die schon faul und dadurch weich sind.
Zudem tut er mit seinem Hämmern den Bäumen gewissermaßen einen Gefallen. Denn auf seinem Speiseplan stehen auch Holzschädlinge, die unter der Rinde sitzen, wie der Borkenkäfer, sodass er dabei hilft, diese unter Kontrolle zu halten. Doch nicht nur in Bäumen findet der Specht Nahrung. Auch auf dem Boden vertilgt er so manches Insekt, welches Bäume schädigen könnte, wie Ameisen, Erdraupen oder Drahtwürmer.Der Buntspecht ist also nicht nur ein schöner Vogel, sondern auch ein echter „Waldarbeiter“, der dabei hilft, Bäume gesund zu halten.
-
Fliegender Zimmermann
Im Frühjahr beginnt der Buntspecht mit der Suche nach einem Partner. Er ist ein echter Handwerker und hämmert für das Weibchen und die kommende Brut eine Höhle in den Baumstamm. In diesem sicheren Nest brütet das Weibchen die Eier aus, während das Männchen in der Nähe auf Nahrungssuche geht.
Die Höhle wird meist nur eine Saison lang vom Specht bewohnt, danach nutzen andere Vögel wie Meisen oder Stare sie gerne für ihre Brut. Aber auch viele weitere Tiere wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, die Waldmaus oder unterschiedliche Fledermaus-Arten freuen sich über die freie Behausung.